Landtagswahl Brandenburg 2024: Warum Björn Langner mehr für Kommunen herausholen will

Björn Langer (BVB/ Freie Wähler) an der Burg Storkow. Der zweifache Familienvater ist seit 2019 Bürgermeister im benachbarten Heidesee, ging in Storkow zur Schule und kandidiert am 22. September 2024 für die Landtagswahl Brandenburg.
Marcel Gäding- Bürgermeister Björn Langner (BVB/ Freie Wähler) kandidiert im Wahlkreis 27.
- Er setzt auf sechs Punkte: Finanz-, Dorf-, Brand-, Umwelt-, Bürger-, Kinder-/Jugendschutz.
- Ziel: bessere Finanzausstattung für Kommunen statt Abhängigkeit von Förderprogrammen.
- Forderungen: weniger Bürokratie, erleichtertes Baurecht, stärkere Daseinsvorsorge.
- Wahl am 22. September 2024; acht Direktkandidaten aus SPD, AfD, CDU, Grünen, Linke, BVB/FW, FDP, DKP.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Insektenparadiesgarten neben der Burg Storkow bietet an diesem heißen Spätsommertag viel Schatten. Natürlich kenne er das Projekt, sagt Björn Langner, der gerade etwas Luft hat zwischen seinen Terminen als Bürgermeister der Gemeinde Heidesee. Denn der 43-jährige Familienvater ist nicht nur Vorsitzender des Tourismusverbands Dahme-Seenland, sondern steht auch dem Kuratorium des Naturparks Dahme-Heideseen vor.
Jener Naturpark stellt eine wichtige Verbindung in der Region dar: Die Landschaft aus Wald, Seen, Radwegen, Dünen und Mooren erstreckt sich über die beiden Landkreise Oder-Spree und Dahme-Spreewald – wie auch der Wahlkreis 27, in dem Langner erneut als Direktkandidat bei der Landtagswahl am 22. September 2024 antritt.
Seine Verbundenheit mit der Region endet nicht an der Grenze seiner elf Ortsteile zählenden Gemeinde Heidesee. Langner ging in Storkow zur Schule, kommt regelmäßig mit Bürgermeisterkollegen aus umliegenden LOS-Gemeinden ins Gespräch.
Ortsbeirat, Gemeindevertretung, Kreistag – und jetzt Landtag
Als er vor knapp fünf Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde, war das ein weiterer wichtiger Meilenstein in seiner langen Liste von Engagements. Berührung zur Kommunalpolitik bekam er als Familienvater, später als Trainer beim Sportverein Prieros „Dahme“. Dann ging es als sachkundiger Einwohner in die Fraktion Pro Heidesee, in den Ortsbeirat, in die Gemeindevertretung von Heidesee, später sogar in den Kreistag. Mit der gewonnenen Bürgermeisterwahl gab er das Mandat jedoch ab.
„Ich bin kein Verwalter, sondern eher ein Gestalter“, sagt Langner. Es gehe ihm um die Sache, nicht um eine politische Karriere, stellt der Wirtschaftsinformatiker klar. „Ich möchte ein Signal setzen, wie wichtig es ist, fern von Altparteien, weit weg von links und von rechts eine wirkliche Alternative darzustellen“, umreißt Langner sein Motiv. Er will Politik machen, die bei den Menschen vor Ort ankommt. „Es geht uns bei BVB/ Freie Wähler darum, eine Politik von Bürgern für die Bürger zu machen und nicht von oben nach unten.“
Der Sechs-Punkte-Plan von Björn Langner
Themen für den Landtag in Potsdam hat er reichlich. Es sind so viele, dass er sich auf sechs Kernpunkte konzentriert: Finanzschutz, Dorfschutz, Brandschutz, Umweltschutz, Bürgerschutz, Kinder- und Jugendschutz. Langner will sich beispielsweise dafür einsetzen, dass die oft finanzschwachen Kommunen finanziell besser ausgestattet werden.
