"Wir sind in einer Phase, in der ich täglich mit einem Erstausbruch der Krankheit rechne", so Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes vor den Mitgliedern des Ausschusses für Kreisentwicklung. Sie hoffe, dass dieser Erstausbruch nicht im Landkreis Oder-Spree stattfinden. Die Kreise etwas südlicher seien noch stärker gefährdet.
Ein positives Fazit hat die Tierärztin dennoch gezogen. Der zum Jahreswechsel an Oder und Neiße aufgebaute Wildzahn halte. Sie sei selbst skeptisch gewesen, aber in den vergangenen zehn Wochen habe es noch keinen Durchbruch durch ein Wildtier gegeben. Die Kombination von Strom, Geräuschen und Geruchsstoffen wirke offenbar gut.
Gut 51.500 Euro habe die Beschaffung des Zaunes gekostet, 16.500 der Aufbau, rund 12.000 die Unterhaltung in den ersten beiden Monaten. Der Zaun muss täglich kontrolliert werden. Einen Teil des Geldes werde das Land erstatten, so die Amtstierärztin.
Jetzt überlege man, die Schutzanlagen zu verstärken. Aktuell werde der Bau eines festen Zaunes diskutiert. Man prüfe, welche Kosten dadurch entstehen. In die Debatte über den Kreishaushalt wird die Afrikanische Schweinepest aber nicht weiter einfließen. Ein Ausbruch der Seuche und die Folgen seien derzeit einfach nicht planbar, deshalb werde man im Notfall mit überplanmäßigen Ausgaben arbeiten. Die könnten, wenn denn wirklich ein Fall auftritt, immens sein, denn dann wird viel Personal gebraucht, beispielsweise für die Suche nach verendeten Schweinen.
In Belgien, wo die Afrikanische Schweinepest bereits aufgetreten ist, wurden allein 60 000 Stunden für die  so genannte Fallwildsuche aufgewendet. Hinzu kommen die Kosten für die fachgerechte Entsorgung toter Tiere, die in speziellen Behältern aus dem Wald geschafft werden müssen. 95 Prozent der erkrankten Schweine, erinnerte Petra Senger, würden an der Krankheit zu Grunde gehen.
Der Aufbau des Schutzzaunes an der Grenze sei auch mit Hinblick auf einen möglichen Krankheitsausbruch sinnvoll gewesen. "Das hat gezeigt, dass wir innerhalb eines Tages gut 20 Kilometer Zaun stellen können", so die Amtstierärztin. Das sei in etwa die Strecke, die man brauche, um im Fall des Krankheitsausbruchs eine erste Sperrzone einzurichten.
Vor allem aber appelliert Petra Senger an die Jäger, mehr Wildschweine zu schießen. Die Reduzierung der Bestände erfolge noch nicht in dem Maße, wie es notwendig wäre. Die Amtstierärztin fordert da auch mehr Engagement des Landes. Der Kreis leiste seinen Anteil. So verzichtet das Veterinäramt auf die üblichen Gebühren bei der Trichinenschau und habe seine Förderung der Wildfleischvermarktung verlängert. Einen gewissen Erfolg bringt das offenbar. Statt der durchschnittlichen 400 Trichinenschauen  pro Monat habe sich die Zahl jetzt auf 900 mehr als verdoppelt. Dennoch warnt die Amtstierärztin eindringlich: "Die Bachen frischen in den kommenden Wochen. Dann steigt die Wildschweinpopulation rapide an."