Nach Sanierung: Stremmener Gutshaus wird vielfältig genutzt

Stolz präsentiert Gerd Mai, Bürgermeister der Gemeinde Tauche, das Gutshaus in Stremmen, welches 2018 umfassend saniert wurde und jetzt vom Bundeswirtschaftsministerium als ELER-Projekt des Monats September ausgezeichnet wurde.
Monika Rassek„Das Gutshaus zu sanieren ist ein lange gehegter Wunsch der Gemeinde“, sagt Gerd Mai, der bereits seit 1978 die Geschicke in der Gemeinden als Bürgermeister lenkt. „Aber wir konnten die notwendigen Eigenmittel viele Jahre einfach nicht aufbringen.“ Nach einer ziemlich langen Wartezeit gelang es aber schließlich doch noch: „Die im Objekt befindlichen und vermieteten Wohnungen haben sich als Vorteil erwiesen, denn dadurch kann die Gemeinde Geld generieren.“
Dach und Fassade neu
Zudem gab es Unterstützung vom Verein „Lokale Aktionsgruppe Oderland“ (LAG), der seit 15 Jahren Akteure im ländlichen Raum bei der Umsetzung von Projektideen begleitet. Innerhalb der letzten sieben Jahre half die LAG bei der Realisierung von 390 Projekten. EU, Land und Bund beteiligten sich dabei mit 50,2 Mio. Euro. Zum Vorstand der LAG gehört auch der Taucher Bürgermeister.
Jetzt erstrahlt das Domäne-Gutshaus in neuem Glanz. Eine Komplettsanierung der Dachkonstruktion und der Dachhaut sind 2018 genauso erfolgreich abgeschlossen worden wie die Neuverfugung der schönen Ziegelsteinfassade, der Wärmedämmung und die Sanierung der Regenwasserableitung. Wie Ministeriumspressesprecher Jens-Uwe Schade schreibt, belaufen sich die Gesamtkosten dafür auf 431 026 Euro, die ELER-Förderung umfasst 319 141 Euro und der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 111 895 Euro.
Leben im Gutshaus
„Demnächst werden noch die Kronen der Bäume vor dem Haus wieder zu Kugeln gestutzt“, merkt Mai an. Dann sei das Gesamtbild wieder perfekt. Insbesondere die Holzverzierungen am Dach kommen wieder gut zur Geltung. Am meisten freut den Bürgermeister jedoch, dass das Gutshaus mit Leben gefüllt ist: „Im Haus befinden sich vier kleinere Wohnungen und weitere Räume, die vom Demokratischen Frauenbund für verschiedene Aktivitäten wie Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden“. Darüber hinaus werden Räume für Veranstaltungen und für die Treffen des Ortsbeirates im Sinne eines Dorfgemeinschaftsraumes genutzt.
Ortsvorsteher Maik Michaelis sagt: „Es ist schön, dass wir uns hier treffen können oder auch feiern. Hochzeiten beispielsweise. Drei große Räume gibt es genauso wie Küche und Terrasse. Das macht vieles möglich.“ Aber auch für Wahlen und Sport werden die Räume genutzt.
Heute ist Bürgermeister Mai sehr zufrieden, dass sich das Gutshaus in kommunalem Besitz befindet: „Gedanken haben wir uns nicht gemacht, als wir das Objekt mit dem Ende der DDR übernahmen. Einzig die vorhandenen Wohnungen waren ausschlaggebend. Diese vermieteten Räume stärken letztendlich den Haushalt der Gemeinde.“
Dem Abriss entronnen
Das alte Gutshaus sollte schon nach 1945 abgerissen werden. Das jedoch wollten die Bewohner des Ortes Stremmen nicht. Ein Protestgesuch der Einwohner an die damalige Landesregierung verhinderte das letztendlich. Gleiches gilt für den benachbarten Stall und die alte Brennerei. Diese Gebäude befinden sich derzeit in Privatbesitz.
Der ehemalige Gutshof ist inzwischen zum Dorfplatz umgestaltet worden. Die Einwohner des Dorfes engagieren sich noch immer für den Erhalt der ortsbildprägenden Gebäude. Das Stremmener Gutshaus wurde in Massivbauweise aus gebrannten Ziegeln errichtet. Das Gut Stremmen war Königliche Domäne und bis 1945 Staatsdomäne.
