Immobilien: Beeskower Mietwohnungen und Eigenheime sind gefragt

Wohnungen wie diese im Wohnblock der Wohnungsgenossenschaft Beeskow 1959 e.G. in der Luchstraße sind gefragt. Der Genossenschaft gehören 360 Wohnungen, 140 weitere werden von ihr verwaltet. Leerstand gibt es nicht.
Jörn TornowZunächst soll geprüft werden, in welchem Umfang neue Bauflächen zwischen Vorheide und der Umgehungsstraße ausgewiesen werden können.
Aber nicht jede Familie will ein Eigenheim bauen. Eigentumswohnungen sind eine Alternative, und natürlich Mietwohnungen. Darüber wurde zuletzt wenig gesprochen. Deshalb hat die Verwaltung nun die großen Vermieter der Stadt in den Sozialausschuss eingeladen, um deren Sicht zu hören.
Gekommen war am Ende nur Dietmar Schulz, geschäftsführender Vorstand der Beeskower Wohnungsbaugenossenschaft. Ihr gehören 360 Wohnungen, 140 weitere werden von ihr verwaltet. Schulz bestätigt, dass es in Beeskow Mietwohnungsbedarf gibt. Die Genossenschaft habe praktisch keinen Leerstand, mittlerweile seien auch wieder große Wohnungen gefragt. Neben Werterhaltung und Modernisierung plane man immer wieder Neubauten. Der Wohnpark Ringstraße mit modularen Ein– und Zweifamilienhäusern sei fast fertig, ein neues Projekt in Planung. Auf einem genossenschaftseigenen Grundstück soll ein Gebäude mit 14 Wohneinheiten entstehen. Eine Jugend– und eine Senioren–WG sollen dabei sein, außerdem Verwaltungsräume für die Genossenschaft, die noch in alten Baracken aus dem Jahr 1959 sitzt. Allerdings müssten die Gremien der Genossenschaft noch zustimmen.
Man brauche noch die Baugenehmigung und müsse die Finanzierung klären. Deshalb könne er noch kein Datum für die Fertigstellung nennen. Schulz warnte davor, pauschal große Flächen für Mietwohnungsbau auszuweisen. Besser sei es, gemeinsam mit den Vermietern vor Ort zu planen. Er plädierte in diesem Zusammenhang dafür, mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (b.w.v.) und der Stadt über die Zukunft des Wohngebietes Kiefernweg zu sprechen. Auch dort, so die Vorstellung einiger Stadtverordneten, könnten einmal Einfamilienhäuser entstehen. Die b.w.v. hat viele ihrer Wohnblöcke dort abreißen lassen, die Genossenschaft lehnt das bislang ab, weil die Wohnungen immer noch gut nachgefragt und vergleichsweise günstig seien.
Mieten über zehn Euro nötig
Sicher ist, dass neugebaute Wohnungen teurer vermietet werden, als es die Beeskower kennen. Die Kaltmiete in der Stadt liegt derzeit bei 4,50 bis 6 Euro je Quadratmeter. Bei Neubauten gelten aktuell 10 Euro pro Quadratmeter als notwendig, um ein Projekt rentabel zu gestalten. Bei dem Wohnprojekt in der Gartenstraße, das die b.w.v. noch in diesem Jahr in Angriff nehmen will, käme man mit den zehn Euro nicht mehr hin, so Kämmerer Steffen Schulze, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens ist. Klassischer geförderter sozialer Wohnungsbau sei aber auch keine Lösung, weil es gar nicht genügend Bewerber gebe, die den dann notwendigen Wohnberechtigungsschein vorweisen können.
Die b.w.v. wird sich aber ohnehin neu aufstellen. Bürgermeister Frank Steffen hat vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Geschäftsführerin Virginia Teichert das Unternehmen im Herbst verlässt und die Geschäftsführung der städtischen Wohnungswirtschaft in Fürstenwalde übernehmen wird. Die betreut gut 3000 Wohnungen.
