Kreis lädt ein
: Optimismus beim Bürgerempfang

Die Leistungsfähigkeit von Unternehmen und Verwaltungen im Landkreis wurde am Sonntag in Fürstenwalde präsentiert.
Von
Olaf Gardt
Beeskow
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Präsentieren die Vielfalt der Landwirtschaft im Landkreis: Ralf Nowak (Jacobsdorf), Hartmut Noppe (Sauen), Matthias Schulze (Görzig), Thomas Kläber (Ranzig), Caroline Bartsch (Glienicke), Christian Rußig (Ranzig) und Benjamin Meise (Buchholz, v. l.).

Bettina Winkler

Der Ansturm war noch größer als im vergangenen Jahr. Schon als der Beigeordnete  und Dezernent „für alles Mögliche“ Sascha Gehm in Vertretung des erkrankten Landrats  Rolf Lindemann die Gäste des Bürgerempfangs im Feuerwehr- und Katastrophentechnischen Zentrum des Kreises begrüßte, war die Halle in der Fürstenwalder Lise-Meitner-Straße gut gefüllt. Knapp 2000 Besucher sollten es insgesamt werden.

Viele hörten zuerst Landeswirtschaftsminister Prof. Jörg Steinbach zu. Der ging natürlich auf den Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide ein. Er sei optimistisch, dass dies gelinge, warne aber vor Euphorie. Maximal 50 Prozent des Weges seien mit der Standortentscheidung geschafft, so der Minister. Ein großer Vorteil sei gewesen, dass man in Grünheide durch einen alten B-Plan schnell ein genügend großes Grundstück für den Fabrikbau bereitstellen konnte. Bei den jetzt anstehenden Genehmigungsverfahren liege der Ball auch bei Tesla. Vieles werde von der Qualität der eingereichten Unterlagen abhängen. Aber natürlich seien die Ämter gefragt, die präzise und schnell die Unterlagen abarbeiten müssen. Wenn Mitte März alle Bäume weg seien und die ersten direkt von Tesla beauftragten Bagger rollten, sei man weiter, so Steinbach.

Beifall gab es, als Grünheides Bürgermeister Arne Christiani die Arbeit von Land und Kreisverwaltung im Vorfeld der Tesla-Ansiedlung lobte. „Wenn wir so weiterarbeiten, bekommen wir es hin“, sagte er. Christiani würdigte auch den Mut und die Weitsicht der früheren Grünheider Gemeindevertreter. Es sei gut, dass der einst in der Hoffnung auf eine BMW-Ansiedlung aufgestellte B-Plan für das Areal nicht aufgehoben und die Fläche wieder zu einem ständigen Waldgebiet erklärt worden sei.

Beim Empfang ging es aber um mehr als die Industrieansiedlung. Viele Unternehmen nutzten wie die Ämter der Kreisverwaltung sowie Hilfs- und Rettungsorganisationen die Gelegenheit, ihre Produkte und Angebote vorzustellen. Und fast überall gab es dabei Neues zu entdecken.

Die Fahrbibliothek beispielsweise hat jetzt einen zweiten Fahrer, ist künftig auch am Freitag unterwegs und macht keine Ferienpause mehr. Dank einer Bundesförderung wird es in den kommenden zwei Jahren in vielen Orten vor der Bibliothek Theater und Lesungen geben. Im März will Kulturamtsleiter Arnold Bischinger das Projekt konkret vorstellen. Der von Landrat Rolf Lindemann angekündigte Sonderkreistag Landwirtschaft wird am 19. Februar tagen. Dann erhalten Landwirte die Möglichkeit, vor den Abgeordneten zu erklären, welche Unterstützung sie sich von der Politik erhoffen. Von Düngeverordnungen und Tierhaltung und den Anbau von Energiepflanzen sollen möglichst viele Themen auf den Tisch kommen.

Werbung für den Angelurlaub

Der Tourismusverband Oder-Spree-Seengebiet wird sich in diesem Jahr nicht auf der ITB sondern auf der parallel stattfindenden „Slow-travel-Messe“ präsentieren. „Das ist zielgenauer und bringt uns mehr Gäste“, erklärt Geschäftsführerin Ellen Rußig. Ein Schwerpunkt, den man ausbauen wolle, sei der Angelurlaub in Brandenburg.

Das Amt für Straßenverkehr und Ordnung wies darauf hin, dass in den kommenden Jahren für praktisch jeden Autofahrer ein kostenpflichtiger Umtausch des Führerscheins ansteht. Sein Verkehrsthema sprach auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt auf dem Empfang an. Er ist zwar  gegen ein gesetzliches Tempolimit auf den Autobahnen in Deutschland, wirbt aber dafür, aus Umweltgründen freiwillig nicht schneller als 130 auf der Autobahn zu fahren.

Kommentar: Mal an sich denken

Mahnende Worte, die man so von einem Kommunalpolitiker selten hört. Der Kreistagsvorsitzende Franz H. Berger forderte die Besucher des Bürgerempfangs auf, immer in dem Bewusstsein zu leben, dass man nicht unsterblich sei, riet dazu, sich zu schonen, um sich so für anstehende Aufgaben zu wappnen. Und er forderte dazu auf, die Lebenszeit, die man hat, zu genießen.Bergers emotionale Begrüßungsrede, die er mit Genesungswünschen für Landrat Rolf Lindemann und Feuerwehrverbandschef Detlef Korn verband, entstanden wohl unter dem Eindruck der überraschenden Erkrankung des Landrats. Doch sie sind so viel mehr. Schließlich ist nichts wichtiger als die Gesundheit, keine noch so dringende berufliche Aufgabe, kein vermeintlich unaufschiebbarer Termin. Und auch der Freizeit- und Erlebnisstress, dem sich viele Menschen unterziehen, um mitzuhalten, ist oft zu viel des Guten.  Man muss auch rechtzeitig an sich selbst denken, um langfristig seine Aufgaben im Beruf, für die Gesellschaft und die Familie erfüllen zu können.Nicht vergessen sollte man dabei den Blick zur Seite. Es kann durchaus hilfreich sein, Kollegen und Freunde bei übertriebenem Eifer zu bremsen.⇥Olaf Gardt