Roggenernte
: Mit dem Mähdrescher unterwegs zwischen Pfaffendorf und Wilmersdorf

Ein Anruf bei der Agrargenossenschaft Pfaffendorf und die  Bitte um eine Mitfahrgelegenheit, um das Getreide vom Acker zu holen, verhalfen zum spannenden Erlebnis.
Von
Monika Rassek
Pfaffendorf
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  • Guter Überblick von der hoch gelegenen Fahrerkabine des Mähdreschers: Die zweite Maschine entleert während der Fahrt den gedroschenen Roggen auf die Hänger.

    Guter Überblick von der hoch gelegenen Fahrerkabine des Mähdreschers: Die zweite Maschine entleert während der Fahrt den gedroschenen Roggen auf die Hänger.

    Monika Rassek
  • Zwei hellbraune Staubwolken in der Ferne deuten daraufhin, dass auf dem 26 Hektar großen Feld die Arbeit der Mähdrescher noch nicht abgeschlossen ist.

    Zwei hellbraune Staubwolken in der Ferne deuten daraufhin, dass auf dem 26 Hektar großen Feld die Arbeit der Mähdrescher noch nicht abgeschlossen ist.

    Monika Rassek
  • Unterwegs im Mähdrescher der Agrargenossenschaft Pfaffendorf bei der Roggenernte in der Gemeinde Rietz-Neuendorf zwischen den Orten Pfaffendorf und Wilmersdorf: Geschäftsführer Alexander Wulff und Redakteurin Monika Rassek.

    Unterwegs im Mähdrescher der Agrargenossenschaft Pfaffendorf bei der Roggenernte in der Gemeinde Rietz-Neuendorf zwischen den Orten Pfaffendorf und Wilmersdorf: Geschäftsführer Alexander Wulff und Redakteurin Monika Rassek.

    Jörn Tornow
  • Die Ernte ist eine staubige Angelegenheit, selbst beim Entladen des Korns in die Hänger bilden sich dicke Wolken. Das Getreide wird, wenn die Hänger gefüllt sind, nach Fürstenwalde gefahren, dort gereinigt und auf dem Markt angeboten.

    Die Ernte ist eine staubige Angelegenheit, selbst beim Entladen des Korns in die Hänger bilden sich dicke Wolken. Das Getreide wird, wenn die Hänger gefüllt sind, nach Fürstenwalde gefahren, dort gereinigt und auf dem Markt angeboten.

    Monika Rassek
  • Gelb, hochmodern und von imposanten Ausmaßen: Zwei Mähdrescher schafften es, einen etwa 26 Hektar großen Acker, bestellt mit Brotroggen, innerhalb von etwa 2,5 Stunden abzuernten.

    Gelb, hochmodern und von imposanten Ausmaßen: Zwei Mähdrescher schafften es, einen etwa 26 Hektar großen Acker, bestellt mit Brotroggen, innerhalb von etwa 2,5 Stunden abzuernten.

    Monika Rassek
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Gut gelaunt öffnet Wulff die Tür zur Fahrerkabine, bittet mich herein. Zuvor gilt es jedoch, die schmale, etwas wacklige „Stiege“ zu erklimmen, um auf dem Beifahrersitz in 2,50 Meter Höhe über dem Boden Platz zu nehmen. Tür zu! Der 37–jährige Geschäftsführer, der gelernter Landmaschinenmechaniker ist und 2016 in Pfaffendorf Produktionsleiter wurde, startet die Maschine. Radiomusik erklingt, im Cockpit ist es leise, wohlklimatisiert und die Aussicht aus der Höhe grandios, sofern der Scheibenwischer den Staub vom Sicherheitsglas wischt. Sonnenbebrillt steuert Alexander Wulff den Mähdrescher übers Brotroggenfeld: „Die Sonne blendet und wenn man die ganze Zeit auf das rotierende Schneidwerk schaut, strengt das die Augen an.“ Ein Rotmilan zieht seine Kreise und spät nach Beute. Mein „Chauffeur“ bleibt konzentriert, achtet auf Steine, die im Weg liegen und Rehe, die sich im Feld verborgen haben könnten. „Wir sprechen mit dem Jäger ab, wann wir mähen. Der geht dann sehr früh dorthin und treibt das Wild aus dem Feld“, so Wulff. Es sei ihm wichtig, mit den Menschen zu reden, auch um ihnen einen Bezug zur Landwirtschaft zu vermitteln.

Lenkautomatik mittels magischem Auge für die Fahrtrichtung, Joystick für alle wichtigen Komponenten wie Geschwindigkeit und Regulierung des Schneidwerks, Touchscreen–Computer zum Regeln des Dreschkorbabstands, der Motorauslastung, Drehzahl und des Reinigungsgebläses — also einsteigen, programmieren, starten, zurücklehnen und ein Buch lesen? „Ich bin kein Freund des autarken Fahrens“, erklärt der Chef. Es könne immer etwas sein, wo es schnell zu reagieren gilt: „Ein herumliegender Stein, der das Schneidwerk beschädigen könnte, ist auf keiner Karte eingezeichnet.“ Genauso wenig wie ein parkendes Auto, ein Rehkitz oder spielende Kinder.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Nach etwa zweieinhalb Stunden sind 26 Hektar gemäht und gedroschen. Ein Blick auf den Monitor: Feuchtigkeit des Roggens 14,2 Prozent, Ertrag 5,5 Tonnen je Hektar, eine Momentaufnahme. Für mich heißt es aussteigen. Umgeben von einer braunen Sand– und Staubwolke steuern die Fahrer die Maschinen aufs nächste Feld.