Zusammen mit Siegmar Burdag aus Fürstenwalde, der durch die Stiftung Aktion Mensch mit noch einer geringfügig Beschäftigten für sechs Monate bis 5. Oktober als Unterstützung während der Corona-Zeit hier ein Arbeitsstelle bezahlt bekommt, managen sie den gestiegenen Aufwand. Hilfe bekommen sie außerdem durch zwei Bundesfreiwillige und eine Ein-Euro-Arbeitskraft. "Super, super toll – so würdigt die Gesellschaft die Arbeit der Tafeln", ist Siefried Unger zufrieden.

Pandemie steigert Arbeit

Am Tag kommen mittlerweile bis zu 30 Kunden. Das sind mehr als sonst, obwohl vom Stamm viele Ältere wegen gesundheitlicher Bedenken zu Hause bleiben. Aber es seien Corona-bedingt einige Neukunden dazugekommen. Für die Zuhausegebliebenen ist ein Lieferservice eingerichtet worden, wofür sowohl zusätzlicher Arbeitszeitbedarf als auch zusätzliche Benzinkosten anfallen.
Beides spielt auch eine Rolle für die Beschaffung der Lebensmittel. "Es steht uns zur Zeit weniger aus der unmittelbaren Region zur Verfügung", erklärt Geschäftsführer Unger. Darum seien zusätzliche Fahrten nach Fürstenwalde und Erkner nötig. Dreimal in der Woche werde auch eine große Berlin-Tour durchgeführt. Das heißt konkret: Die Tafel ist nun noch klammer bei Kasse als sonst.
"Zum Sprit kommen noch Autoreparaturen, Miete, Betriebskosten, Desinfektionsmittel und Masken", zählt Unger auf. Außerdem wird der "ganz frisch renovierte, neu mit Kühlhaus und Kühlschränken ausgestattete Laden" gerade umgebaut. Unter Mithilfe der Ehrenamtlichen wird die Ausgabestelle vergrößert und eine gemütliche Plauderecke für das "Tafelfrühstück" eingerichtet. Für die Zeit nach der Corona-Pandemie.

Rettende Spenden

"Glücklicherweise bekommen wir täglich Spenden, angefangen von Kleinstbeträgen", ist Unger dankbar. Gerade schneite ihm wieder ein größerer Betrag ins Haus: Manfred Tinius, Gruppensprecher von Euronics Berlin und Brandenburg, der seinen Laden am Markt in Storkow betreibt, kam mit einem Umschlag. In diesem steckten 500 Euro.
Das Geld stamme aus dem Geschäft und wurde aus seiner Privatschatulle aufgerundet, erklärte er. "Wir sind eigentlich alle in der Krise", erklärt Tinius. "Auch unsere Firma hat durch Corona zu knabbern, aber wir geben noch gern etwas ab an die, welche noch ärger dran sind als wir."