Musikschule: Ein Fagott macht das Orchester komplett

Neues Instrument: Anette Hüfner hatte mit dem Fagott viel Spaß. Musikschul-Lehrer Alexander Voigt sorgte dafür, dass die Beeskowerin ein paar schöne Töne hören konnte.
Jörg Kotterba„Wir haben Alexander Voigt als Honorarkraft gewinnen können. Er ist seit 2006 stellvertretender Solo–Fagottist beim Rundfunk–Sinfonieorchester Berlin“, informiert Jürgen Wesner, Regionalleiter der viergeteilten Musikschule Oder–Spree. In Beeskow arbeitet er mit sechs hauptamtlichen und 25 Honorarkräften. Sie betreuen mehr als 450 Schüler.
Wesner hat vor knapp 30 Jahren das Jugendblasorchester aufgebaut und sagt nun stolz: „Mit dem Fagott wird unser Klangkörper endlich komplett.“ Der vierjährigen Wickie Winter und auch Oma Anette Hüfner gelang es, dem formschönen und ziemlich schweren Holzblasinstrument tiefe, schöne Töne zu entlocken. „Wickie ist fürs Fagott ja noch zu klein. Aber in drei Jahren...“, blickt Anette Hüfner voraus. Ihre Enkelin geht in die Kita Spreespatzen, wo musikalische Früherziehung groß geschrieben wird.
Alexander Voigt, der Anfang bis Mitte der 1980er–Jahre in Weimar an der Hochschule für Musik Franz Liszt studierte und auch schon als Solo–Fagottist zu den Bayreuther Festspielen eingeladen wurde, sucht interessierte Mädchen und Jungen, die sieben Jahre und älter sind. „Die Raiffeisen–Stiftung hat uns die Fagott–Käufe ermöglicht. Auch mit MOZ–Hilfe wollen wir uns bedanken“, informiert der 62–jährige Wesner. Er lobt auch seinen Förderverein. „Er stärkt vor allem unsere Ensemble–Arbeit.“
Über mangelndes Interesse konnte sich Sonnabend Burkhard Mikolai nicht beklagen. Der 56–Jährige gibt Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen Unterricht mit der Akustik–, Konzert– und E–Gitarre. Hoch motiviert durch den eigenen Bruder Norbert und die Band „Wahkonda“ bekam er mit 14 seine erste Gitarre. Seine Leidenschaft und Liebe zum Saiteninstrument gibt er längst an seine Schützlinge weiter. Vielleicht sind eines Tages Lena Konopka (5), Mia Jurisch (10) und die ein Jahr ältere Anna Schmidt dabei. Sie sichtlich Spaß am Gitarren–Spiel.
Was Musikschul–Chef Jürgen Wesner umtreibt: „Die Rente steht in wenigen Jahren vor der Tür. Wer tritt meine Nachfolge an? Was wird aus dem JBO, dem Jugendblasorchester? Dort ändern sich ständig die Gesichter, weil der eine mit der Lehre außerhalb von Beeskow beginnt, der andere irgendwo studiert.“ Der demografische Wandel gehe auch am JBO nicht vorbei.