Sanierung
: In Beeskows Marienkirche beginnt der nächste Bauabschnitt

Für die Wiederherstellung der Nordmauer werden rund 600 000 Euro investiert. Viele Fenster bleiben verschlossen.
Von
Olaf Gardt
Beeskow
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Die nächsten Sanierungsarbeiten finden an der Nordseite der Marienkirche statt. Das schließt die Sakristei und den darüber liegenden Märtyrerchor ein.

Jörn Tornow

Dass es jetzt so weit ist, ist der Tatsache zu verdanken, dass die Kirche ihren zwanzigprozentigen Eigenanteil an den Kosten aufgebracht hat. Die anderen 80 Prozent teilen sich Bund, Land und Stadt.

Gearbeitet wird nach Schilderungen von Kerstin Müller hauptsächlich am Mauerwerk, das zunächst komplett gereinigt wird. Dann ist geplant, Risse mit Hilfe von Altmaterial zu verschließen. Beschädigte Ziegel werden ergänzt oder ausgetauscht, fehlenden durch Ziegelmaterial der Neuen Ziegel–Manufaktur Glindow oder gleichwertige Produkte ersetzt. Kleiner Ziegelfehlstellen können mit Steinersatzmasse ergänzt werden. Die zugemauerten Fenster im Obergeschoss des Anbaus bleiben geschlossen. Praktisch die gesamte Sanierung erfolgt „bestandsanalog“.

Einige Veränderungen wird man dennoch bemerken. die auffälligste Veränderung wird sein, dass die Fenstervergitterung in der Nordvorhalle, die bislang als Wurfschutz diente, ersatzlos demontiert wird. Die schmiedeeisernen Gitter vor den Bleiglasfenstern der Sakristei werden aufgearbeitet, fehlende Scheiben ersetzt. Einige Vergitterungen und Fenster müssen gestrichen werden.

Am Westgiebel werden die alten Elektroanlagen ersatzlos entfernt, vom Ostgiebel der Sakristei verschwinden die Steigeisen. Saniert werden auch die Kellerlichtschächte, die neue Abdeckungen erhalten und Steigeisen, die Kontrollgänge ermöglichen. „Alle Arbeiten“, betont Kerstin Müller, „werden bauarchäologisch und restauratorisch begleitetet.“ Archäologisch auch deshalb, weil im kleinen Rahmen auch Teile der Pflasterung des Kirchhofes aufgenommen werden müssen.

Reinigungsarbeiten sind  im Dachinnenbereich nötig. Dort müssen praktisch alle Flächen, dazu gehören Mauerkrone und Dachinnenflächen, Gewölbe und die Dachkonstruktion „dekontaminiert“ werden. Das bedeutet, dass der Taubenkot feucht abgesaugt und als Sondermüll entsorgt wird.

Innensanierung weiter offen

Dieter Gutsche begrüßte die bevorstehenden Arbeiten. Er betonte, dass die Sakristei der älteste Teil der heutigen Kirche sei. Keine Antwort konnte Kerstin Müller auf die Frage geben, wann und wie es mit dem Innenausbau der Kirche weitergehen wird. Viele Beeskower wünschen sich, dass dort ein neuer Fußboden eingebaut wird. Das wird aber erst passieren können, wenn klar ist, ob die Deckengewölbe wieder eingezogen werden oder es eine andere Abgrenzung des Dachstuhls geben wird. Davon ist nämlich abhängig, wie groß die Heizung für die Kirche, die man in den Fußboden einbauen könnte, dimensioniert werden muss. Und natürlich ist viel Geld für die Finanzierung dieser Arbeiten notwendig. Das für die Fassadenarbeiten genutzte Förderprogramm kann dafür nicht genutzt werden.