Jäger bei Beeskow
: Jagdsaison 2023 – darauf sollten Reiter und Spaziergänger achten

Die großen Gesellschaftsjagden der Landeswaldoberförsterei Müllrose stehen vor der Tür. Das Areal wird mit einem Band abgesperrt. Wir sagen, worauf Reiter und Spaziergänger achten müssen.
Von
Ralf Loock
Beeskow
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Die Jagdsaison 2023 steht vor der Tür. Rund um Beeskow müssen Spaziergänger, Reiter und Jogger einiges beachten.

Philipp Schulze/dpa

Am heutigen Hubertustag, 3. November, putzen die Jäger ihre Waffen und ihre Ausrüstung, versorgen die Hunde und konzentrieren sich vor allem auf eines: Auf das Gedenken an den Heiligen Hubertus von Lüttich (um 655-727), denn er erkannte in allen Wesen des Waldes Geschöpfe Gottes und hat sich deshalb hegend und pflegend für sie eingesetzt. Diese Grundhaltung der „Achtung vor dem Geschöpf“ ging als Waidgerechtigkeit in die Verhaltensgrundsätze der Jägerschaft ein. Sein Gedenktag ist der 3. November.

Auch in unserer Region beginnen jetzt wieder die großen Jagdgesellschaften. Zuständig für Oder-Spree ist die Landeswald-Oberförsterei Müllrose. Der Reigen der Gesellschaftsjagden wird eröffnet am 15. November mit einer großen Aktion in Drahendorf, Neuhaus und Breitegestell. In den folgenden Wochen sind Gesellschaftsjagden unter anderem in Langewahl, Schlaubetal und in Rauen angesetzt. Die Saison klingt mit einem großen Treffen am 11. und 12. Januar 2024 im Bereich Dammendorf und Chossewitz aus.

Bei einer Treibjagd stehen die Schützen an festen Positionen

Bei einer solchen Treibjagd stehen die Schützen an festen Positionen und gehen nicht umher, damit sie sich nicht irrtümlich gegenseitig beschießen. Die Treiber durchqueren den Forst in gemächlichem Tempo und scheuchen das Wild im Unterholz auf; so treiben sie es in Richtung der Jäger.

Das erlegte Wild wird schließlich zum Sammelpunkt transportiert, dort legt man nach altem Jägerbrauch die Strecke. Dabei wird das erlegte Wild geehrt. Anschließend kommen Jäger, Treiber und Förster bei Tee, Bratwurst und Eintopf zusammen und besprechen den Verlauf des Tages.

Natürlich wird bei einer Treibjagd auf Sicherheit geachtet; das Areal wird mit entsprechenden Warnbändern markiert, erläutert dazu Roland Müller, Chef der Landeswald-Oberförsterei Müllrose. Wenn sich doch einmal Wanderer, Pilzsucher oder Reiter in das markierte Gelände verirrt haben, so werden sie von den Jagdhelfern freundlich, aber bestimmt aufgefordert, diesen Abschnitt für etwa zwei Stunden zu verlassen.

Jägergesellschaften sorgen für Umsatz in der hiesigen Gastronomie

Die großen Jagdgesellschaften sind auch für die hiesige Gastronomie wichtig, denn, wenn sich für drei oder vier Tage 20 oder 80 Jäger hier einquartieren, so sorgt dies in den Hotels, Pensionen und Restaurants für entsprechenden Umsatz. Die Zahl der Jäger sei allerdings im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig, auch Gäste aus Holland oder aus Dänemark fehlen, dafür kommen einige alte Bekannte aus Niedersachsen.

Der Wildbestand habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert, aktuell sei er in vielen Wäldern auf einem akzeptablen Niveau. Eine Ausnahme sei das Schlaubetal, dort sei der Wildbestand „konstant hoch“, so Roland Müller.

Bilanz der vergangenen Saison in der Landeswald-Oberförsterei

In der vergangenen Saison wurden unter anderem Hirsche, Rehe und Wildschweine erlegt. Im Januar 2023 hatte Roland Müller angekündigt, dass bei den Wildschweinen die „Entnahme nach Seuchenschutzgesetz“ weitergehen werde. Die Landeswald-Oberförsterei Müllrose betreut dabei ein riesiges Territorium, das sich im Landkreis Oder-Spree von Eisenhüttenstadt im Osten bis westlich von Fürstenwalde/Spree erstreckt und dort erst kurz vor Storkow endet. In der Nord-Süd-Achse reicht das Amtsgebiet von Briesen/Mark im Norden bis einschließlich Groß Muckrow und Weichensdorf im Süden.

Abschluss der Jagdsaison 2022/2023: Die Jagdhornbläser spielten in Biegenbrück vertraute Melodien der Jäger.

Ralf Loock

In diesem Areal wurden nach den Unterlagen der Landeswald-Oberförsterei Müllrose 123 Rothirsche, 343 Rehe und 168 Wildschweine sowie ein Hase, zwei Marderhunde und 25 Waschbären geschossen. Eines sei aber auf jeden Fall klar: Es gebe weniger Wildschweine, folglich wurden auch weniger Schwarzkittel geschossen. Die Ursache sei klar, so Roland Müller: die Afrikanische Schweinepest und die intensive Bejagung.

In diesem November kommen die Jäger auch zu einem Gottesdienst zusammen. Die Hubertusmesse wird am 4. November 2023 um 17 Uhr in der Kirche Pfaffendorf gefeiert.