Das Angebot des Hamburger Unternehmers und Denkmalliebhabers überzeugte in mehrfacher Hinsicht, heißt es in der offiziellen Mitteilung der beiden Gesellschafter der BSG – der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) sowie des Landes Brandenburgs. Besonders hervorgehoben wird, dass Percy Bongers beabsichtigt, dem Schloss mit großem Respekt vor der Kultur und den Bürgern der Region, neuen Geist einzuhauchen.
Schloss wird zum Museum
Das umfangreiche und beeindruckende Werk des Dresdner Malers Theodor Rosenhauer wird im Schloss Groß Rietz ein neues Zuhause finden. "Ich freue mich sehr, dass ich mein Konzept nun in Groß Rietz verwirklichen kann," sagt Bongers, der in Weinböhla geboren wurde und dessen Großvater eben dieser Theodor Rosenhauer, Ehrenbürger Dresdens, ist.
Und auch die zweite Sammlung, die dann in Groß Rietz zu sehen sein wird, liegt in der Familie begründet: "Als meine Großmutter starb, übernahm ich ihre Sammlung von erzgebirgischem Holzspielzeug", so Percy Bongers, der die Sammlungen in einer Stiftung vereinen wird. Und auch die Parkanlage bleibt weiterhin öffentlich zugänglich.
"Das Werk meines Großvaters soll dabei im Mittelpunkt eines künftigen Museumsbetriebs in Groß Rietz stehen", erklärte Percy Bongers bei einem Treffen. Insgesamt drei Sammlungen werde das Schloss künftig beherbergen, die in die Theodor Rosenhauer Stiftung eingebracht und finanziell so ausgestattet sei, dass der Museumsbetrieb ohne staatliche Förderungen auskommen wird. Über Geld spricht der Unternehmer nicht gern. Aber er hat als Pächter schon so einige 100 000 Euro für die Umsetzung seines Plans in das Schloss investiert. Ein Wagnis, denn der Mietvertrag hätte  2022 geendet.
Nun steht den Vorhaben des Unternehmers nichts mehr im Weg. Und seine Pläne reichen inzwischen über das Schloss hinaus. 2019 erwarb Percy Bongers das Gelände mit der alten Brennerei, die jetzt das Areal des Schlosses abrunden und der Region als Kultur-Atelier neue Impulse geben soll. Dr. Skudelny, Vorstand der DSD als Mehrheitsgesellschafter der BSG, erklärte, dass Bongers mit seinem denkmalpflegerischen Konzept, seiner Erfahrung mit Denkmalen, der nachgewiesenen Sicherstellung des Bauunterhalts sowie der Zusicherung der öffentlichen Zugänglichkeit der Parkanlage den Aufsichtsrat besonders überzeugte.
Der Kaufpreis indes wurde nicht genannt. Die Immobilienmakler Engels & Völkers, die das Schloss in Groß Rietz im Auftrag der BSB zum Verkauf anbot, inserierten das Objekt für 1 050 000 Euro – wobei der tatsächliche Preis um einiges darüber liegen dürfte, denn es gab einige Interessenten und das Bewerberverfahren lief über drei Gebotsrunden.

Bauqualität ähnlich gut wie Berliner Zeughaus

Das Schloss Groß Rietz wurde zwischen 1693 und 1700 für Hans Georg von der Marwitz nach Plänen des Architekten Cornelius Ryckwaert erbaut. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kaufte Johann Christoph von Wöllner (preußischer Staatsminister) das Gebäude. Auf ihn gehen Obst- und Maulbeerbäume sowie der Karpfenteich zurück. Auch Wohnungen und ein Kindergarten waren zwischenzeitlich dort untergebracht. Die Qualität des Baus wird mit dem Zeughaus Berlin verglichen, heißt es von der  Stiftung Denkmalschutz. 1999 erwarb die Schlössergesellschaft das Objekt und ließ es bis 2012 für 5,1 Millionen Euro saniert. red