Scharmuntzelland Wendisch Rietz: Neue Tiere im Park – warum Liese und Lotte Schwein haben

Tierpflegerin Franziska Rochow mit den beiden Sattelschweinen Liese und Lotte im Scharmuntzelland Wendisch Rietz. Bis zu 30 Kilogramm stehen jeden Tag auf dem Speiseplan der beiden Sauen.
Marcel GädingSeit einigen Wochen bietet sich im Scharmuntzelland ein ungewöhnliches Bild. Bevor der Freizeitpark in Wendisch Rietz für Familien seine Pforten öffnet, hat Familie Gans erst einmal Auslauf. Ganz aufgeregt und kaum zu überhören laufen die sechs gefiederten Bewohner des Mini-Tierparks am Scharmützelsee über das gut 20.000 Quadratmeter große Areal und schnattern alles und jeden an, der sich ihnen in den Weg stellt.
Obwohl sie physisch in der Lage wären, einfach so davonzufliegen, bleiben sie ihrem neuen Revier treu und laufen allmorgendlich schnatternd ihre Runde, bevor es danach wieder auf die eigens für sie gebaute Anlage geht.
„Die Gänse stammen von einem privaten Halter“, sagt Franziska Rochow. Sie ist seit April Tierpflegerin im Freizeitpark Scharmuntzelland und nicht ganz unschuldig daran, dass der Bestand an Tieren um fast zwei Dutzend Zwei- und Vierbeiner zugenommen hat. Jene Gänsegruppe beispielsweise zog Anfang Juni auf der Anlage am Scharmützelsee ein und verschafft sich seither Gehör bei Mitarbeitern und Besuchern.

Sechs Gänse leben seit Kurzem in der "Schnatterarena" des Scharmuntzellands in Wendisch Rietz.
Marcel GädingAuch die Angestellten haben vor den sechs Gänsen Respekt. Franziska Rochow erinnert sich, dass sie unlängst etwas unfreundlich von ihren Schützlingen begrüßt wurde. Sie hatte an diesem Tag nicht wie gehabt ihre blaue Dienstjacke an. Die Gänse vermuteten einen Eindringling. Erst die ihnen vertraute Stimme der Tierpflegerin beruhigte die Wasservögel mit dem schneeweißen Kleid.
Sattelschweine entgehen im Scharmuntzelland der Schlachtbank
In den vergangenen sechs Monaten gab es überall in dem kleinen Tierpark des Scharmuntzellandes tierischen Zuwachs – entweder, weil die Ziegen und Schafe für Nachwuchs sorgten. Oder, weil neue tierische Bewohner einzogen. Zu ihnen gehören auch die beiden Sattelschweine Liese und Lotte, die der Freizeitpark vom Demeter-Hof in Marienhöhe übernahm. Deren Artgenossen werden dort gezüchtet, um am Ende als Wurst oder Schinken im Hofladen verkauft zu werden. Dieses Schicksal bleibt den beiden Sauen im Scharmuntzelland erspart. Dort können sie nach Herzenslust in der Erde wühlen.
Gerade erst haben Liese und Lotte sämtliche Pflanzen auf einer Anlage vertilgt. Jetzt wühlen sie sich nebenan durch das Erdreich, graben einmal komplett um. „Wir haben sogar schon Angebote erhalten, die Schweine zu vermieten“, schmunzelt Betriebsleiterin Alexandra Becker. Denn Liese und Lotte leisten ganze Arbeit, wenn es darum geht, das Erdreich einmal komplett auf links zu drehen.
Tiere im Mini-Tierpark haben pausenlos Hunger
„Die könnten den ganzen Tag nur fressen“, berichtet Tierpflegerin Franziska Rocher. Früh und abends bekommen sie bis zu 20 Kilogramm Futter, darunter gedämpfte Kartoffeln, Getreide, Mais und Rüben. Vieles davon wird im Scharmuntzelland selbst angebaut. Wer die beiden Schweineteenies, die gerade einmal sechs Monate alt sind, beim Spielen beobachtet, wird vermutlich so schnell kein Schnitzel am Scharmützelsee verspeisen. Dass sie nie in der Pfanne oder im Backofen landen, ist das Glück für Liese und Lotte, deren Rasse „Sattelschwein“ vom Aussterben bedroht ist.

Tierpflegerin Franziska Rochow arbeitet seit April im Scharmuntzelland. Sie sorgte unter anderem für Neuzugänge bei den Ziegen, von denen einige vom Spreewald nach Wendsch Rietz umzogen.
Marcel GädingSeltenheitswert haben auch Gustav und Marta. Die beiden Waliser Schwarznasenschafe sehen drollig aus. Ihre Augen sind kaum zu erkennen, das Fell schon schön winterdick.

Die beiden Waliser Schwarznasenschafe Gustav und Marta leben seit einigen Wochen im Scharmuntzelland in Wendisch Rietz. Geschäftsführerin Anja Witzlack und Betriebsleiterin Alexandra Becker setzen unter anderem auf Umwelterziehung und Erlebnispädagogik.
Marcel GädingAcht Monate sind die beiden Schafe jetzt alt, die sich wie Hunde oder Katzen an ihre Tierpflegerin anschmiegen und jede Streicheleinheit genießen. Auf sie, wie auf die Gänse und Enten, wartet ebenfalls ein Leben, das nicht im Schlachthof endet. Weil sie extrem kinderfreundlich sind, dürfen sie übrigens im Rahmen von Führungen gestreichelt werden.
Freizeitpark Scharmuntzelland
► Das Scharmuntzelland, Am Freizeitpark 1, 15864 Wendisch Rietz, ist im Oktober von 10 bis 18 Uhr und von November bis März von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro. Kinder bis 3 Jahre zahlen keinen Eintritt. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 033679 799 788 oder im Internet unter www.scharmuntzelland.de
► Eine Hexenparty findet zu Halloween am 31. Oktober statt. Einlass ist ab 18 Uhr. Zwischen 19 und 21 Uhr gibt es gruselige Musik und viel Unterhaltsames im eigens aufgebauten Zombiepark.
► Am 4. November findet von 10 bis 16 Uhr ein Herbstfest mit Flohmarkt statt. Eintritt: 4 Euro. Es gibt Musik und eine Piratenparty. Außerdem werden an diesem Tag 1000 Euro an die Jugendfeuerwehr von Wendisch Rietz übergeben. Das Geld stammt aus Einnahmen der Bingo-Spiele, für die regionale Partner Preise bereitstellen.



