Beim großen Kartoffelbuddeln am Wochenende auf dem zehn Hektar großen Schlag des Landwirtschaftsbetriebs Peter und Gutke aus Groß Schauen lassen sich die Besucher schlecht zählen. Fritz-Walter Peter ist zufrieden und vermutet einen neuen Rekord. "Man hat uns geradezu umgerannt", lachte er. Gemeinsam mit seinem Compagnon Reinhard Gutke und den Schlepperfreunden aus Philadelphia mit Ralf Wittke hat er nun schon das elfte Kartoffelfest organisiert. Mittlerweile strömen Hunderte Besucher aus ganz Ostbrandenburg und Berlin hier her.
Fünf Sorten haben die zwei Groß Schauener in diesem Jahr angebaut, "neue Sorten, die aber nicht im Laden erhältlich sind, weil sie für den Großhandel zu empfindlich sind", erklärt Fritz-Walter Peter. Der Renner sei die Birgit mit roter Schale und gelbem Fleisch. "Die wird wahrscheinlich nun ausgebuddelt sein", nimmt er an, während von den anderen Sorten den Winter über noch genügend zum Verkauf stehen werden. "Die Birgit ist nicht zu fest, nicht zu weich, genau die Richtige mit einem schönen Geschmack nach Kartoffeln", ist er selbst begeistert. Auch die Wendy geht sehr gut ab, eine Züchtung, die sich bis Mai/Juni hält und im Garten als Saatgut verwendet werden kann.
Das Kartoffelfest, bei dem die Besucher selbst ihre Kartoffeln buddeln, aber auch abgepackt kaufen können, ist ein riesiges logistisches Unternehmen, hinter dem vor allem Ralf und Sabine Wittke mit knapp einhundert Helfern stehen: den Landfrauen von Groß Schauen und Philadelphia, den Ortswehren beider Dörfer und Rieplos, den Schlepperfreunden und nicht zuletzt den Familien Walter, Gutke und Wittke und deren Freunde.
Kartoffeln in Variationen
Mit zwölf Traktoren fuhren die Helfer die Kartoffelausbeute der Besucher zum Parkplatz. Wiegestationen waren zu besetzen, Säcke auszugeben. Für Kinder wurden Spielmöglichkeiten geschaffen, Holger Ackermann war mit seiner Ausstellung von 50 alten und neuen Kartoffelsorten dabei, und Antenne Brandenburg hatte Rita Walter als Moderatorin eines Bühnenprogramms geschickt. In der Gastronomie war alles mit Kartoffeln der Renner. Dazu gehörte Getränke Ewald aus Frankfurt (Oder), der in Öl gegarte Kartoffeln mit Quark und Sauercreme anbot. Immer eine lange Schlagen stand am Kartoffelpufferstand der Schlepperfreunde. Mehr als 500 Kilogramm Kartoffeln, so Fritz-Walter Peter, mussten dazu geschält werden.
Schälen fürs Fest
Birgit Kiesewetter und Resel Fiedler aus Philadelphia hatten am Freitag schon vier Stunden lang vorgeschält und saßen am Sonnabend mit Ilona Blume aus Gatzdorf bei Zossen den ganzen Tag beim Schälen. Insgesamt 20 Leute waren mit am Kartoffelpufferstand beschäftigt. Darunter befand sich Dagmar Dietrich aus Selchow, die sich mit Ehemann Wilhelm schon seit zehn Jahren beim Kartoffelfest engagiert.
Aus Woltersdorf bildeten die Familien Hampel, Jahoda-Perlitt und Nawrotzki mit sechs Erwachsenen und fünf Kindern als Besucher eine heitere Gesellschaft. Sie kommen zusammen schon seit zehn Jahren und buddeln natürlich selbst: Von der "schönen roten Birgit" brachten sie insgesamt 250 Kilogramm nach Hause. Sie verbanden, wie die meisten Besucher, die Arbeit des Buddelns mit einem fröhlichen Fest.