Radtour
: Dem Känguru nach – führt der Leichhardt-Trail von Trebatsch nach Cottbus

Der alte Schulweg des Australien-Forschers Ludwig Leichhardt von Trebatsch nach Cottbus führt heute als Trail Läufer und Radler durch die Region.
Von
Peggy Lohse
Trebatsch/Cottbus
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  • Das schwarze Känguru auf gelbem Grund sowie zahlreiche Info-Tafeln gibt die gesamte Strecke entlang Orientierung. In Oder-Spree sind die Schilder zusätzlich angebracht, in Dahme-Spreewald sind sie in die allgemeine Radweg-Beschilderung integriert.

    Das schwarze Känguru auf gelbem Grund sowie zahlreiche Info-Tafeln gibt die gesamte Strecke entlang Orientierung. In Oder-Spree sind die Schilder zusätzlich angebracht, in Dahme-Spreewald sind sie in die allgemeine Radweg-Beschilderung integriert.

    Peggy Lohse
  • Wo einst sein Geburtshaus im Ortsteil Sabrodt stand, erinnert heute ein Gedenkstein mit Bronze-Tafel an den berühmten Sohn der Gemeinde.

    Wo einst sein Geburtshaus im Ortsteil Sabrodt stand, erinnert heute ein Gedenkstein mit Bronze-Tafel an den berühmten Sohn der Gemeinde.

    Peggy Lohse
  • Baden mit Leichhardt: Um alle englischsprachigen Auszüge aus Ludwig Leichhardts Expeditionstagebuch an der Gedenksäule in Goyatz lesen zu können, muss man sich in den angenehm warmen Schwielochsee wagen.

    Baden mit Leichhardt: Um alle englischsprachigen Auszüge aus Ludwig Leichhardts Expeditionstagebuch an der Gedenksäule in Goyatz lesen zu können, muss man sich in den angenehm warmen Schwielochsee wagen.

    Peggy Lohse
  • Auch eine Panorama-Aussicht über den Schwielochsee ist dem Australienforscher gewidmet: direkt hinterm Ortsausgang aus Sawall in Richtung Zaue. Ob Leichhardt in Downunder auch solche Ausblicke genießen durfte? Bei Mochow wartet übrigens die nächste Leichhardt-Hütte. Dort jedoch mitten im Wald.

    Auch eine Panorama-Aussicht über den Schwielochsee ist dem Australienforscher gewidmet: direkt hinterm Ortsausgang aus Sawall in Richtung Zaue. Ob Leichhardt in Downunder auch solche Ausblicke genießen durfte? Bei Mochow wartet übrigens die nächste Leichhardt-Hütte. Dort jedoch mitten im Wald.

    Peggy Lohse
  • Die Alte Cottbuser Straße ist der wildeste Teil der Strecke: Auf Schotter- und Sandwegen führt sie über die Lieberoser Endmoränein Richtung Spreewald. Unterwegs lädt die "Rampe VI" zum Verweilen ein. Und erzählt von der alten Spreewaldbahn.

    Die Alte Cottbuser Straße ist der wildeste Teil der Strecke: Auf Schotter- und Sandwegen führt sie über die Lieberoser Endmoränein Richtung Spreewald. Unterwegs lädt die "Rampe VI" zum Verweilen ein. Und erzählt von der alten Spreewaldbahn.

    Peggy Lohse
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Sich einmal wie auf einer Expedition fühlen, unbekanntes Terrain erkunden, Gefahren einschätzen und an sicheren Stellen verschnaufen: All das bietet der knapp 60 Kilometer lange Leichhardt-Trail von Trebatsch in der Gemeinde Tauche bis in den Branitzer Park in Cottbus. Die Route ist zuverlässig ausgeschildert, die Wegbefestigung und die Umgebung sind abwechslungsreich. Außerdem halten Tafeln und Ortschaften entlang der Strecke Wissenswertes zu gleich mehreren vertiefenswerten historischen und naturwissenschaftlichen Themen bereit.

Seine erste Expedition führte über 15 Monate und fast 4800 Kilometer von Brisbaine nach Port Essington. Ihr Gelingen machte Ludwig Leichhardt zu einem der größten Entdecker Australiens. Dies und mehr Details über die kränkelnde und hagere Statur des Forschers mit dem wachen Köpfchen und starken Beinen weiß André Parade von der Gesellschaft Ludwig Leichhardt Trebatsch e.V., die das Leichhardt-Museum in Trebatsch betreibt und den kleinen Ort bereits mit zahlreichen Leichhardt-Erinnerungsstücken ausstattete: Ein Gedenkstein liegt vor seinem Geburtshaus in Sabrodt, das erste Haus in der Ludwig-Leichhardt-Straße. Auf dem Trebatscher Leichhardtplatz erinnert eine Holzfigur an das Wesen des Australienforschers. Gegenüber schmückt ein buntes Fliesenwandbild den Start-Rastplatz. Informationstafeln geben dem geneigten Leser wissenswerte Fakten zu Leichhardt und der Gegend auf den Weg.

Wäre Leichhardt nicht auf seiner dritten Expedition 1848, der gewagten Ost-West-Route von Brisbaine nach Perth, verschollen, wäre er womöglich heute der berühmteste Australienentdecker der Welt, meint Parade. So aber kennt man ihn vor allem Downunder – denn noch immer suchen Neugierige nach Spuren von Leichhardts mysteriösen Verschwinden vor gut 162 Jahren. Und eben in Trebatsch, Goyatz und Leichhardts einstigen Schulweg ins Cottbusser Gymnasium. Angeblich soll er ihn oft selbst zu Fuß zurückgelegt haben. Heute können Ausdauerläufer ihn als Trail bezwingen oder Ausflügler mit dem Rad in ein oder – familiengerechter – auch zwei Tagesetappen genießen.

Durch Minenfelder zum Spreewald

Nach einem erfrischenden Bad am Schwielochsee-Strand in Goyatz sollte man sich ausreichend Zeit mitbringen, um ab Mochow auf der Alten Cottbuser Straße die Lieberoser Endmoräne – Vorsicht, Munition im Waldboden! – zu überqueren. Gut, dass an der Hütte „Rampe VI“ der alten Spreewaldbahn eine Rast genossen werden kann. Denn der Weg durch den Wald ist unbefestigt – steinig bis sandig. Dafür wartet hinter den Spreewald-Örtchen rund um Byhleguhre ein komfortabler Abschluss bis zur Stadtgrenze: eine gut ausgebaute Radstrecke. Das Känguru begleiten nun Teufelchen (Lausitz-Radweg) und Gürkchen (Spreewald-Radweg). Und schon ist der Fürst-Pückler-Park Branitz nah: das Ziel der Leichhardt-Tour bald erreicht.

ÖPNV mit Fahrradmitnahme: Bahnhof Beeskow mit RB 36 aus Königs Wusterhausen oder Frankfurt (Oder), per Rad auf Spreeradweg ca. 14 km bis Trebatsch; Cottbus angebunden mit RB 11 nach Frankfurt (Oder), Regionalzügen nach Berlin, Dresden, Leipzig