Kirche
: Neuer Pfarrer in Storkow will Generationen mit Musik verbinden

Storkows neuer Pfarrer bringt frischen Wind aus der Jugendarbeit mit in die Altstadtkirche. Zum Glauben fand er einst im Austauschjahr in den USA.
Von
Elke Lang
Storkow
Jetzt in der App anhören

Pfarrer Robert Parr hat im Gemeindehaus der Altstadt-Kirche Storkow die Nachfolge von Pfarrerin Judith Kierschke angetreten. Er will die Generationen mit Musik zusammenbringen.

Elke Lang

„Worauf man mich jedoch festnageln kann, ist das Thema Kinder — Jugend — Familien, und zwar generationsübergreifend“, verspricht er. „Wir Erwachsenen jeden Alters müssen und wollen uns gemeinsam als aktive Kirchengemeinde um die nächste Generation kümmern.“ Für Robert Parr, der aus der christlichen Jugendarbeit kommt, ist „mitmachen dürfen, sich ausprobieren und auch dabei Fehler machen dürfen“ wichtig. Jeder, der Musik machen will — auch Leute von außerhalb der Kirche — sei bei ihm willkommen.

Mitmachen und klingen lassen

Er selbst spielt mit Unterbrechungen seit dem neunten Lebensjahr Gitarre, und er wolle auf jeden Fall seine „musikalische Ader“ in die Arbeit einfließen lassen. „Ich freue mich, wenn uns Musik zusammenbringt, im Chor zum Beispiel und in Konzerten, uns die Seele streichelt, wie etwas anderes es nicht kann.“

Der in einem kleinen Reihenhaus in Berlin–Zehlendorf als Sohn eines Richters und einer Lehrerin Aufgewachsene war nur aus der Tradition heraus getauft und konfirmiert worden. „Für mich persönlich geworden ist die Religion, der Glaube erst in der 11. Klasse“, erzählt Robert Parr. Das geschah in einem einjährigen christlichen Schüleraustauschprogramm in den USA.

Da er sich schon vorher ehrenamtlich in der Jugendarbeit betätigt hatte, speziell in dem Jugendcafé seiner Pfarrgemeinde, und im Zivildienst in einer Berliner Kirchengemeinde einen Jugendraum übernommen hatte, wollte Parr zunächst Lehrer oder Sozialarbeiter werden. Der Wunsch, „die Arbeit mit Menschen mit dem Glauben zu verbinden“, brachte ihn schließlich zu einem fünfjährigen Studium an der Evangelischen Hochschule Berlin. Er schloss es als Diplom–Religionspädagoge mit Schwerpunkt Gemeindepädagogik ab. Während des Studiums reifte in ihm der Entschluss, Pfarrer zu werden. Zweieinhalb Jahre Vikariat in Gorgast und Golzow, wo seine Mentorin Anja Grätz war, die Tochter des Schöneicher Altpfarrers Helmut Grätz. An diesem Beruf gefällt ihm die Vielfältigkeit. Und: „Menschen auf ihrem Lebensweg begleiten und ihnen von der Hoffnung und Zuversicht erzählen zu können, welche uns die Bibel lehrt“.

„Jugend fürs Leben rüsten“

Schon im Vikariat ab 2008 legte Parr seinen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit, so dass er von 2011 bis jetzt Jugendpfarrer für das Oderbruch wurde. „Mein Ziel ist, junge Menschen für ihr Leben auszurüsten, damit sie, in welche Lebenslagen sie auch immer kommen, eine gute mentale Grundlage haben, ihr Leben zu meistern.“ Im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) Oderbruch, dessen Leiter Robert Parr war, organisierte er viele kreative Projekte, etwa mit Sprayen und mit Musik, sowie Erlebnisse in der Natur und mit sportlichen Herausforderungen.

Gern möchte der Pfarrer in Entsendung für zwei Jahre mit seiner Storkower Gemeinde Taizé-Andachten feiern, in denen der gemeinsame Gesang eine große Rolle spielt. Auch Familienfreizeiten, liegen ihm sehr am Herzen. Und überhaupt: „Da, wo Leute sich in die Gemeinde mit neuen Ideen einbringen wollen, unterstütze ich das.“ Kurzfristig stehen für ihn Planungsarbeiten an, als neue Aufgabe für ihn der Religionsunterricht in der 1. Klasse in Rauen sowie die Sanierung der Sauer–Orgel ab November.

Nächste Gottesdienste: Sonntag, 10 Uhr Gottesdienst mit Taufe, 17 Uhr Jugendgottesdienst