Herausragenden Beifall und Bravo-Rufe hat auch der spanische Bass-Bariton Ricardo Llamas Márquez mit seinem verwegenen Auftreten bei der Registerarie aus Mozarts "Don Giovanni" und bei Donizettis "Liebestrank" geerntet, vor allem aber durch seinen temperamentvollen, kräftigen Gesang. Snezana Nena Brazaković, der Künstlerischen Leiterin und Seele des Ganzen, tut es leid, dass nicht mehr Preise zur Verfügung stehen. "Wir haben für die Auszeichnung sehr lange beraten, es war alles sehr eng, was Leistung, Engagement und Lernfähigkeit betrifft", wertete sie aus. Den Interpretationspreis der Sparkasse Oder-Spree erhielt schließlich die Slowenin Neža Vasle. Den Grand Prix aus der Hand des Landrats erhielt die Serbin Jana Marković.
Das 30. Jahr Oper-Oder-Spree war ein großartiger Erfolg bei zwar reduzierten Teilnehmer- und Veranstaltungszahlen, aber voller Auslastung der stark begrenzten Plätze. "Corona sei‘s geklagt", stellt Landrat Rolf Lindemann lakonisch fest. Konnten in den vergangenen 29 Jahren bis zu 24 Teilnehmer begrüßt werden, waren es diesmal nur acht Sänger aus sechs Ländern: Niederlande, Serbien, Slowenien, Frankreich, Spanien und Deutschland.
Kunst als Grundbedürfnis
Mit dabei sein konnten sie nur, weil sie gegenwärtig allesamt in Deutschland studieren oder ein Engagement haben. Das Fehlen der anderen Stipendiaten bedauerte der Landrat besonders, denn "Kunst ist unteilbar, sie bleibt unteilbar, und sie lebt von ihren wechselbezüglichen Impulsen",sagte er in seiner Corona-Rede. "Sie ist in diesem weltläufigen Rahmen unverzichtbar und durch nichts zu ersetzende Ausdrucks- und Erlebensform – ja ein menschliches Grundbedürfnis. Die Teams Regie um Snezana Nena Brazaković und Lars Franke, Dozenten um Insa Bernds und Burg sowie die Sängerinnen und Sänger haben es verstanden, etwas Tolles auf die Beine zu stellen.