Ostern 2026 in Brandenburg
: Riesiges Ei nahe der Oder bei Eisenhüttenstadt versteckt

Zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) entsteht ein riesiges Osterei. Wo das Kunstwerk zu sehen sein wird, wer es gestaltet und wo es eine Osterei-Allee gibt.
Von
Hagen Bernard
Groß Lindow
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Ist halbfertig: Vilma Kronavitt steckt einige Blumen in den großen Eikörper.  Am 21. und 22. März soll das Riesenei den Ostermarkt der Kulturen in Frankfurt (Oder) mit dekorieren, zu Ostern schmückt es die Kirche in Groß Lindow.

Ist halbfertig: Vilma Kronavitt steckt einige Blumen in den großen Eikörper. Was sie mit dem Kunstwerk an Ostern 2026 in Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt vorhat.

Hagen Bernard
  • Zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt entsteht ein riesiges Osterei.
  • Premiere: 21. März 2026 am Eingang der Frankfurter Friedenskirche.
  • Ab Osterwochenende schmückt es die evangelische Kirche in Groß Lindow.
  • Künstlerin: Vilma Kronavitt; Ei ca. 2,5 m, drehbar, mit Kunstblumen.
  • Idee aus Palanga: dort säumen ca. 20 Marguciai eine Promenade.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die litauische Kurstadt Palanga bietet traditionell zu Ostern etwas Besonderes. Die knapp 20.000-Einwohner-Stadt schmückt sich mit riesigen Ostereiern, die als Marguciai bezeichnet werden. Etwa 20 dieser etwa 1,50 Meter großen Eier säumen dort eine Fußgängerpromenade. Je nach Witterung werden diese Rieseneier bereits ein, zwei Wochen vor dem Osterwochenende aufgestellt.

Die Motive bei den anderen aufgestellten Eiern wechseln. Im Jahr 2025 waren es verschiedene baltische Muster, davor unterschiedliche Vereine beziehungsweise Länder oder in einem Jahr auch diverse Märchenmotive.

Ein Hauch dieser festlichen Osterstimmung hält nun auch in Ostbrandenburg Einzug. In einer privaten Garage in Groß Lindow wartet bereits ein solches Riesenei auf seinen großen Auftritt: Zum Ostermarkt der Kulturen am 21. März 2026 wird es am Eingang der Frankfurter Friedenskirche erstmals zu sehen sein. Ab dem Osterwochenende schmückt das etwa zweieinhalb Meter hohe Kunstwerk über die Festtage die evangelische Kirche in Groß Lindow und bringt ein Stück litauisches Osterflair an die Oder.

Litauische Osterei-Tradition inspiriert Ostbrandenburg

Diese 1700-Einwohner-Gemeinde im Amt Brieskow-Finkenheerd ist seit einigen Jahren die Heimat der litauischen Künstlerin Vilma Kronavitt, die sich zusammen mit ihrem Mann Oliver im Verein Kunst, Kultur, Tradition engagiert, der verschiedene Projekte wie diesen Ostermarkt veranstaltet.

Die in Litauen ausgebildete Englischlehrerin hat an der Universität der Künste in Berlin den Masterabschluss für das Lehramt Bildende Kunst erworben und unterrichtet im Fach Kunst an verschiedenen Schulen, unter anderem an der Sportschule in Frankfurt (Oder) und an der Gesamtschule 3 in Eisenhüttenstadt.

Die Idee zu diesem Riesenei hat sie natürlich aus ihrer Heimatstadt Palanga, die sie immer noch regelmäßig aufsucht. „Das Osterfest hat in Litauen eine ähnliche Bedeutung wie in Polen.“ Auch die deutsche Kultur spiele dort beispielsweise in Liedern und Märchen noch eine Rolle.

In Litauen bringt nicht etwa der Hase, sondern eine Osteroma die Eier. Diese werden mit Wachstechniken verziert und auch zum Färben mit Zwiebelschalen, Baumrinde und Kräutern gekocht. Ferner gibt es einige Eier-Wettbewerbe, bei denen die Festigkeit der Schale den Ausschlag gibt.

Deutsch-litauische Wurzeln und kreative Materialien

Deutsch-litauische Wurzeln weist auch dieses Osterei auf. Schließlich ist ihr Mann im Eisenhüttenstädter Ortsteil Fürstenberg aufgewachsen. Da er in Groß Lindow gerade ein Haus renoviert, fand sich beispielsweise noch genügend Styropor für den Eikörper. Kombiniert mit den Resten alter NVA-Tarnnetze, entstand so ein stattliches, etwa zweieinhalb Meter hohes, grünes, ovales Gebilde, für das er noch einen metallenen Sockel schuf. Darauf kann das Osterei mühelos gedreht werden.

Auf Vilma Kronavitt kommt nun mit dem Blumenstecken der künstlerische Part zu. Nur Kunstblumen kommen dafür infrage. „Es gibt solche Eier auch mit echten Blumen, doch das wird zu teuer und hält nicht lange. Seit einem Monat stecke ich schon. Teilweise stammen die Blumen aus Spenden, teilweise habe ich welche gekauft.“

Wie viel sie selbst noch in das Ei investiert, wusste Vilma Kronawitt eine Woche vor dem Ostermarkt der Kulturen noch nicht. Auf alle Fälle sollen die Blumengestecke das Ei gleichmäßig überziehen. Noch sind einige größere grüne Flächen zu sehen.

Doch nachdem bereits so viele Mühen drinstecken, soll das Riesenei sich unbedingt am 21. März 2026 in voller Pracht präsentieren.