Ausbildung in Oder-Spree
: Firmen suchen Lehrlinge – welcher Beruf passt zu welchem Schüler?

Händeringend suchen alle Branchen nach Fachkräften, aber auch nach Nachwuchs. Die Oberschule in Beeskow macht jetzt vor, wie man Schüler für Handwerksberufe begeistern kann.
Von
Ralf Loock
Beeskow
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  • Bunte Transparente am Eingang: Auf dem Schulhof der Oberschule Beeskow hatten Firmen und Bildungsträger ihre Stände aufgebaut.

    Bunte Transparente am Eingang: Auf dem Schulhof der Oberschule Beeskow hatten Firmen und Bildungsträger ihre Stände aufgebaut.

    Ralf Loock
  • So funktioniert eine Orgel: Thomas Schmidt vom Landesmusikrat erklärt den Schülern Collin Paul (14) und Joel Selchow (14) den Aufbau des Instruments. Auch Orgelbau Sauer aus Müllrose bildet aus.

    So funktioniert eine Orgel: Thomas Schmidt vom Landesmusikrat erklärt den Schülern Collin Paul (14) und Joel Selchow (14) den Aufbau des Instruments. Auch Orgelbau Sauer aus Müllrose bildet aus.

    Ralf Loock
  • Gemeinsam im Einsatz: Silke Köppen, Tino Sradnick und Stefanie Pense (v.li.) begrüßten am Eingang zum Gelände die Besucher. Er ist Lehrer an der Oberschule, die beiden Frauen arbeiten für die Handwerkskammer. Im Hintergrund sieht man den Info-Bereich der Baufirma WBK Hochbau Beeskow GmbH.

    Gemeinsam im Einsatz: Silke Köppen, Tino Sradnick und Stefanie Pense (v.li.) begrüßten am Eingang zum Gelände die Besucher. Er ist Lehrer an der Oberschule, die beiden Frauen arbeiten für die Handwerkskammer. Im Hintergrund sieht man den Info-Bereich der Baufirma WBK Hochbau Beeskow GmbH.

    Ralf Loock
  • Moderne Technik:: An Stand der Firma Stahlwasserbau Beeskow informierten sich Schülerinnen des Rouanet-Gymnasiums; Martin Voss und Jens Hallasch von dem Technik-Unternehmen beantworteten alle Fragen.

    Moderne Technik:: An Stand der Firma Stahlwasserbau Beeskow informierten sich Schülerinnen des Rouanet-Gymnasiums; Martin Voss und Jens Hallasch von dem Technik-Unternehmen beantworteten alle Fragen.

    Ralf Loock
  • Einmal selber ausprobieren: Beim Berufetag informierte auch die Frisurkunst GmbH Beeskow über ihre Ausbildungsangebote. Lena Arndt, Kerstin Höppner, Carolin Schukar (v. re., alle drei von Frisurkunst) leiteten eine Schülerin an, die einmal mit einem Gerät arbeiten wollte.

    Einmal selber ausprobieren: Beim Berufetag informierte auch die Frisurkunst GmbH Beeskow über ihre Ausbildungsangebote. Lena Arndt, Kerstin Höppner, Carolin Schukar (v. re., alle drei von Frisurkunst) leiteten eine Schülerin an, die einmal mit einem Gerät arbeiten wollte.

    Ralf Loock
  • Faszination Landwirtschaft: Diesen Schülerinnen des Rouanet-Gymnasiums gefiel der gewaltige Trecker, der auf dem Schulgelände zu sehen war.

    Faszination Landwirtschaft: Diesen Schülerinnen des Rouanet-Gymnasiums gefiel der gewaltige Trecker, der auf dem Schulgelände zu sehen war.

    Ralf Loock
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Viele Unternehmen in der Region suchen händeringend nach neuen Mitarbeitern, umgekehrt halten viele angehende Schulabgänger nach einem passenden Ausbildungsweg Ausschau und suchen eine Lehrstelle. Die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) will sich im Rahmen des Projektes „Fachkräftesicherung im Regionalen Wachstumskern (RWK) Frankfurt (Oder) / Eisenhüttenstadt“ darum kümmern, dass der Bedarf gedeckt wird. Doch wie sieht dies konkret aus, wie will man die jungen Menschen erreichen, begleiten und beraten?

Eine Antwort lieferte jetzt die Lehrberufeschau des Handwerks in Beeskow. Rund 420 Schüler kamen zu dieser Präsentation auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Oberschule in Beeskow. Es war die erste Aktion dieser Art in der Kreisstadt. Es beteiligten sich das Rouanet-Gymnasium, die Albert-Schweitzer-Oberschule, die Produktionsschule in Fürstenwalde und eine Förderschule aus der Domstadt.

