"Im Alter von etwa 30 Jahren habe ich als ganz normaler Freizeitreiter angefangen", erzählt er. In diesem Alter reiten andere erfolgreich Turniere, starten bei Pferderennen, jagen über Vielseitigkeitsstrecken und heimsen so manche Medaille ein. Doch genau das ist nicht das "Ding" von Pferdemensch Kukral. Obwohl er durchaus nach Erfolg strebt.
Ihm liegen mehr die leisen Töne, wie der "Weltfrieden" am Herzen, wie er bei einem guten Kaffee lachend sagt: "Dazu gehören Klarheit, Vertrauen und Respekt, bei Pferd und Mensch gleichermaßen." Beim gemeinsamen Umgang miteinander müsse beispielsweise der Zweibeiner Vertrauen in sich selbst und in den Vierbeiner mitbringen, umgekehrt genauso. "Sonst kommt es zu Kommunikationsschwierigkeiten, die den Frieden stören."
Der gebürtige Schwabe muss es wissen, hat er doch in München Psychologie, Soziologie und Kommunikationswissenschaften studiert. Irgendwann entschloss er sich aber, in seinem Leben etwas ganz anderes zu machen. Über Umwege kommt er nach Krügersdorf, kauft einen Hof und entdeckt die Pferde für sich. Das war 2002. Inzwischen hat er ein vielschichtiges Unternehmen rund um die Tiere aufgebaut. Unterstützt wird er dabei von seiner Lebensgefährtin Angela Breme, Biologin, Pferdepsychologin und Doktor der Naturwissenschaften, wie sie mit einem Lächeln ergänzt.
In ihrem Berufsalltag helfen die Beiden, Menschen mit "schwierigen" Pferden, coachen Teams großer Firmen, organisieren International Deutsche Meisterschaften im Tent Pegging (ehemaliger Kavalleriesport), führen Schauspieler in das Einmaleins des Reitens eins und treten als Stunt-Leute beim Film auf.
Darüber hinaus gibt Kukral Seminare in "Doma India", einer gewaltlosen Pferdeausbildung in der Tradition argentinischer Indianer, der "Doma India". Die hohe Kunst, was ein Pferd vom Menschen braucht, erlernte er in Südamerika.

Hoch zu Ross durch Berlin

Bei Dreharbeiten schwingt schon mehr ein Hauch von Abenteuer mit. Den Hauptdarstellern des Kinofilms "Bruder Schwester Herz", Karin Hanczewski und Sebastian Fräsdorf, brachten die Zwei die Grundlagen des Reitens bei und durften diese zudem doubeln. "Im Film konnten wir richtig schnell reiten. Und auch am helllichten Tag mit den Pferden am Cottbusser Tor durch Berlin zu reiten und dabei den Berufsverkehr behindern. Das war ein Erlebnis"; schwärmt Angela Breme. Sonst seien sie mit den Pferden eher zum Feierabendbier zur Kneipe nach Reudnitz unterwegs.
"Viele Menschen versuchen, mit einem Pferd so umzugehen, wie mit einem Menschen", erzählt Kukral. Das funktioniert nicht. Wichtiger sei es, Pferde als solche zu verstehen, die Tiere zum Nachdenken zu bringen, sie auf Menschen neugierig zu machen und eine Kommunikationsbasis aufzubauen. "Horsemanship wird diese Methode genannt, die auf einem pferdefreundlichen, respektvollen und fairen Umgang mit dem Pferd basiert", erklärt der Trainer. Strafe sei keine Option. "Wenn ein Mensch mit einem schwierigen Pferd zu mir kommt, versuche ich, aus Reiter und Pferd ein Team zu formen." Dazu gehöre eine konsequente Herangehensweise und auch, Grenzen zu setzen.
Darüber hinaus beschäftigen sie sich mit einer alten Sportart. Erst kürzlich waren sie in Sachen Tent Pegging im Oman unterwegs. Doch inwieweit es eine Weltmeisterschaft oder eine andere Veranstaltung in Beeskow geben wird, sei angesichts der Lage ungewiss. Aber den Fans würden sicher wieder Wettkämpfe geboten, bei denen im vollen Galopp vom Pferderücken aus, ein im Boden steckenden Holzpflock mit einem Speer aufgespießt würde.
Was bleibt bei so viel Pferdespaß noch zu wünschen? "Wir würden gern selber mehr und öfter reiten, im Gelände", kommt es wie aus einem Mund.