Einmal einen Blick auf Til Schweiger erhaschen. Diese Möglichkeit gibt es momentan in Neubrück – theoretisch. Denn der Regisseur und Schauspieler dreht hier gut abgeschirmt mit einem großen Aufgebot seinen neusten Film "Klassentreffen 2.0". Drehort ist das Grundstück des Berliner Fotografen Hartwig Klappert, zu dem auch ein riesiger Garten mit Orangerie gehört. "Til Schweiger hat in meinem Berliner Atelier schon Szenen des Films "Keinohrhasen" (2007) gedreht", erzählt der Künstler. Er habe dem Regisseur bei einem Treffen dann Fotos seines Neubrücker Grundstücks direkt an der Schleuse Neuhaus gezeigt: "Er meinte dann, dass er dort unbedingt mal drehen möchte", sagt Klappert.
Und der Filmemacher, dem die Produktionsgesellschaft "Barefoot Films" gehört, hielt Wort: Seit knapp zwei Wochen ist das Team vor Ort. Als die Komparsen noch dabei waren, seien bis zu 140 Leute am Set gewesen, berichtet Klappert. Von außen ist, an dem öffentlichen Fußweg an der Spree entlang, nur ein kleiner Blick auf den Garten möglich: "Hier wurde kürzlich eine große Tortenschlacht gedreht", erzählt der Hausbeistzer. Lilli Schweiger, Tochter des Regisseurs, sagt freundlich "Hallo", Arbeiter rücken die Scheinwerfer, die das Haus anstrahlen, zurecht.
"Die Dreharbeiten außen sind beendet, jetzt geht es drinnen weiter", berichtet Klappert. Der Produzent, Ralf Zimmermann, grüßt freundlich und betont: "Wir wurden hier gut aufgenommen." Die Komparsen wurden im Neubrücker Dorfgemeinschaftshaus auf die Dreharbeiten vorbereitet. Hinter der Spreeperle parken Garderobenmobile, in denen die Darsteller geschminkt werden.
"Bis jetzt hat eigentlich nur die Müllabfuhr gefragt, was hier los ist", sagt Keno Varban, Assistent der Aufnahmeleitung. Mit den Gegebenheiten in Neubrück sei er zufrieden, alles sei ruhig. Vor allem an den vielen Fahrzeugen der Filmcrew ist zu erkennen, dass  in Neubrück etwas nicht so Alltägliches passiert.
Der Film ist die Fortsetzung der Komödie "Klassentreffen 1.0" (2018), bei der die drei gealterten Protagonisten ihr 30. Klassentreffen nach dem Abitur feiern. In den Hauptrollen sind auch dieses Mal neben Til Schweiger dessen Tochter Lilli und der Berliner Schauspieler und Regisseur Milan Peschel zu sehen.
Anwohner wurden informiert
"Soweit ich mich erinnern kann, sind das die ersten Dreharbeiten in Neubrück", sagt der Neubrücker Günter Poeschke. Mit den unmittelbar betroffenen Anwohnern in der Nähe des Drehorts sei vorher gesprochen worden, betont er: "Die restliche Bevölkerung merkt da nicht so viel von", sagt er. Er habe nicht den Eindruck, dass sich jemand von dem kurzzeitigen Rummel gestört fühle.
Das bestätigt auch Hausbesitzer Hartwig Klappert: "ich denke, es ist auch wirtschaftlich gut für Neubrück, wenn hier Örtlichkeiten angemietet werden." Am Samstag schon ist der große Trubel vorbei: Dann beginnt der Rückbau des Sets.