Kleingarten
: Exotisches Obst und Gemüse in Beeskower Laube

Die Mitglieder des Beeskower Vereins „Spreepromenade I“ sind experimentierfreudig. Auf den Parzellen gibt es Exotisches.
Von
Monika Rassek
Beeskow
Jetzt in der App anhören

Karl-Heinz Senst und Ehefrau Edda bewirtschaften seit 1994 ihre Parzelle in der Kleingartenanlage "Spreepromenade I" in Beeskow. Die Kohlernte fällt in diesem Jahr nicht üppig aus, dafür gedeihen Nashi-Birnen und Schwammgurken gut.

Jörn Tornow

Leider hat sich im Garten nicht alles so gut entwickelt. Betrübt sagt Karl-Heinz Senst: „Der Kohl sieht in diesem Jahr nicht gut aus. Die Pflanzen verfaulen von innen, trotz der Trockenheit.“

Seit 1994 bewirtschaftet der 65-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Edda eine der dreißig Parzellen, die zur Kleingartenanlage „Spreepromenade I“ gehört. Zudem fungiert Senst im Vorstand des Regionalverbandes Beeskow/Storkow der Gartenfreunde e.V. als Gartenfachberater, während seine Frau als Schatzmeister die Gelder verwaltet. Auch im Garten sind die Aufgaben klar verteilt: Der Mann kümmert sich um das Gemüse und Obst, die Frau um die Optik, also die Blumen.

Beim genauen Hinschauen fallen riesige Tomaten auf: „Das sind griechische. Eine brachte 929 Gramm auf die Waage.“ Auf die Frage, was mit der ganzen Ernte passiert, schmunzelt der Gartenfachmann: „Bohnen legen wir sauer ein, Gurken im Steintopf und vieles wird einfach eingefroren.“

Nicht alle Pflanzen, die in dem Garten wachsen, müssen zwangsläufig gegessen werden. Karl-Heinz Senst freut sich in diesem Jahr besonders, dass seine Schwammgurken, eine Art der bekannten Luffa-Gurken, so gut gedeihen und hofft, dass sie noch reif werden: „Als Gemüse sind sie nur jung lecker, reif aber lassen sie sich als begehrte Kosmetikartikel verwenden, als Natur-, Frottier- oder Peeling-Schwämmchen beispielsweise.“

Beim Rundgang durch die kleine Gartenanlage, die sich bis zur Spree zieht, bleibt Senst vor dem Garten von Hadi und Rolf Schlüter stehen: „Das ist der Vorzeigegarten des Vereins. Die Pächterin, Hadi Schlüter, ist 92 Jahre alt und damit die älteste Kleingärtnerin in der „Spreepromenade I“. Sie macht alles noch selbst, werkelt und gärtnert.“ Die Beete sind vorbildlich. Der Grünkohl steht bereits kniehoch. das verspricht eine gute Ernte zu werden.

Das ist längst nicht alles: „Sie kocht sehr leckere Marmelade. Dafür wurde eigens für die Laube eine Herdplatte angeschafft. So kann Hadi Schlüter das Obst gleich vor Ort verwerten. „Mit den Erdbeeren fängt es im Frühjahr an und zieht sich mit Johannes- und Stachelbeeren sowie anderen Früchten durch die gesamte Saison“, schwärmt der Fachmann.

Doch die Kleingärtner setzen nicht nur auf Bewährtes, gern werden die Gärten auch zum Experimentieren genutzt: „Neben Nashi Birnen und Schwammgurken probieren sich die Pächter auch an Feigen.“ Diese stammen vermutlich ursprünglich aus  Kleinasien, sind aber inzwischen im gesamten Mittelmeerraum zu finden.

Kleingärten sind beliebt

Auch Erdnüsse, die nicht nur  lecker schmecken, sondern auch viel pflanzliches Eiweiß, Fett und andere Nährstoffe enthalten, gedeihen in der „Spreepromenade I“. Obwohl die Hauptanbaugebiete in Westafrika, China und Indien sowie in Nord- und Südamerika liegen. Karl-Heinz Senst wundert sich selbst hin und wieder: „Dass Erdnüsse hier funktionieren, hätte ich selbst nicht gedacht. Aber der Gartenfreund hat es hinbekommen. Die Ernte war nicht groß, aber es hat geklappt, sogar ohne Gewächshaus.“

Die Chancen, einen Kleingarten zu ergattern, stehen derzeit nicht so gut, denn viele haben das Freizeitgärtnern für sich wiederentdeckt. „Sicherlich wird hin und wieder auch ein Garten frei“, sagt der Gartenfachberater. „Doch in der Regel gibt es Wartelisten. Und, die Anzahl der Gärten ist begrenzt.“ Im Regionalverband Beeskow Storkow gibt es derzeit 446 Parzellenpächter, die sich in 19 Kleingartenvereinen organisiert haben. Insgesamt nutzen die Kleingärtner eine Fläche von 196 668 Quadratmetern.

Außergewöhnliche Pflanzen im Garten?

Wir suchen exotisches Gemüse oder tropische Früchtchen, die für die Region nicht typisch sind. Wenn Sie also in Ihrem Garten auch außergewöhnliche Schätze hüten, dann schicken Sie uns eine Mail an beeskow-red@moz.de.Infos zum Regionalverband Beeskow/Storkow der Gartenfreunde e.V. oder freien Parzellen unter www.rv-beeskowstorkow.de.⇥mor