Nicht nur, dass die einzelnen Gruppenführenden bis dahin noch mit Jugendwartin Babett Schmidtchen ihre angedachten Hygiene-Konzepte durchsprechen und anpassen müssen, die die Nachwehen der Coronavirus-Eindämmungsverordnungen vorschreiben. Es wird auch eine positive Überraschung geben: Denn die Friedländer Jugendwehr hat jüngst neues Equipment erhalten. 15 neue Überjacken mit eingepasster Weste, mehr Reflektoren und aus sehr festem Stoff sind für 1400 Euro angeschafft worden. Etwa 600 Euro hat der neue Experimentierkoffer gekostet, mit dem nun durch Ausprobieren das Entzünden unterschiedlicher Stoffe, das Brennverhalten und Löschen erforscht werden können. Zehn Prozent der Kosten übernahm die Stadt Friedland, den Großteil steuerte das Land Brandenburg per Lottomittel bei.
Mut und Verantwortung lernen
Kleine Materialproben von Hanf, verschiedenen Kunststoffen, Zeitungspapier, Stahlwolle und Holz in Form von Zahnstochern sowie Teelichter und Backpulver können die jungen Feuerwehrleute dann auf passenden Metallschalen anzünden. Mit herkömmlichen Feuerzeugen oder Streichhölzern. Zum Zeitmessen gibt es eine Stoppuhr, zum Löschen eine Löschdecke und Sprühflaschen für Wasser. Die Kinder und Jugendlichen sollen mit dem neuen Koffer einerseits lernen, Angst zu überwinden. Denn so manche Zehnjährigen, erzählt Jugendwartin Schmidtchen, wüssten heute schon gar nicht mehr, wie man mit Streichhölzern umgeht. Da lassen Mädchen oft lieber den mutigen Jungs den Vortritt. "Ihr nehmt den Kindern damit auch die Aufregung", meint Bürgermeister Thomas Hähle wohlwollend, als ihm der Koffer präsentiert wird.
Schmidtchen geht es aber auch um Verantwortung. Ein Vertrag soll mit den Kindern abgeschlossen werden, dass sie die Experimente keinesfalls zuhause nachahmen. "Verantwortung gehört zur Feuerwehr genauso dazu, wie im Notfall einen richtigen Notruf abzusetzen", betont die Jugendwartin, die vor fünf Jahren auch die Löschkids-Gruppe ab sechs Jahren gegründet hat. Gemeinsam mit zwei Kita-Erzieherinnen erleben die Kleinen eigen Veranstaltungen, wo sie spielerisch an die Jugendfeuerwehr herangeführt werden. Bislang sind alle Löschkids mit acht Jahren zur Jugend übergegangen. Für jene sind dann auch weitere Anschaffungen angedacht: ein eigenes Fahrzeug mit passendem Anhänger, Wettkampfmaterial und Technik.