Krasse Katzen in Brandenburg: Mutiert Kater Sammy nachts heimlich zur Fischkatze?

Der krasse Sammy schweigt, während seine „Bediensteten“ Stephanie Münch und Philipp Kiesewetter am Storkower Kanal in Philadelphia der Frage nachgehen, wie dieser ans Nordufer gelangen könnte.
Jens OlbrichSammys Revier begrenzt nördlich der Storkower Kanal, acht bis zehn Meter breit, ohne natürliche Brücke, wie etwa sich berührende Baumkronen. Ein natürliches Hindernis für Katzen, wie es „eigentlich“ nicht wirksamer sein könnte. Für die meisten Hauskatzen generell und für Sammy speziell.
Denn Philipp Kiesewetter, der seinen Kater seit zehn Jahren kennt, ist davon überzeugt, dass Sammy auf jeden Fall sehr wasserscheu ist. Seine Frau, Stephanie Münch, ergänzt genauso sicher: „Schwimmen würde er keinesfalls. Wir sitzen oft auf der Bank vorne am Kanal. Sammy steht dann am Grundstückzaun und jault. Wenn wir ihn rufen, dass er kommen soll, kommt er nicht.“
Krasse Katzen: Wie gelangt Kater Sammy über das Wasser?
Hintergrund der Sammy-Wasser-Frage ist, dass die Tracker-Auswertung fünf nächtliche Streifzüge der krassen Katze ans nördliche Kanalufer und in das dortige Hinterland belegt. Die provokante Vermutung, dass der schwarz-weiße Kater nächtens zur Fischkatze mutieren würde, als solche wie diese in Südasien beheimatete Wildkatzenart schwimmt und taucht, ist natürlich wenig realistisch. Wie also ist er über das Wasser gekommen? Und – war Sammy überhaupt am Nordufer?
Krasser Kater aus Philadelphia – Kanalrätsel gelöst
Der krasse Kater schweigt. Seine „Bediensteten“ Stephanie Münch und Philipp Kiesewetter haben keine plausible Erklärung parat. Herrchen erinnert sich sogar daran, wie Sammy früher, in seinen Junggesellenzeiten, immer das Weite gesucht habe, wenn er in seiner Storkower Mietwohnung in die Badewanne stieg. „Da wäre er nie mit hineingekommen. Da hat er sofort den Rückzug angetreten.“ Damit geht die Frage weiter an den Hersteller des Trackers*, an die Tractive GmbH in Pasching, Österreich.

Die Auswertung des GPS-Trackings ergibt Fragen: unklar sind die Messpunkte jenseits des Kanals vom 22. und 23. Juni sowie vom 28. und 30. Juni
Lorenz, FrankAuf die Anfrage der MOZ zu den unerklärlichen Touren Sammys über den Kanal wertet CX Spezialist Fabian Trattnig von Tractive die Daten erneut aus und erklärt: „Das Bewegungsmuster ist für Katzen typisch. Die Positionen nördlich des Kanals sind allerdings vermutlich nicht wirklich so passiert.“ Die mutmaßlichen Ausflüge des Katers aus Philadelphia übers Wasser bezeichnet Fabian Trattnig als GPS-Ausreißer. Diese kämen vor, wenn durch Dächer oder dichte Baumkronen die „freie Sicht“ des GPS-Trackers* zum Satelliten verhindert wird.
Kater Sammy meidet die Hauptstraße – Halter beruhigt
Eine einfache Erklärung, die realistisch klingt und beruhigt. Ebenso beruhigt, wie die Information aus der Tracker-Auswertung der MOZ, dass Kater Sammy seine Streifzüge im Tracking-Zeitraum vom 18. Juni bis zum 1. Juli nicht ein einziges Mal bis zur Hauptstraße Philadelphia ausgedehnt hat. Die Straße, die das Dorf längs durchquert, wird demnächst durch die Umleitung des Verkehrs von der bald wegen Sanierungsarbeiten gesperrten B246 stark befahren sein und damit zur Gefahr für frei laufende Katzen.
Der Radius von Sammys nächtlichen Touren ist laut GPS-Tracking nicht sehr groß. „Na ja, er bleibt immer schön zu Hause“, meint Philipp Kiesewetter zufrieden. Die Distanzen, die der Kater dabei zurücklegt, liegen bei 5 bis 6 Kilometer je Nacht. „Er ist ja auch nicht umsonst so dick“, findet Stephanie Münch, schränkt jedoch sofort ein: „Obwohl er eigentlich schon echt fit ist. Wenn man ihn beobachtet beim Mäuse fangen, da staunt man immer! So, wie er eigentlich aussieht, würde man das halt nicht von ihm erwarten.“

Keine Überraschung ist Sammy Lieblingsplatz hinter dem Schuppen. Den hatten Stephanie Münch und Philipp Kiesewetter richtig vermutet.
Jens OlbrichSammys Lieblingsorte in Philadelphia überraschen nicht
Der Misthaufen am Ende der Koppel hat es Sammy offenbar angetan. Er ist, tiefrot in der Bewegungsaufzeichnung für häufig besuchte Orte, einer seiner Lieblingsplätze. Vielleicht gibt es dort besonders viele Mäuse, vermutet Sammys Herrchen. Wie früher Omas Futtereimer in der Waschküche, wo sich Sammy gern selbst bedient hätte. Dass der Kater sich gern hinter dem Schuppen zwischen dem zugewilderten Schrott aufhält, hatten Kiesewetters bereits vermutet, die Auswertung war dahingehend also keine Überraschung.

Die tiefroten Bereiche sind die, die Sammy in Philadelphia besonders häufig besucht. Das Territorium ist insgesamt übersichtlich.
Lorenz, FrankEine Überraschung war allerdings, dass sich Sammy offenbar mit Nachbars Katze Eule angefreundet hat. „Seit zwei Wochen erst“, erklärt Stephanie Münch. „Eine graue Katze, die hier hinten herumrennt. Die müssen sich irgendwie verstehen.“ Just an diesem Morgen hätten sich die beiden allerdings „gefetzt“. Könnte es sein, dass der Raufbold in Sammy doch noch lauert? Oder war es nur eine normale Meinungsverschiedenheit unter Samtpfoten. Die Antwort wird Sammy uns genauso schuldig bleiben, wie Eule.
MOZ.de Aktion „Krasse Katzen“
Im Rahmen der Kampagne „Krasse Katzen“ wurden alle teilnehmenden Tiere mit Trackern der Marke Tractive* ausgerüstet. Bei der Auswahl der Tracker wie auch der Begleitung der Katzenbesitzer orientieren wir uns an Empfehlungen von Tierärzten und Experten. *Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Sollten Sie über den Link einen Kauf abschließen, erhält MOZ.de eine kleine Provision. Die Berichterstattung ist nicht beeinflusst.