Betriebe aus Oder-Spree präsentierten sich in Beeskow

13 Betriebe aus der Region, darunter Stahlwasserbau Beeskow, die WKB Hochbau Beeskow GmbH und das Autohaus Bohlig, sowie Bildungseinrichtungen hatten an diesem Tag in Beeskow ihre Stände aufgebaut, viele Schüler schlenderten von Abschnitt zu Abschnitt, einige schauten nur, andere hatten konkrete Vorstellungen.

Übungen am Modell von Orgelbau Sauer in Müllrose

Collin Paul (14 Jahre) aus Lindenberg und Joel Selchow (14) aus Ranzig betrachteten ein Instrumenten-Modell der Firma Orgelbau-Sauer in Müllrose, während Collin noch keine Berufswünsche hat, ist für Joel klar: „Ich werde Lokführer oder Landwirt“.

Lehrer der Oberschule Beeskow im Einsatz

Die Leitung in Beeskow hatten an diesem Tag Tino Sradnick, Lehrer an der Oberschule und Verantwortlicher für die Berufsorientierung, sowie Stefanie Pense von der Handwerkskammer in Frankfurt; sie ist dort als Assistentin in der Abteilung Berufsbildung für das Projekt „Fachkräftesicherung im Regionalen Wachstumskern (RWK) Frankfurt (Oder) / Eisenhüttenstadt“ zuständig.

Handwerkskammer Frankfurt blickt auf den hohen Personalbedarf der Unternehmen

Die Handwerkskammer wird im Rahmen dieses Projektes für den Zeitraum bis Ende Dezember 2024 verschiedene Maßnahmen zur Fachkräftesicherung realisieren. Der Fachkräftebedarf bei den Unternehmen ist in der Oder-Spree-Region weiterhin hoch und wird die Wirtschaft auch künftig vor große Herausforderungen stellen. Zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes nach der Pandemie kommt es vor allem darauf an, Ausbildungsbetriebe zu unterstützen, ihr Ausbildungsangebot zu erhalten bzw. zu erhöhen und jungen Menschen eine Berufsorientierung zu geben. Dazu soll dieses Projekt beitragen.

Drei Durchgänge auf dem Gelände der Oberschule Beeskow

Tino Sradnick und Stefanie Pense hatten an diesem Tag viel zu organisieren, denn die Schüler betraten in drei Durchgängen das Gelände. Jeder Durchgang dauerte zwei Unterrichtsstunden, also etwa 90 Minuten, und bestand aus sechs Schulklassen, die zeitgleich auf dem Areal unterwegs waren. Dann kam der nächste Schwung dran. Dabei betonte der Pädagoge, dass er bestens mit Susanne Tietz vom Rouanet-Gymnasium, sie betreut dort als Lehrerin den Bereich Berufsorientierung, zusammengearbeitet habe.

Die Vielfalt des Handwerks kennenlernen

In der Handwerkskammer verfolgte Michael Thieme aufmerksam die Beeskower Schau. „Das Konzept der Lehrberufeschauen ist Berufsorientierung durch Handwerksbetriebe auf dem Schulhof“, erläuterte er. Ziel sei es, die Vielfalt des Handwerks kennenzulernen – „Berufsorientierung zum Mitmachen und Ausprobieren.“ Wer noch keinen Plan hat, wie es nach der Schule weitergehen kann, der kann sich mit wachen Augen und mit flinken Händen an der Werkbank ausprobieren. „Schnuppert in die Gewerke, trefft Meister und Gesellen regionaler Betriebe, fühlt ihnen auf den Zahn – lasst euch die Berufe und Karrierechancen genau erklären. Probiert es aus“, so Thieme. Denn das Handwerk umfasse nicht ausschließlich Bauberufe, sondern: „Zu den über 130 Lehrberufen gehören z. B. auch Friseure, Augenoptiker, Hörakustiker, Bäcker, Elektroniker, Zahntechniker, Orgelbauer, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer, Fotografen und viele weitere Fachrichtungen“, lud Michael Thieme ein.

Bereits Präsentationen in Neuzelle und Eisenhüttenstadt

Und Michaela Schmidt, Abteilungsleiterin Berufsbildung in der Handwerkskammer, ergänzte dazu: „Wir freuen uns, dass wir nach Neuzelle und Eisenhüttenstadt am Dienstag in Beeskow die Premiere der Lehrberufeschau des Handwerks durchführten. Interessierte Schüler konnten Praktika vereinbaren oder sich auf freie Ausbildungsplätze bewerben. Unterstützung gab es auch durch die Inklusionsberaterin und die Willkommenslotsin der Handwerkskammer.“

Weitere Lehrberufeschauen sind für die nächsten Monate vorbereitet: Am 28. August im Albert-Schweitzer-Gymnasium in Eisenhüttenstadt und am 5. Oktober im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum (ÜAZ) in Frankfurt.