Preisverleihung: Kulturpreis geht an Matthias Alward

Im Kleist-Museum gratuliert Heinz Lassowsky dem Kirchenmusiker Mathias Alward (l) zum Preis der Loscon-Stiftung.
Ralf LoockBevor das Wort ergriffen wurde, sorgte der Musiker Hannes Zerbe am Keyboard für die passende Einstimmung und später für eine angemessene Umrahmung. Zunächst würdigten Heinz Lassowsky und Herbert Schirmer von der in Beeskow ansässigen Loscon-Stiftung in ihren einleitenden Reden das Wirken von Matthias Alward; dieser erhalte den Preis für seine außerordentlichen Verdienste im kirchenmusikalischen Bereich.
Dabei schilderte man in Wort und Bild, dass Alward, 1958 in Radebeul geboren, in seinem beruflichen Alltag gleich viele Tätigkeiten übernehmen musste – vom Dirigent bis zum Texter, vom Regisseur bis zum Grafiker. Darauf ging auch Tilman Schladebach, der Vorstandsmitglied der Stiftung ist, in seiner Laudatio ein. Alward habe einen jährlichen Arbeitseinsatz von mehr als 130 Prozent abgeliefert. Wie das möglich sei? Durch Alwards Begeisterung und seine Erfahrung, wer so viele Jahre und Jahrzehnte lang Oratorien eingeübt hat, der verfüge über eine entsprechende Routine. Durch diesen großen Einsatz sei Alward heute im Beeskower Musikleben der „Platzhirsch“, so Schladebach, dies gelte aber eigentlich auch für den Landkreis und überhaupt auch für die ganze Region. Wobei in den Ansprachen gelegentlich nicht nur Alward gelobt wurde, sondern man auch gleich die Bedeutung der Stadt Beeskow für das Kulturleben in ganz Ostbrandenburg betonte.
Offene Türen zur Welt
Matthias Alward, der in seiner freundlich-ruhigen Art den Preis auf der Bühne entgegennahm, betonte in seiner Dankesrede, dass es nicht die Aufgabe des Kantors sei, zurückgezogen in der Kirche zu wirken, sondern vielmehr sollten die Türen hin zur Welt offen sein: „Um der Menschen willen“. Kultur könne „nur politisch sein. Und Kirchenmusik gehört dazu.“ Daher gab er folgendes Bekenntnis den Zuhörern mit auf den Weg: „Ein Kopf, der denkt, und ein Herz, das fühlt, wird sich ganz zu einer Kultur des Friedens, einer Kultur des Versöhnens, einer Kultur des Bewahrens bekennen. Das geht ganz menschlich ohne Leitkultur, erst recht ohne deutsche. Kultur verbindet über Grenzen, Völker und Religionen hinweg.“
Anschließend konnten die rund 60 Besucher in den Räumen und im Garten des Kleist-Museums ins Gespräch kommen.
