Am Ende gab es in Friedland vor der Burg sogar ein kleines bisschen Stau. Roswitha Schwarz von der Stadt Friedland war mit ihrer Kollegin gut beschäftigt, den eintrudelnden Radfahrern eine Urkunde auszuhändigen. Die ist Pflicht für die Teilnehmer der Friedländer Sternfahrt, die in diesem Jahr bereits zum 13. Mal stattfand.
Von fünf verschiedenen Orten starteten die sechs Touren, die über unterschiedliche Schwierigkeitsgrade verfügten. Zum ersten Mal wurde für geübte Fahrer auch eine Mountainbike-Tour angeboten. Die größte Gruppe fand sich mit knapp 35 Teilnehmern zur Tour de MOZ ein, die über 44 Kilometer von Friedland aus über  Leißnitz und Grunow wieder an den Anfangspunkt führte.
Viele bekannte Gesichter
"Ich fahre gerne in der Gruppe und man trifft immer viele bekannte Gesichter", sagte der Neuhardenberger Wilhelm Gleininger (79) vor der Abfahrt. Einen Zwischenstopp an der Strecke gab es an der Grunower Dorfkirche. Hier erzählte das Gemeindemitglied Anneliese Richter die Geschichte des Gotteshauses, das 1773 als Fachwerkkirche errichtet wurde. Vor der Weiterfahrt gab es von Annette Hübscher, die die Runde gemeinsam mit Jutta Kilz zum ersten Mal leitete, eine kurze Ansage: "In Richtung Dammendorf gibt es ein Gefälle von acht Prozent, bitte haltet Abstand."
Schon vor 12 Uhr fanden sich einzelne Radfahrer auf dem Friedländer Burghof ein, die den Tag für individuelle Touren nutzten. Darunter waren auch Andrzej Matuszek und Malina Bartkowiak aus der polnischen Partnerstadt Sulecin. "Normalerweise machen wir mit einer polnichen Delegation bei der Sternfahrt mit", erzählte Matuszek. Da in Sulecin  aber Stadtfest sei, seien sie die einzigen polnischen Teilnehmer: "Wir haben beschlossen, von Frankfurt über Friedland und Neuzelle alleine loszufahren." Beide schätzen die gut ausgebauten Radwege in der Region: "In Polen gibt es oft keine Radwege, obwohl sie auf Karten eingezeichnet sind", sagte Matuszek schmunzelnd. Eine Stärkung gönnte sich eine dreiköpfige Gruppe aus Hamburg, die auf ihrer Tagestour von Frankfurt (Oder) nach Lübbenau zufällig den Trubel auf dem Burghof entdeckten: "Das passt uns gut, wir wollten eh gerade Pause machen", sagte Karl Ludwig Faust mit Hamburger Einschlag.
Enkel und Großvater unterwegs
Von den sechs Touren fanden sich die vier Mountainbiker als erstes auf der Burg ein: Gerd Hahn war mit seinem Enkel John (13) zum ersten Mal bei einer solchen Fahrt über unbefestigte Wege dabei: "Ich würde nächstes Jahr wieder mitmachen", sagte John begeistert.
Auf dem Burghof angekommen wurden die Radfahrer vom Akustik-Duo Rainer und Janine begrüßt, zur Stärkung gab es Currywurst sowie Kaffee und Kuchen. Auch die traditionelle Tombola mit Preisen von Fahrrad Müller war wieder dabei. Klaus-Dieter Krüger, der mit Tour 3 von Beeskow über Krügersdorf nach Friedland fuhr, war vom Besuch des Bisonparks fasziniert: "Dieses Mal gab es dort sogar Wildschweine", erzählte er und zeigte Fotos. Zufrieden war auch Tour-de-MOZ-Teilnehmer Wilhelm Gleininger: "Landschaftlich war das eine der schönsten Touren, die ich hier mitgemacht habe", sagte er.
Die nächste Tour de MOZ beginnt am 29. Juni um 9.45 Uhr am Bahnhof Brandenburg (Havel).