Katzen und Hunde in Beeskow: Tierschutz-Gruppe findet sich zusammen – das ist ihr Plan

Sylvi Minkwitz-Schulze, Lisa Odoy und Diana Daubitz geben dem Tierschutz in Beeskow ein Gesicht. Gemeinsam wollen sie das Thema in der Kreisstadt voranbringen.
Marcel GädingHerrenlose, kranke Katzen, verletzte Eichhörnchen oder streunende Hunde – Tierschutzfälle gibt es auch in Beeskow. Das Problem ist jedoch, dass es bis auf das Ordnungsamt der Kreisstadt oder das Veterinäramt des Kreises bislang keine zentrale Anlaufstelle gab, wenn Tiere in Not geraten sind. Insbesondere außerhalb der Sprechzeiten ist das jedoch ein Problem. Und so organisieren Tierfreunde aus Beeskow und Umgebung auf eigene Faust Hilfe, bezahlen Tierarztrechnungen privat.
Seit Ende vergangenen Jahres gibt es Hoffnung, dass der Tierschutz in Beeskow künftig komplett neu organisiert wird. Damals lud Karolin Ring, Gründerin der Initiative für Bürgerbeteiligung „Mitgedacht – Mitgemacht“, Verwaltungsmitarbeiter und Tierschützer zum ersten Beeskower Tierschutzgipfel ein. In der ersten Runde wurde darüber gesprochen, was gut und was schlecht läuft. Aus der Sicht der Tierschützer wurde moniert, dass vor allem die Unterbringung und Versorgung von Fundtieren ein Problem darstellt.
Tierschutz in Beeskow bringt Tierfreundinnen zusammen
Lisa Odoy, Diana Daubitz und Sylvi Minkwitz-Schulze haben sich damals bei dem ersten Tierschutzgipfel getroffen. Bis dahin waren die Frauen in Sachen Tierschutz meist Einzelkämpferinnen, kümmerten sich um unkastrierte Katzen oder Wildtiere in Not. „Das Treffen führte dazu, dass wir inzwischen ein Kern von zehn Leuten sind, die sich einbringen“, berichtet Lisa Odoy. Ein guter Ausgangspunkt, um auch über die mögliche Gründung eines eigenen Tierschutzvereins für Beeskow zu sprechen.
Tierschutzverein in Beeskow – so weit sind die Planungen
Zumindest dieser Punkt ist inzwischen weit gediehen. „Wir haben uns gegen die Gründung eines Tierschutzvereins entschieden“, sagt Sylvi Minkwitz-Schulze, die in Görzig als Tierärztin niedergelassen ist. Der Aufwand, eine eigene Organisation ins Leben zu rufen, sei schlichtweg zu groß. Inzwischen gibt es Gespräche mit dem Tierschutzverein Fürstenwalde. Inwiefern es jedoch zu einer Zusammenarbeit etwa in Form einer Regionalgruppe für Beeskow kommen könnte, ist jedoch noch völlig offen, wie die Vereinsvorsitzende Petra Neumann gegenüber der MOZ sagt. An diesem Wochenende wollen sich die Vorstandsmitglieder mit dem Thema beschäftigen.
Zu tun gibt es für die Beeskower Tierschützerinnen genug. „Immer wieder weisen uns Leute auf frei lebende Katzen hin“, sagt Sylvi Minkwitz-Schulze. Würden diese nicht kastriert, könnten sie sich unkontrolliert vermehren. Bislang hätten Tierschützerinnen die anfallenden Kosten aus privater Hand beglichen. Mittlerweile haben sich die Tierfreunde in Messengergruppen vernetzt.

In Beeskow werden immer wieder frei lebende Katzen gesichtet. Ohne Kastration pflanzen sie sich unkontrolliert fort.
Marcel GädingKatzen bilden den Schwerpunkt für den Tierschutz in Beeskow
Katzen sollen nach Aussage von Diana Daubitz zunächst den Schwerpunkt der Arbeit der Beeskower Tierschützerinnen bilden. „Darauf wollen wir uns vorerst konzentrieren“, sagt sie. In der Praxis sieht es dann so aus, dass unkastrierte Katzen mit Fallen gefangen, unfruchtbar gemacht und an ihrem Fundort wieder ausgesetzt werden. Dazu würden aber in jedem Fall weitere Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht, macht Lisa Odoy klar. Für richtige Notfälle, bei denen Gefahr in Verzug ist, gäbe es den Bereitschaftsdienst der Landestierärztekammer, sagt Sylvi Minkwitz-Schulze.
Neben der praktischen Tierschutzarbeit wollen die Beeskower Tierschützer aber auch auf organisatorischer Ebene weiter vorankommen. Mit Interesse haben sie vernommen, dass der Landkreis erste Ideen für eine eigene Auffangstation in Fürstenwalde präsentierte. Zudem ist man mit dem Beeskower Rechtsanwalt Björn Puffpaff im Gespräch. Er verwaltet das Erbe der verstorbenen Tierfreundin Helga Strauch. Sie hatte der Stadt Beeskow rund 100.000 Euro vermacht, um Tierschutzprojekte in der Kreisstadt und in der Umgebung zu finanzieren.
Zweiter Tierschutzgipfel im Rathaus Beeskow
Am 28. Februar, 11 Uhr, findet im Sitzungssaal des Beeskower Rathauses der nächste Tierschutzgipfel unter der Moderation von Karolin Ring statt. Dabei soll es um eine Art Bereitschaftsdienst für Fundtiere gehen, um Kooperationen mit regionalen Tierheimen, Kastrations- und Chippflicht für Katzen. Wer am Tierschutzgipfel teilnehmen will, wird gebeten, sich bei Lisa Odoy unter Tel. 0173 6444015 anzumelden.
Hilfe für Tiere in Not
■ Ist ein Tier in akuter Gefahr, ist dafür die Feuerwehr unter der Rufnummer 112 zuständig.
■ Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, also nicht artgerechte Haltung oder Tierquälerei, verfolgt das Veterinäramt LOS unter Tel. 03366 35-1901, außerhalb der Sprechzeiten die Polizei (110).
■ Fundtiermeldungen nimmt das Ordnungsamt der Stadt Beeskow unter Tel. 03366 42247 entgegen.
■ Diensthabende Tierärzte können bei der Landestierärztekammer Brandenburg, Tel. 01805 843736 (0,14 Euro/min aus dem dt. Festnetz; 0,42 Euro/min aus dem Mobilfunknetz) erfragt werden.



