Polarlichter über Oder-Spree: Magische Farben am Himmel in Lindenberg

Polarlichter - ein Foto aus der letzten Nacht, aufgenommen in Tauche, Ortsteil Lindenberg.
Michael Wollenberg- Michael Wollenberg fotografierte Polarlichter in Lindenberg.
- Polarlichter werden 2024 wegen starker Sonnenaktivität bis in die Alpen sichtbar sein.
- Beste Zeit zur Beobachtung ist um Mitternacht bei klarem Himmel gen Norden.
- NOAA prognostiziert Sonnenstürme zur Vorhersage von Polarlichtern.
- Kommende Nacht wird ein Index von vier bis fünf erwartet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Polarlichter – das faszinierende Naturschauspiel der Farben in der dunklen Nacht verlockt Fotografen und Schaulustige immer wieder dazu, gespannten Blickes gen Himmel zu schauen. Reisegesellschaften bieten Touren in die skandinavischen Länder und versprechen grandiose Bilder. Doch soweit muss man nicht reisen. Das musste auch Michael Wollenberg aus Lindenberg, Gemeinde Tauche, für seine gelungenen Polarlichtfotos der letzten Nacht nicht tun. „Na, ganz normal, bei mir zu Hause im Garten“ hätte er gestanden, antwortet er auf die Frage nach seinem Tipp für einen guten Foto-Standort.
Michael Wollenbergs Garten ist für die eifrigen Polarlicht-Fotografen, die kommende Nacht ihr Glück versuchen möchten, sicherlich zu klein. Zu sehen sind die nächtlichen Lichtspiele auch an anderen Stellen in Oder-Spree. Irgendwie sind sie auch zunehmend weiter südlich sichtbar, nicht „wie früher“ beschränkt auf den Norden. Das Gefühl bestätigt auch Alex Geier, als meteorologische Fachkraft tätig im Meteorologisches Observatorium Lindenberg. „Wir haben viele wissenschaftliche Aufgabengebiete hier in Lindenberg“, erklärt er, verweist für fachliche Auskünfte zu Polarlichtern jedoch auf die Zentrale des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.
2024 ist ein starkes Sonnenjahr – Polarlichter bis in die Alpen
Dass es nicht nur ein Gefühl ist, Polarlichter immer weiter südlich beobachten zu können, bestätigt schließlich Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn aus der Wetterdienstzentrale in Offenbach. „Wir haben ein sehr starkes Sonnenjahr“, erklärt die Wissenschaftlerin. Das geschehe in einem Elfjahreszyklus. Das Jahr 2024 sei schon seit Jahren bekannt als das prädestinierte Polarlichtjahr. „Wir haben in diesem Jahr sehr starke Sonnenstürme und dadurch sehen wir einfach viel weiter im Süden auch die Polarlichter.“
Bis in die Alpen sind die Polarlichter den Angaben der Diplom-Meteorologin zufolge zu beobachten. „Wenn Sie auf Webcams aus der Alpenregion gucken von letzter Nacht, sind die Berge hervorragend zusehen, teilweise jedenfalls. Aber auch die Polarlicht-Bilder aus den Alpen sehen“, erklärt sie. Dieses Jahr sei das Polarlicht-Highlight, das gehe die nächsten Jahre wieder zurück. Erst zirka 2035 wird es, dem Zyklus folgend, wieder soweit sein.
Einem Rat von Jacqueline Kernn zufolge ist die beste Position und vor allem auch Uhrzeit für Schaulustige und Fotoenthusiasten ein Platz unter freiem Himmel in einer klaren Nacht und freiem Blick gen Norden oder Nordwesten gegen Mitternacht. Die Zeit also, die Mystik des Polarlichtes, wo in den „alten Mären die bösen Geister auf ihren bunten Himmelsstürmen daher reiten.“
Polarlichtvorhersage Oder-Spree für kommende Nacht
Weniger mystisch, wenn auch mit zuweilen unwägbaren Variablen im All, arbeitet Kernn zufolge die National Oceanic and Atmospheric Administration, kurz NOAA, an den Vorhersagen. Die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten versuche auf Basis von Statistiken die Sonnenstürme und ihr Auftreffen auf die Erde zu berechnen. Die Werte werden der Diplom-Meteorologin zufolge in einem Index angegeben. „Und da war jetzt vergangene Nacht der Index bei sieben für unsere Breiten“, so die Wissenschaftlerin. Für die kommende Nacht prognostiziere NOAA aber nur noch einen Index von vier bis fünf.


