Landesstraße 42
: Herzberg macht sich für Straßensanierung stark

Die Anwohner von Herzberg sind sauer, weil die holprige  Landstraße trotz Versprechen der Politik noch immer nicht saniert wurde.
Von
Monika Rassek
Herzberg
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Die Einwohner von Herzberg protestieren gegen den schlechten Straßenzustand der Landesstraße L 42, die durch den Ort führt. Für ältere Menschen ist die Querung eine Strapaze, Eltern fürchten um die Sicherheit radfahrender Kinder.

Jörn Tornow

Angezettelt hat die Protestaktion der Ortsbeirat unter Federführung von Ortsvorsteher Hartmut Kuchenbecker im Sinne der Anwohner. „Die Aktion ist dringend notwendig. Ältere Menschen haben Schwierigkeiten mit Rollator oder E–Scooter die Buckelpiste zu queren“, so Kathrin Stachert–Lehmann. „Peinlich ist das und geschäftsschädigend“, betont Margit Simke–Schulz vom Gasthof Simke. Ihre Gäste würden sich schon beschweren.

Bernd Stiller, Kreistagsabgeordneter in Oder Spree, hat einen Zeitungsartikel vom 22. August 2013 aus der MOZ dabei. Damals fuhr der Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt mit dem Fahrrad auf der L 42. Er erinnert sich noch, dass dieser das Erlebnis mit „nostalgischen DDR–Zuständen“ abtat. Stiller findet klarere Worte: „Ein Skandal ist das. Ich kämpfe seit zehn Jahren  für die Sanierung.“

Auch einer der noch länger kämpft, war unter den Demonstranten: Olaf Klempert. Seit 1992 setzt er sich für die Sanierung ein. Und er wiederholte, das, was er anlässlich seiner Verabschiedung im November 2019 schon sagte: „Die Politik behandelt die Betroffenen wie Menschen 2. Klasse.“ Und bei diesen Unwahrheiten die da gesagt würden, ärgere er sich richtig.

Gemeint ist dabei eine eingespielte Videoaufzeichnung mit Steffen Streu, dem Pressesprecher Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, die der anwesende rbb mitgebracht hatte. Die Herzberger antworteten mit einem kollektiven „Buh“. Sascha Gehm, Erster Beigeordneter und Dezernent für Straßenverkehr im Landkreis Oder–Spree sagt: „Es ist kein Geheimnis, dass das Land plant, nachrangige Straßen runter zu stufen.“ Nur müssten diese dann auch funktionstüchtig sein. Das sei eine Forderung aller Landkreise. „Oder es muss  einen Kostenausgleich geben.“ Die Sanierung dürfe nicht zu Lasten des Kreise gehen, da es sich um Versäumnisse des Landes handele.

Beifall von allen Seiten

„Es ist toll, was die Herzberger auf die Beine gestellt haben und mutig“, freut sich Bettina Züge, amtierende Bürgermeisterin der Gemeinde Rietz–Neuendorf, zu der Herzberg gehört. Sie hoffe, dass es hilft, den Finger auf die Wunde gelegt zu haben. Auch Günter Poeschke, Vorsitzender der Gemeindevertretung ist begeistert: „Hut ab, vor den Herzbergern.“ Es sei nur schade, dass die Kraft auf so ein Negativbeispiel verschwendet werden müsse. Beide hoffen, dass die aufwendige Aktion Wirkung zeigt. Das hoffen auch die Anwesenden. Schon 2006 versprach der damalige Bundestagsabgeordnete Jörg Vogelsänger (SPD) auf einer Informationsveranstaltung, dass die Straße saniert wird.