Post: Zustellerin und Reiseführerin

Rosemarie Schober mit Abschiedsgeschenk und Fotocollage ihrer Kollegen in der Beeskower Poststelle.
Michael Heider„Manchmal war man auch Reiseführer“, sagt Rosemarie Schober rückblickend über ihre Zeit als Postzustellerin. In der Arbeitskleidung der Deutschen Post sei sie schließlich immer gut zu erkennen gewesen. Ortsunkundige Beeskow–Besucher zögerten dann meist nicht lange, um nach dem Weg zu fragen. Selbst um Tipps für ein gutes Mittagessen sei sie gelegentlich gebeten worden.
Zu helfen fiel ihr nicht schwer, nach 28 Jahren des Zustellens der Post kannte sie sich bestens aus in der Kreisstadt. Ob versteckt montierte Briefkästen oder jüngst vollzogene Adressänderungen, die gebürtige Ragowerin behielt stets den Überblick. Zuvor war sie bereits jahrelang in ihrem Geburtsort im Einsatz. In den insgesamt 44 Berufsjahren seien viele schöne Momente zusammengekommen. „Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen“, sagt sie. Diese Woche lieferte die 63–jährige nun ihre letzten Pakete aus und trat den Ruhestand an. In der Poststelle in der Fürstenwalder Straße wurde sie deshalb festlichst von ihren Kolleginnen und Kollegen verabschiedet. Diese ließen es sich dann auch nicht nehmen, eine liebevoll gestaltete Fotocollage sowie eine bunt verzierte Postfiliale in Miniaturform zu überreichen. Auch ein gemeinsames Essen am reich mit Kuchen und Deftigem gedeckten Tisch gab es noch.
Die Zusammenarbeit mit den Kollegen und den Kunden habe ihr immer viel Freude bereitet. „Doch“, so fügt sie hinzu, „alles hat seine Zeit.“ Neben anstehenden Kurreisen freut sich die zweifache Großmutter nun auf das erste Weihnachten seit Jahren, das sie zuhause im Kreise ihrer Familie verbringen kann. „Sonst habe ich es immer frühestens zum Kaffee geschafft.“