Kultur: Buddhismus in der Beeskower Kirche

Klaus Wagener in seiner Ausstellung "Tibetisch-Buddhistischer Kulturkreis", die in der Beeskower Marienkirche gezeigt wird. Die Schau hat Wagener speziell für Beeskow konzipiert.
Olaf GardtWagener erzählt in seiner Ausstellung über den Alltag der Menschen, berichtet über die Zerstörung ihrer Klöster während der chinesischen Kulturrevolution, kritisiert das Vorgehen Indiens im Kampf um Einfluss in der Region, beim Verdrängen der indigenen Völker. Er zeigt das einfache Leben, die Schönheit von Natur und Landschaft. Er schildert, wie er hilft, das Leben der Menschen zu verbessern, Bildungsmöglichkeiten und Arbeit schafft.
Beeskows Kirchenältester Knut Krüger ist von der Ausstellung begeistert. Es sei die gelungenste Schau, die in der Kirche präsentiert wurde, sagt er. Krüger meint das inhaltlich und handwerklich. Denn es gibt Kritik, auch im Gästebuch niedergeschrieben. Wie könne man in einer evangelischen Kirche Werbung für den Buddhismus machen. Die Kirche sei der falsche Ort dafür, heißt es immer wieder mal.
Wagener nimmt es gelassen, wohl auch, weil viele andere Besucher den Einträgen widersprechen. „Wir müssen eben auch mal über unseren Tellerrand schauen, dabei kann man viel lernen“, verteidigt auch Knut Krüger die Schau. Sikkim, das ehemalige buddhistische Königreich, das im Zentrum der Schau steht, sei für Wagener ein Vorbild und Beweis für das friedliche Zusammenleben verschiedener Ethnien, unterschiedlicher Traditionen, Kulturen und Sprachen mit all seinen Widersprüchen.
Coronabedingt gab es nur eine stille Eröffnung der Ausstellung. Dennoch wird sie gut besucht. Jetzt im Sommer sind es vor allem Touristen, die die Kirche ohnehin besichtigen. Aber eine Schulklasse sei vor den Ferien auch schon da gewesen, im Rahmen des Ethikunterrichts. Knut Krüger hofft, dass möglichst viele weitere folgen. Gelegenheit dazu ist noch, die Ausstellung bleibt bis Oktober in Beeskow.
Ausstellungskatalog verfügbar
Klaus Wagener ist gern zu Führungen bereit, fast jede Woche kommt er ohnehin einmal aus seinem Wohnort Zeuthen in die Stadt. Er zeigt Freunden die Ausstellung und bringt vor allem immer wieder neue Kataloge vorbei. Auf Deutsch und Englisch hat er seine Texte aufgeschrieben, mit dem Katalog kann man auch die Bilder, unter anderem vom Kangchendzönga, dem mit 8586 Metern dritthöchsten und wohl heiligstem Berg der Erde, mit nach Hause nehmen. Die Briten George Band und Joe Brown, die den Berg im Jahr 1955 als erste bezwangen, hielten einige Schritte vor dem Gipfel, um den Glauben der Bewohner Sikkims damit Respekt zu erweisen.
Die Ausstellung, die sich mit vielen Schautafeln rings um das Hauptschiff der Beeskower Marienkirche erstreckt, kann dienstags bis sonnabends von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr besichtigt werden. Bei einer rechtzeitigen Anmeldung beim Aufsichtspersonal der Kirche oder bei Knut Krüger (info@fv-marienorgel-beeskow.de) kann die Ausstellungsbesichtigung mit einer Turmbesteigung verbunden werden. Eine Gruppenführung mit Klaus Wagener kann per Mal an k.wagener@gneise.de angefragt werden.
