Jagd
: Zum Abschluss wird im Sauener Wald das Halali geblasen

Während am Donnerstag einige Jäger eine neue Wildart entdecken, findet einer mit einem Hirsch das große Glück.
Von
Monika Rassek
Sauen
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Dem 24-jährigen Tibor Kreiger war das Glück in Sauen hold. Er erlegte einen Rothirsch, der nur eine Geweihstange hatte, mit einer sauberen Kugel hinters Blatt.

Monika Rassek

Dunst, feiner Nieselregen und  Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt erwartete die Jäger am Donnerstagmorgen im Sauener Wald zur angesetzten Bewegungsjagd. „Insgesamt 35 Jäger sowie 25 Hundeführer und Treiber sind heute unterwegs“, erklärt Revierförsterin Monique Müller von der Stiftung August Bier. Die Jäger werden zu ihren Ansitzen gefahren, um zehn Uhr starten Hundeführer und Treiber, ausgestattet mit orangenen Warnwesten — auch die Hunde.

Der Sauener Wald erstreckt sich über knapp fünf Hektar und  ist ein Beispiel für einen zeitgemäß umgebauten Wald. Während Hundeführer und Treiber das Wild durch stetiges vorwärts Rücken in Bewegung bringen, warten die Jäger auf den Hochsitzen auf das richtige Wild — nicht alles darf wahllos getötet werden — und eine Gelegenheit für den sicheren Schuss. Gegen halb eins treffen die ersten Rückkehrer wieder am sogenannten Papphaus in Sauen ein.

Es regnet nicht mehr, nur ein dunstiger Schleier liegt noch über den Wiesen. Feuerschalen und Lagerfeuer brennen, heißer Kaffee und Wildgulasch stehen zum Aufwärmen bereit. Auf die Frage, wie ihm die Jagd gefallen hat, antwortet Hubertus Heyden: „Sehr gut. Ich habe heute eine neue Wildart kennen lernen dürfen, das Nix.“ Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: „Die Jagd ist nicht vorhersehbar. Ich war an der frischen Luft und das war herrlich.“ Heyden kommt aus Berlin und ist schon von Kindesbeinen an mit der Jagd vertraut.

Christian Stellke und Marco Krüger mit den Deutschen Jagdterriern Bodo und Franz aus dem Zwinger „Vom Stülpner Karl“ sind zu Fuß unterwegs gewesen. Schießen dürfen sie nur, wenn die Hunde krankes oder verletztes Wild stellen. Am Donnerstag blieb es beim Aufstöbern und Treiben.

Waidmannsheil

Einem der jüngsten Jäger glückte jedoch ein sauberer und sicherer Schuss: Tibor Kreiger erlegte einen Rothirsch mit nur einer Geweihstange. Das „Waidmannsheil“ kam von allen Seiten. Der 24–Jährige konnte sein Glück selbst kaum fassen. „Ich saß auf dem Hochstand neben einer Naturverjüngung, als ich es rechts Knacken hörte“, schildert Kreiger die Situation. „Der Hirsch trat auf die etwa zwei Meter breite Schneise und ich konnte ihn gut ansprechen (einschätzen).“ Es war eine saubere Kugel hinter dem Blatt (Schulter).

Wild von guter Qualität

Martin Müller, Förster aus Fürstenwalde, brach das erlegte Wild auf: „Es ist wichtig, dass möglichst zeitnah zu machen, damit keine Zersetzungsprozesse einsetzen und um Bakterien und Verunreinigungen vorzubeugen.“ Anschließend bekommt jedes erlegte Tier eine Wildursprungsmarke und -schein mit Namen des Schützen, Besitzer der Jagd, Art des Tieres und Datum des Abschusses.

„Einen leckeren Wildschweinbraten kann ich auch als Weihnachtsbraten empfehlen“, so Müller. Das sei zudem ein Anreiz für die Jäger, wenn sie für das Fleisch geschossener Wildschweine einen vernünftigen Preis bekommen. Im Hinblick auf die afrikanische Schweinepest seien Freigaben für Abschüsse sehr weit gefasst worden: „Alle Sauen, egal welchen Alters dürfen geschossen werden. Einzig die, die Frischlinge führen, sind ausgeschlossen.“ Früher sei auch das Gewicht ein Kriterium gewesen. Derzeit sei selbst die Trichinenschau kostenfrei.

Während sich Jäger und Treiber am Feuer wärmen, wird die Strecke mit dem erlegten Wild gelegt — ein Hirsch, neun Stück Schwarzwild (Wildschwein) und drei Stück Rehwild. Die Jäger erhalten von Monique Müller und Prof. Cornelius Baldamus, Vorsitzender der Stiftung August Bier, den sogenannten Legebruch (Tannenzweig). Die Jagdhornbläser beenden die Jagd mit einem zünftigen „Jagd vorbei“ und dem „Halali“.