Konzert: Storkower Kantorei singt Händels Messias

Familienbande: Sabine Müller mit ihrem Enkelsohn Carl Ferdinand Seltrecht traten mit der Storkower Kantorei auf.
Elke LangMit einem großartigen Konzert in der sehr gut besuchten evangelischen Altstadtkirche hat die Storkower Kantorei mit Kantorin Saiko Yoshida–Mengk ihr Musikjahr beendet. Zwei große Konzerte im Jahr gehören neben vielen kleineren musikalischen Andachten immer zum Programm der gebürtigen Japanerin, die seit November 2005 im Kirchenkreis Storkower Land für Storkow, Friedersdorf und Reichenwalde zuständig ist. Das erste große Konzert im ausklingenden Jahr fand am 19. Mai mit Kantaten von Johann Sebastian Bach statt. Damals sangen nur die Storkower.
Am Sonntag nun als Abschluss und Höhepunkt der Storkower Kirchenmusik 2019 wurden Auszüge aus Georg Friedrich Händels „Messias“ dargeboten. Darunter waren so mitreißende Chöre wie „Denn es ist uns ein Kind geboren“ und unabdingbar „Halleluja, denn Gott der Herr regieret allmächtig“. Unterstützt wurde die zur Zeit 26 Mitglieder starke Kantorei durch den Kirchenchor Friedersdorf, der auch von Saiko Yoshida–Mengk geleitet wird.
Die Solisten Orine Nozaki (Alt) und Takushi Minagawa (Sopran) haben sich schon oft bei Konzerten in der Altstadtkirche bewährt. Die Kantorin, die auch den Chor der Deutsch–Japanischen Gesellschaft in Berlin leitet, hat sie von dort mitgebracht. Immer dabei ist der Fürstenwalder Organist Winfried Nowak, der durch seine akzentuierte Geläufigkeit am Orgelpositiv stark zum Gelingen der Aufführung beigetragen hat.
Saiko Yoshida–Mengk gibt neben ihrer Chorleitertätigkeit in ganz Deutschland Orgelkonzerte. Sie ließ es sich nicht nehmen, zur Einleitung zwei Orgelstücke von Händel auf der großen Schuke–Orgel selbst zu spielen. Ganz neu dabei war Lars Warmbrunn mit seinem Cello, der Chorleiter der Neuapostolischen Kirche in Fredersdorf ist.
Auch die Zugabe war vorbereitet
Die ersten Proben haben die Storkower und die Friedersdorfer Sänger und Sängerinnen schon kurz vor der Sommerpause absolviert. Den besonderen Schliff konnten sie dann an einem Wochenende bei einer Chorrüste in Lübben im Spreewald erarbeiten.
Der Messias erfordert hohes musikalisches Können, das von dem langjährigen Mitglied der Kantorei Sabine Müller mit ihrem Enkelsohn Carl Ferdinand Seltrecht in besonderer Weise unter Beweis gestellt wurde. Beide spielten eine Sinfonia des Messias, eine Hirtenmusik, „Pifa“ genannt, sanft schwingend mit Blockflöten. Eine Zugabe war auch vorbereitet. Drei Kinder von Chormitgliedern, Sophie Breling, Frenella Tiepner und die elfjährige Tochter der Kantorin, Hikari–Victoria Mengk, die auch bei dieser anspruchsvollen Aufführung des Messias mitwirkten, gaben noch ein Solo mit dem Song „Far away“ in englischer Sprache.