Für Radwege, Straßen- und Brückenbau, Dorfgemeinschaft, Feuerwehr und Schulen reicht oft das Geld in der Gemeindekasse nicht. Hier sieht er Land und Bund stärker in der Pflicht. „Die Steuereinnahmen werden ja von oben nach unten verteilt“, sagt Langner. Und da seien die Kommunen eben die Letzten, die davon etwas abbekommen. Immer nur auf Förderprogramme zu hoffen, sei kein praktikabler Ansatz.
Kommunen sollen selbst entscheiden, wo investiert wird
„Ich glaube, wir haben in allen Städten, Dörfern und Gemeinden dieselben Probleme, aber auch dieselben hellen und regionalen Akteure, die vor Ort genau wissen, wo der Schuh drückt und was die Sorgen und Nöte sind“, sagt Langner. Wenn jede Kommune für ihre pflichtigen Aufgaben die Gelder vernünftig in der Finanzausstattung zur Verfügung hätte, dann wüssten die Kommunen und die regionalen Ortsbeiräte, die Vereine, die Gemeindevertreter der Stadtverordneten am ehesten, was vor Ort gebraucht werde. „Dann ist gelebte Demokratie im Keim auch wieder da.“
Einen Ansatz sieht Langner auch darin, Bürokratie abzubauen, weniger Richtlinien und Verordnungen zu erlassen, mehr Zeit und Geld in die Daseinsvorsorge und in die gleichwertigen Lebensverhältnisse im Land Brandenburg zu investieren. Er schlägt unter anderem vor, das Baurecht für die Kommunen zu erleichtern, damit es keine fünf Jahre mehr braucht, um Schulen oder Feuerwehrgerätehäuser zu planen und zu genehmigen.
Darum muss in Potsdam ein Umdenken stattfinden
„Du kannst auch in ländlichen Gebieten dafür sorgen, dass Kitas, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Straßenbau, ÖPNV, schnelles Internet, medizinische Versorgung, Pfleger, Ältere auch gleichberechtigt über alle Bereiche da sind, bis zum kleinsten Dorf“, sagt Langner. „Aber, wenn das Geld natürlich alleine für die pflichtigen Aufgaben nicht mehr ausreichend ist, dann muss in Potsdam ein Umdenken stattfinden.“
Ärgerlich findet Langner jedoch, dass es bislang nicht gelungen ist, die seiner Meinung nach guten Ideen von BVB/ Freie Wähler im aktuellen Landtag auch zu verwirklichen. „Unsere Anträge werden von den anderen Parteien abgelehnt“, bedauert er. Häufig fänden sich die Themen dann später in Anträgen der übrigen Fraktion wieder, nur anders formuliert. „Leider ist man nicht an der Sache orientiert, sondern an Ideologie und dem Selbsterhalt von Macht“, kritisiert Langner.
Wahlkreis 27: das sind die Kandidaten
Bei der Wahl am 22. September will er das Mandat verteidigen. Insgesamt gibt es im Wahlkreis acht Direktkandidaten. Das sind:
▪ Ludwig Scheetz (SPD, Königs Wusterhausen)
▪ Benjamin Filter (AfD, Schwerin/ LDS)
▪ Christian Schroeder (CDU, Bad Saarow)
▪ Stefan Brandes (B90/ Die Grünen, Schöneiche bei Berlin)
▪ Stefan Ludwig (Die Linke, Königs Wusterhausen)
▪ Björn Langner (BVB/ Freie Wähler, Heidesee/ LDS)
▪ Florian Plathe (FDP, Erkner)
▪ Susanne Steinhardt (DKP, Heidesee/ LDS)
Orte in diesem Wahlkreis: Bad Saarow, Diensdorf-Radlow, Gosen-Neu Zittau, Königs Wusterhausen, Langewahl, Rauen, Reichenwalde, Spreenhagen, Storkow (Mark), Tauche, Wendisch Rietz



