Medizin
: Ein Projekttag, der an die Nieren geht

Von Schockraum bis Urologie: 25 Beeskower Fontane-Grundschüler erkunden das Frankfurter Klinikum in Markendorf.
Von
Peggy Lohse
Frankfurt (Oder)
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Wiederbelebung ganz nah: Dr. Bernhard Flasch (M.), Chefarzt der Zentralen Notaufnahme des Frankfurter Klinikums, zeigt den Beeskower Fontane-Grundschülern, welche Instrumente und Behandlungsmittel es im Schockraum gibt. Bei der Reanimation werden Elektroschocks über weiche, auf dem Brustkorb aufgeklebte Pads übertragen.

Peggy Lohse

Wie funktioniert ein Krankenhaus? Was passiert mit einem Notfallpatienten? Was macht eigentlich die Niere und was passiert, wenn sie nicht richtig funktioniert?

Als Begleitung oder gar Patienten waren einige der 25 Fontane-Grundschüler aus Beeskow, die am Montag das Frankfurter Klinikum besuchten, schon öfter auf dem Markendorfer „Gesundheitscampus“. Aber an diesem Projekttag sehen sie mehr.

In der Notaufnahme zeigt Chefarzt Dr. Flasch die Blutabnahme-Stelle und den Rettungswagen „Jerry“. „Tom“ ist wohl gerade im Einsatz. Die lustigen Namen ständen auf den Türen, erklärt Flasch, damit den Rettern schnell gesagt werden könne, welcher Wagen vorbereitet sei.

Die vielen Geräte und Hinweise im Schockraum beeindrucken dann nicht nur die Kinder: „Das ist unser Heiligtum“, betont auch Flasch. Und dass der Röntgenraum sich direkt anschließt, ist auch eine nützliche Besonderheit, die nicht in allen Kliniken gegeben sei. „Das ist in Frankfurt richtig cool“, so Flasch stolz.

An der Alarmtafel im Eingangsbereich steht, dass es am Morgen schon fünf Notfälle gegeben hat. Darunter einen wegen Nierenproblemen. Da wird Dr. Sören Promnitz, Chefarzt der Urologie, gleich ganz Ohr. Sein Spezialgebiet. Manchmal würden diese Patienten gar per Helikopter eingeflogen. Den Landeplatz hatten die Schüler schon gesehen.

Promnitz wohnt in Beeskow. Von seiner Klinikstation im neunten Stock aus kann man „bei schönem Wetter die Marienkirche und die Spanplatte in Beeskow sehen“, zeigt er. Dann geht es an die Nieren von Schüler Tom: An seinem Beispiel zeigt Promnitz per Ultraschall, wie gesunde Nieren aussehen. Sogar Toms Atmung kann laut angehört werden. Die Schüler besuchen im Anschluss noch einen echten Operationsraum, simulieren die veränderte Wahrnehmung älterer Menschen.

Schülerführungen gibt es im Klinikum öfter – auch, weil das Krankenhaus händeringend nach Auszubildenden sucht. Darum war auch die Ausbildung ein Teil des Rundgangs. Dieser Projekttag war dennoch ein Experiment mit einer so jungen Klasse. Aus dem Elternkreis war das Interesse gekommen, erzählt Promnitz. Außerdem besucht sein Sohn die Klasse. Er konnte den Kontakt zum Klinikum organisieren und den Tag begleiten.