Drei bilden heute den Verbund der Streleburgen. Zu finden sind sie im Landkreis Oder-Spree, in Beeskow, Friedland und Storkow. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann alle drei Burgen an einen Tag erleben, wer mehr Zeit für einen Besuch hat, kann Zwischenstation machen.
Beeskow ist dabei als Tourstart ideal. Einen guten Kilometer ist die Burg vom Bahnhof entfernt. 1272 erstmals urkundlich erwähnt, ist sie heute die wohl eindrucksvollste der drei Anlagen. Vernarbte Mauern künden von der wechselvollen Geschichte. Die Burg bot Schutz, war Wohn- und Verwaltungsort und ist heute ein großes kulturelles Zentrum. Dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr sind die Ausstellungen geöffnet. Es gibt Kulturbüros und eine Gaststätte. Im Bergfried zeigt Cécile Wesolowski derzeit die Schau "Flüssige Liebe". Im Musikmuseum gibt es selbstspielende Instrumente, nebenan sind Kunstwerke aus DDR-Zeiten zu bewundern. Die Ausstellung haben Laienkuratoren zusammengestellt. "Alle in die Kunst" ist der Name des Projekts. Wer die letzten Ferientage für einen Besuch nutzt, kann zudem jungen Sängern lauschen, die für die Oper Oder-Spree proben.
Wer sich mehr für die historischen Mauern der Burg selbst interessiert, findet an der nördlichen Außenwand eine Mondsichelmadonna und als Kontrast zur Kunst mittelalterliche Toilettenanlagen. Er kann einen Blick in den Gewölbekeller des Alten Amtes und ins Salzhaus werfen.
Von Beeskow geht es dann sieben Kilometer auf dem Radweg parallel zur B 168 nach Friedland. Rechts und links sieht man über weite Felder und erblickt schon bald das kleine Ackerbürgerstädtchen. Burgherr dort ist Lutz-Bodo Knöfel, Friedländer Ortsvorsteher. Die Burg ist seit 1875 ins städtischem Besitz. "Die Burgmauer ist zu 98 Prozent saniert", freut er sich über das jüngste Sanierungsprojekt. Besichtigen kann man die historische Burgwohnung und die Ausstellung "Tiere unserer Heimat", vielleicht begegnet man auch der weißen Frau und einem Hasen mit Geweih. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Wie in Beeskow gibt es in Friedland nach der monatelangen Corona-Pause erste Veranstaltungen. Am 15. und 16. August werden sämtliche Shakespeare-Werke aufgeführt. In Kurzform natürlich, nur 90 Minuten braucht das Ensemble der Schlossfestspiele Ribbeck dafür. Von Friedland geht es zurück an die Spree. Im vier Kilometer entfernten Leißnitz setzt man mit der Fähre nach Ranzig über. Bis zu 200 Gäste hat Fährmann Maik Slotta in diesem Sommer täglich, vor allem am Wochenende kann es da zu Wartezeiten kommen. Stremmen, Tauche, Falkenberg, Lindenberg und Glienicke heißen einige der kleinen Orte, durch die man über Landstraßen radelt, bis man schließlich nach Wendisch Rietz kommt. Hier empfiehlt es sich, den Weg über die Schafbrücke nach Storkow zu nehmen, ein Steg führt über das Moor am Rande des Scharmützelsees, dann geht es vorbei am Schloss Hubertushöhe und der katholischen Kirche St. Maria. Der gewölbte Holzbau hat einen ganz besonderen Charme. Drei Dachdecker arbeiteten alle 15 Minuten abwechselnd daran, damit eine "wilde Deckung" entsteht, keine persönliche Handschrift sichtbar wird.
Wenig später sind dann die Burgwiesen mit weidenden Wasserbüffeln erreicht, schließlich die Burg selbst. Insgesamt hat man nun knapp 40 Fahrradkilometer in den Beinen. In Storkow wird hinter den historischen Mauern noch Politik gemacht. Im Palas der Burg finden Empfänge statt, tagt der Stadtrat. Geöffnet ist die Burg, die natürlich noch mehr zu bieten hat, täglich von 10 bis 17 Uhr. Touristinformation und Burgcafé laden ein. Als Besucherzentrum für den Naturpark Dahme-Heideseen führt die Burg direkt zu den Naturschönheiten Brandenburgs. Die aktuelle Sonderausstellung hat den wundersamen Titel Wa.Sa.Wi.Sa.Wa. und spricht vor allem Naturforscher an.
In Storkow kann man die Streleburgentour ausklingen lassen. Von dort ist eine Heimfahrt mit der Niederbarnimer Eisenbahn möglich. Wer Zeit und Lust hat, kann weiter fahren zum Scharmützelsee, dem Märkischen Meer, in Bad Saarow Villen bestaunen und hinter Radlow den Radweg nach Herzberg nehmen. Ein Abstecher führt von dort zum Wettermuseum nach Lindenberg. Oder man fährt weiter nach Birkholz zum Gut Hirschaue, einer großen Biowildtierfarm mit Dam- und Rotwild. Von dort ist es dann ein Katzensprung zurück nach Beeskow.

Weitere Informationen vor dem Tourstart


Beeskow und Storkow als mögliche Ausgangs- und Zielpunkte der Tour sind unter anderem mit der RB 36 (www.neb.de/linien/rb36) zu erreichen. Die drei Streleburgen in Beeskow (www.burg-beeskow.de), Friedland (www.friedland-nl.de; Sehenswürdigkeiten) und Storkow (www.storkow-mark.de) stellen sich mit aktuellen Veranstaltungsangeboten auch im Internet vor. Weitere touristische Informationen zu Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten gibt es unter anderem beim Toursimsuverband Seenland Oder-Spree (www.seenland-oderspree.de). Die Fähre Leißnitz verkehrt im August  dienstags bis freitags von 9 bis 19 Uhr, am Wochenende bis 20 Uhr.