Es war mit Sicherheit der bisherige Höhepunkt des Beeskower Kultursommers 2022. Das Prima Marina Festival auf der Spreeinsel. Die Mitglieder des Wohnprojekts Rakäte, die die ehemalige Käte-Agerth-Schule in der Lübbener Chaussse zu einem Wohn- und Kulturzentrum umbauen, wollten sich damit in Beeskow vorstellen. Das ist spektakulär gelungen. Bis zu 1500 Zuschauer tanzten und sangen gleichzeitig zur Musik der schwedischen Rocker von Royal Republic. Den Festival-Auftakt hatten zuvor Baby of the Bunch und die Alex Mofa Gang gestaltet.
Im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltungen hat das Festival nicht nur Beeskower praktisch aller Altersgruppen angezogen, sondern auch Fans der Bands aus anderen Teilen Deutschlands. Ein gutes Event also, um Beeskow bekannter zu machen.

Ein toller Ort für Konzerte

Und was viele zuvor auch nicht gesehen haben: Die Spree-Insel ist für solche Konzerte ein toller Ort. Gute Sicht auf die Bühne, eine Wiese zum Sitzen, problemlose An- und Abreise. Es hat einfach alles gestimmt. Versorgung, Sanitäranlagen, Sicherheit, die Arbeit im Vorfeld hat sich gelohnt. „Wir sind alle total glücklich“, kommentierte dann auch die Beeskower Altstadtmanagerin Kerstin Müller, die selbst Teil des Rakäte-Projekts ist, den Abend. Und Bürgermeister Frank Steffen hat, im Fan-Shirt von Royal Republic auf der Bühne stehend, auch schon mal die Möglichkeit der Fortsetzung des Festivals im kommenden Jahr ins Spiel gebracht.
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Vielleicht ja in Zusammenarbeit mit der Burg Beeskow. Burgherr und Kreiskulturamtsleiter Arnold Bischinger hat sich jedenfalls auch selbst ein Bild von dem Festival gemacht.

Festivals in Friedland und Storkow folgen

Prima-Marina wäre zudem auch eine gute Ergänzung zu den Festivals auf den Partner-Streleburgen in Friedland und Storkow. In Friedland findet das „Jenseits von Millionen“, in diesem Jahr am 5. und 6. August, statt. Das Storkower Festival „alinae lumr“ wird vom 12. bis 14. August gefeiert.
Doch der Beeskower Kultursommer hat natürlich noch mehr als Rockmusik zu bieten. Schon an diesem Wochenende folgt auf dem Marktplatz ein nächster Höhepunkt. Dann wird reichlich Gerstensaft ausgeschenkt. Die Firma Jüttner-Entertainment kommt vom 15. bis 17. Juli mit ihrem Biermarkt in die Stadt. Jüttner ist auch Veranstalter des Streetfood-Festivals Ende Mai gewesen. Der Eintritt kostet zwei Euro, zwischen 20 und 30 verschiedene Bierstände wird es geben. Die Angebotspalette soll vom „stärksten Bier der Welt“ über Bier aus Hawaii bis zu Biersorten aus jedem Kontinent und mehr als 80 Ländern reichen. Natürlich gibt es dazu auch Streetfood und (hoffentlich etwas leisere) Musik als beim Streetfood-Festival. Geöffnet sein wird täglich von 16 bis 20 Uhr.
Nach dem Bierfest folgt das Sommertheater der AG Historische Stadtkerne. Am 29. Juli gastiert das Theater 89 ab 19 Uhr auf dem Kirchplatz in Beeskow. Aufgeführt werden humoristische Sketche und Szenen des Liedermachers und Meistersängers Hans Sachs (1494 – 1576). Karten sind in der Stadtinformation (8 Euro Erwachsene/ 4 Euro Kinder) erhältlich.

Höhepunkt folgt Ende August

Dann muss man ein paar Wochen auf den abschließenden Höhepunkt des Kultursommers warten. Nach langer Corona-Pause wird am 27. August die „Lange Nacht“ gefeiert. Das Einkaufsfest der Beeskower Händler zieht seit Jahren viele Besucher in die Stadt. Noch ist das genaue Programm nicht bekannt, die Vorbereitungen laufen.
Das Familienfest am 10. September, das gemeinsam mit dem 140-jährigen Bestehen der Feuerwehr im Sport- und Freizeitzentrum gefeiert wird, schließt den Kultursommer ab.
Für die bisherigen Veranstaltungen zieht Kerstin Müller durchweg ein positives Fazit. Der Frühlingsmarkt wurde erstmals mit „Beeskow radelt an“ kombiniert. Das auf den Campingplatz verlegte Kinder- und Piratenfest lockte doppelt so viele Besucher wie im Vorjahr. Gut 300 Steppkes waren mit ihren Eltern und Großeltern gekommen. Auch der Regionalmarkt sei noch besser besucht gewesen als im Vorjahr.
Lediglich beim geplanten Sportwochenende muss man wohl Abstriche machen. Viele Vereine hatten abgesagt. Offenbar war die Vorbereitungszeit zu kurz, die Corona-Angst noch zu groß. So blieb es beim traditionellen Altstadtlauf, der aber mit mehr als 600 Teilnehmern ein echter Sporthöhepunkt wurde.

Finanzrahmen für das kommende Jahr noch offen

Und wie geht es im kommenden Jahr weiter? Eine klare Antwort gibt es an dieser Stelle nicht. Bei der Bürgerbefragung zur Fortschreibung der Sozialplanung Beeskow kam heraus, dass sich die Hälfte der Menschen wieder ein großes Stadtfest wünscht. 46 Prozent sind für die Fortsetzung der „kleinen“ Formate, der Rest wünscht sich beides. Im Herbst werden sich die Stadtverordneten mit dem Thema befassen. Geklärt werden muss nicht nur, wer die Vorbereitungsarbeiten übernimmt, sondern auch, wie viel Geld für das Feiern aus dem städtischen Haushalt kommen kann. Angesichts der hohen Inflation und der noch stärker steigenden Energiekosten besteht die Gefahr, dass die städtischen Zuschüsse geringer ausfallen als bisher.