Kulturstiftung
: Schloss Groß Rietz wird zum Ort der Entschleunigung und Kunst

Drei Sammlungen und das Schloss Groß Rietz fließen in die Rosenhauer Stiftung ein. Entstehen soll ein moderner, lebendiger Kulturort.
Von
Monika Rassek
Groß Rietz
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  • Percy Bongers beim Blättern und der Recherche in einem Bildband über Theodor Rosenhauer, seinem Großvater. Der Maler wurde 1901 in Dresden geboren und starb 1996 in Berlin.

    Percy Bongers beim Blättern und der Recherche in einem Bildband über Theodor Rosenhauer, seinem Großvater. Der Maler wurde 1901 in Dresden geboren und starb 1996 in Berlin.

    Monika Rassek
  • Das Schloss vom Park aus in der Abendsonne: Gebaut wurde es zwischen 1693 und 1700 nach Plänen von Cornelis Ryckwaert für Hans Georg von der Marwitz.

    Das Schloss vom Park aus in der Abendsonne: Gebaut wurde es zwischen 1693 und 1700 nach Plänen von Cornelis Ryckwaert für Hans Georg von der Marwitz.

    Monika Rassek
  • Percy Bongers zeigt ein Bild seines Großvaters Theodor Rosenhauer. Der Maler studierte an der Kunstakademie Dresden und wurde vielfach ausgezeichnet. Er erhielt 1948 den Kunstpreis des Kulturbundes Dresden, 1956 den der Stadt Dresden und 1973 den Nationalpreis der DDR.

    Percy Bongers zeigt ein Bild seines Großvaters Theodor Rosenhauer. Der Maler studierte an der Kunstakademie Dresden und wurde vielfach ausgezeichnet. Er erhielt 1948 den Kunstpreis des Kulturbundes Dresden, 1956 den der Stadt Dresden und 1973 den Nationalpreis der DDR.

    Monika Rassek
  • Den Eingang zum Schlosspark säumen zwei hoch aufragende, schlanke und reich mit Blumenmotiven verzierte Obelisken aus Sandstein. Zwischen diesen befindet sich ein schmiedeeisernes, verziertes Tor, welches etwa um 1880 installiert wurde.

    Den Eingang zum Schlosspark säumen zwei hoch aufragende, schlanke und reich mit Blumenmotiven verzierte Obelisken aus Sandstein. Zwischen diesen befindet sich ein schmiedeeisernes, verziertes Tor, welches etwa um 1880 installiert wurde.

    Monika Rassek
  • Beim Blick auf die vielen Ausdrucke, die am Boden liegen, erklärt Percy Bongers: "Kunst kann man nicht einfach so in einen Raum stellen." Beispielsweise sei das Licht zu berücksichtigen.

    Beim Blick auf die vielen Ausdrucke, die am Boden liegen, erklärt Percy Bongers: "Kunst kann man nicht einfach so in einen Raum stellen." Beispielsweise sei das Licht zu berücksichtigen.

    Monika Rassek
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„Der Stiftungsbetrieb läuft auf Hochtouren“, sagt er und sieht sich um: „Im Moment sieht es allerdings chaotisch aus.“ Leitern liegen auf dem Boden, ungeöffnete Pakete stehen an den Wänden in Fluren und Zimmern, in einem liegen zudem zahlreiche Ausdrucke von Bildern des Dresdner Künstlers Theodor Rosenhauer, seines Großvaters, auf dem Teppich herum. Sein Werk wird im Mittelpunkt stehen. „Noch braucht es Zeit, die Handwerker gehen ein und aus“, so der Perfektionist.

Mit Blick auf die vielen Ausdrucke am Boden erklärt er: „Kunst kann man nicht einfach so in einen Raum stellen.“ Das Licht sei zu berücksichtigen: „Morgens, mittags und abends ändert es sich, was sich wiederum nicht nur auf die Farben des Bildes sondern auch des Rahmens auswirkt.“ Auch die Aufhängung müsse gründlich durchdacht werden.

Im wunderschön inszenierten Souterrain–Gewölbe, wo die — wie Bongers schwärmt — wohl weltweit bedeutendste Volkskunstsammlung aus dem Erzgebirge präsentiert wird, fehlt noch die Beleuchtung. Darüber hinaus wird eine umfangreiche Bibliothek mit Werken von und über Friedrich den Großen ins Obergeschoss ziehen. Diese drei Sammlungen sowie das Schloss selbst werden in die im Aufbau befindliche Rosenhauer Stiftung eingebracht.

Percy Bongers zeigt sich optimistisch: „Ende Juni wird alles soweit fertig sein, dass nur noch das Fine Tuning fehlt.“ Im Juli, so hofft er auch angesichts der aktuellen Corona–Situation, sei ein Museumsbetrieb an ein bis zwei Tagen wöchentlich möglich. „Auch kleine Führungen sind angedacht.“ Bongers plant einen sanften Betrieb, ähnlich dem sanften Tourismus auf Radwegen und „kein Disneyland“, wie er betont. Entschleunigend soll ein Besuch sein.

„Das Schloss muss nicht so barock gelebt werden, wie es war“, folgt er seinem Gedanken. „Eher modern. Das Museum als ein lebendiger Ort, an dem Menschen zusammenkommen, beispielsweise zu literarischen Gesprächen.“ Im Schloss selbst entfaltet sich diese Idee bereits: Klare Linien und glänzende Oberflächen des Modernen bilden den Kontrast zum Antiken, betonen dessen edle Ausstrahlung. In Kürze wird es einen Internetauftritt vom Schloss geben.

Auch die Umsetzung der Pläne zur benachbarten Brennerei hat begonnen. Ende des Jahres soll das Hauptgebäude beräumt und winterfest sein. Später wird auch der Schlosspark „aufgehübscht“.