Doch bevor er geht, verabschiedet er sich am 29. November von denen, die ihm in seiner Gemeinde am Wichtigsten sind, den Einwohnern. Er schreibt in seiner Einladung: "Für mich persönlich waren immer wieder die größte Inspiration und die Grundlage für das Entwickeln von Ideen in der Gemeinde, das Gespräch mit Ihnen vor Ort." Und so freut er sich schon auf interessante Gespräche mit den Einwohnern so manchen Tipp für die Zeit nach der Arbeit.
Obwohl, sagt er, loslassen ist  nicht so einfach: "Die Gemeinde ist wie mein viertes Kind." Das verwundert nicht. Schon zu DDR-Zeiten war er in der Verwaltung tätig. der in Apolda geborene Klempert kam 1990 nach Behrensdorf, weil es den Schwiegereltern gesundheitlich nicht  gut ging. Und er wollte sich etwas Neues suchen, aber nie wieder im öffentlichen Dienst. Dann gab es eine Ausschreibung, auf die er sich – auch auf Drängen seiner Frau – bewarb. Schon am 24. Januar 1991 begann er als Leiter der Verwaltungsgemeinschaft mit vier Gemeinden: Buckow, Herzberg, Glienicke und Ahrensdorf. "Ein Glücksfall", wie der Bürgermeister rückblickend sagt.
"Ich konnte unvoreingenommen ran gehen, kannte weder alten Knatsch noch Wendeüberhänge, war parteilos." Zwei Jahre später änderte sich mit der  Ämterbildung im Land Brandenburgs alles. Olaf Klempert wurde Amtsdirektor. Mit der Gemeindereform wurden aus Gemeinden Ortsteile und es galt, Bürgermeister zu wählen. Klempert trat an und gewann – acht Jahre später, 2011, ebenfalls.
Längst nicht alles lief jedoch perfekt. Es gab Tiefschläge, privat – seine Frau starb, ein Sohn verunglückte tödlich und auch dienstlich. Den Radweg von Bad Saarow nach Beeskow hätte er gern noch geschafft. "Die Weichen sind gestellt, doch es fehlt bislang das Geld, 2,5 Mio. Euro", so Klempert. Und auch die Straße durch Herzberg, deren Erneuerung seit 1992 geplant ist, lastet schwer auf der Seele: "Es handelt sich um eine Landesstraße, für die einfach keine Mittel zu bekommen sind." Lediglich ein Abschnitt sei saniert: "Wenn da ein Lkw durchscheppert, knallt es richtig." Der Bürgermeister ärgert sich: "Die Politik  wundert sich, wenn die Leute zur AfD rennen. Dabei liegt es daran, dass sich die Betroffenen wie Menschen 2. Klasse fühlen."

Pläne für Zukunft

Gern erinnert sich Olaf Klempert besonderen Erfolg. Sauen hatte kaum 100 Einwohner, die jedoch aktiv und engagiert handelten, für den historischen Dorfkern und im naturnahen Tourismus. Bei der Beteiligung am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" wurde Sauen erst Kreis-, dann Landessieger und bekam 2017 im Bundeswettbewerb die Goldmedaille. "Das war Klasse", so Klempert. "Immer wieder die Menschen, das Ehrenamt, ohne sie geht nichts. Aber mit ihnen ist alles möglich."
Und was macht Olaf Klempert im Ruhestand? "Auf keinen Fall werde ich Ortsvorsteher oder so etwas. Für Rat und Fragen stehe ich zur Verfügung, aber ich will nicht im Untergrund rumwühlen", so Klempert. Und er wird sich einen Traum erfüllen: "Ab dem Frühjahr studiere ich als Gasthörer Philosophie an der Humboldt-Uni in Berlin.