Kultur: Beeskower Schüler stellen in der Burg zu Bauhaus aus

Die Zehntklässlerinnen Samirah Rabe (r.) und Lama Sharfow gehören zu den Akteuren, also zu den Schülern, die in der Ausstellung "BAUHAUSjünger" zeigen, was sie mit Bauhaus verbindet.
Monika RassekDicke Wolken hängen über der Burg Beeskow und ein kühler Wind lässt die Besucher frösteln. Doch als Kristina Geisler am Freitag um 14 Uhr vor dem Bergfried der Burg die Ausstellung „BAUHAUSjünger“, die mit Unterstützung des Fördervereins Burg Beeskow entstand, eröffnet, hat sie die ungeteilte Aufmerksamkeit: „Sind wir da nicht leicht größenwahnsinnig, auch das Thema Bauhaus zu wählen? War es vermessen, der Kunstlehrerin Jeanette Einsporn-Morse und Ramona Eichhorn, beide von der Albert-Schweitzer-Oberschule Beeskow, diesen Vorschlag zu machen?“
Keine Berührungsängste
Ein klares „Nein“ kommt später von den Besuchern, die sich diese Ausstellung ansehen. Doch zuvor stimmen Schüler der Albert-Schweizer-Oberschule Beeskow mit dem Lied Zombie von The Cranberrys noch auf die Ausstellung ein. Im Innenraum allerdings, denn der Wind hat an Stärke zugelegt.
Das Bauhaus, die wohl berühmteste moderne Schule für Kunst-Design und Architektur in Deutschland, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Das wird vielerorts mit großen Ausstellungen und Neueröffnungen gefeiert. Auch in Beeskow. Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweizer-Oberschule haben sich mit Bauhaus beschäftigt und bewiesen, dass sie keine Berührungsängste mit dem Thema und viele eigene Ideen haben.
Keramik, Modellbau, Poster, Möbeldesign – alles haben sie ausprobiert. Und die Besucher der Ausstellung, haben sich die Arbeiten angesehen und auch probiert. Sabine Gutew und Anita Fischbach machen es sich auf einem Sofa aus Holzpaletten mit dicken Auflagen bequem und diskutieren angeregt über die Aquarelle an der Wand: „Das sind tolle Ideen, die hier umgesetzt wurden, die Farben und Formen und so gemütlich dazu.“
Damit entspricht die Ausstellung genau dem, was Bauhaus-Gründer Walter Gropius sich erträumte, nämlich eine neue Baukunst zu erschaffen, die Kunst und Handwerk vereint.
Die Zehntklässlerinnen Samirah Rabe (15 J.) und Lama Sharfow (16 J.) gehören zu den Akteuren, also zu den Schülern, die mit ihren Arbeiten zeigen, was sie mit Bauhaus verbindet. „Wir haben zunächst viel über Bauhaus gelesen und uns damit beschäftigt und dann einfach angefangen“; sagt die 15-Jährige. Lama ergänzt: „Jeder ist das Thema auf seine Weise angegangen. Ein Konzept gab es nicht.“
Mehr Zeit für Kunst
Angesichts der Ausstellung, kann nur wiederholt werden, was Kristina Geisler eingangs sagte: „Ermutigen wir doch die jungen Leute, sich dafür einzusetzen, dass sie an ihrer Schule für die Kunst mehr Platz bekommen. Eine Wochenstunde ist einfach zu wenig, und der Stundenplan sollte eben nicht verhindern, dass sie eine Arbeitsgemeinschaft für Kunst bilden können.“
Die Ausstellung „BAUHAUSjünger“ kann bis zum 5. Januar 2020 besucht werden. Informationen zu Öffnungszeiten unter www.burg-beeskow.de.
