Schweinepest
: Wildschwein-Verzehr ist die beste Prävention

Mit Verzehr von Wildschweinen können Verbraucher in Oder-Spree mithelfen, ein Übergreifen der Schweinepest zu vermeiden.
Von
Jörg Kühl
Beeskow
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Gut abgehangen: Detlef Guthke, Koch und Metzgermeister, bereitet Wildschweinstücke für den Verkauf vor.

Jörn Tornow

Daher werden sowohl das Veterinäramt Oder-Spree, als auch die Untere Jagdbehörde nicht müde, für den Genuss des völlig unbedenklichen Fleisches zu werben.

Noch konzentriert sich die ASP in osteuropäischen Ländern, wie Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Am dichtesten dran: die nordöstliche Hälfte Polens. Das Risiko einer Einschleppung bleibe für Deutschland hoch, teilt das Friedrich-Loeffler-Institut mit. Die für Menschen ungefährliche Tierseuche ASP kann auf Wildschweine übergreifen.

Abschussprämie von 20 Euro

Um die Anreize einer Bejagung zu erhöhen, wurde im Jagdjahr 2016/17 eine Abschussprämie von 20 Euro pro Stück Schwarzwild ausgelobt. Weil das allein wenig fruchtete,  wurde die Prämie ab dem Jagdjahr 2018/19 auf 50 Euro erhöht, aber nur für jene Tiere, die über die Referenzmenge des Jagdjahrs 2015/16 hinaus erlegt werden. Im Jagdjahr 2018/19 traf dies im Kreis auf 673 Tiere zu.

Auf die Wildschweinstrecke insgesamt scheint das Prämiensystem  keine spürbare Auswirkung zu haben. Die Schwarzwildstrecke ist im abgelaufenen Jagdjahr 2018/19 sogar gegenüber dem Vorjahr gesunken, und zwar von 5976 auf 4891 Stück. „Es handelt sich um eine Stabilisierung auf das normale Niveau“, kommentiert Amtstierärztin Petra Senger. Als ein weiteres Instrument versucht die Kreisverwaltung, die Vermarktung von Schwarzwildfleisch zu fördern.

Im Frühjahr 2018 wurde eingeführt, dass jeder Direktvermarkter und Händler pro verkauftem Kilo einen Euro vom Kreis dazu erhält. Voraussetzung ist, dass der Händler/Direktvermarkter dem Jäger mindestens zwei Euro gezahlt hat. Damit solle die Vermarktung des Fleisches angekurbelt, dabei aber der Preis stabilisiert werden, so Petra Senger. Die Festlegung gilt bis Ende des Jagdjahr 2020/21, sie persönlich plädiert für eine Fortsetzung. In diesem Haushaltsjahr wurden für die Förderung der Direktvermarktung rund 15260 Euro ausgereicht, im Vorjahr waren es rund 13500 Euro. Die Zahl der Direktvermarkter ist seit Einführung der Händler-Stütze um zehn gestiegen.

Einer der „Neuen“ ist in Wirklichkeit ein alter Hase: Klaus Reinicke aus Tauche, seit vielen Jahren im Führungsgremium des Beeskower Jagdverbands, ist gerade dabei, seinen Hof entsprechend umzurüsten. Es erleichtere die Vermarktung, wenn man die Tiere in zerlegter Form anbieten kann, meint der erfahrene Jäger. „Man erzielt so wenigstens angemessene Preise.“

Detlef Guthke aus Ranzig ist Jäger, gelernter Koch und sogar Metzgermeister. Er bringt Wildfleisch seit fünf Jahren direkt an den Kunden. Stolz zeigt Guthke seinen mobilen Holzofen, der so geräumig ist, dass man darin ein komplettes Wildschwein am Stück garen kann. Sein Tipp: „Hauen Sie doch mal ein Kotelett aus Wildschweinfleisch in die Pfanne!“ Man könne mit Schwarzwild die selben Gerichte zubereiten, wie mit „normalem“ Schwein, nur sei das Ergebnis eben leckerer, findet der kulinarisch ausgebildete Waidmann.

Die Liste von Wildfleisch-Direktvermarktern auf der Homepage des Veterinäramts Oder-Spree gibt es unter dem Link "Fleischhygiene“.