Sieben Wohnungen unbewohnbar: Drei Verletzte bei Wohnungsbrand in Beeskow
Feuerwehren, Polizei und Rettungswagen parken in der Beeskower Theodor-Fontane-Straße, ein Hubschrauber der DRF Luftrettung steht startbereit auf der Freifläche vor der Fontane-Grundschule. Aus einer Wohnung des Hauses an der Theodor-Fontane-Straße dringt noch Qualm nach draußen. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses stehen am Straßenrand, schauen hilflos den Einsatzkräften bei der Arbeit zu.
„So etwas Schlimmes schon zu Beginn des Jahres. Wir sind alle schockiert“, sagt eine Frau sichtlich bewegt, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Wir haben das Feuer erst bemerkt als eine Frau im Hausflur rief, dass es brennt. Selbst den Qualm haben wir vorher überhaupt nicht gerochen“, so die Hausbewohnerin. Begreifen kann sie das Ganze noch nicht: „Das ist so eine nette Familie, die dort wohnt.“ Fassungslosigkeit zeichnet sich auch auf den Gesichtern der umstehenden Hausbewohnern ab.
Auf Nachfrage beim Einsatzleiter der Feuerwehr, Stadtbrandmeister Alexander Voigt, teilt dieser mit, dass die Bewohnerin der Wohnung, in der der Brand ausbrach und ihre beiden Kinder (vier und sechs Jahre alt) verletzt wurden: „Die Verletzten werden mit Hubschraubern ins Unfallkrankenhaus nach Berlin-Marzahn geflogen.“ Kurz nach zehn Uhr hatte die Feuerwehr das Geschehen unter Kontrolle. Der erste Hubschrauber hebt ab in Richtung Berlin, kurze Zeit später landet ein weiterer vom ADAC und nimmt die Kinder an Bord.“ Der Bereich vor dem Haus wird mit Absperrband gesichert.
Inzwischen ist Steffen Schulze, Kämmerer der Stadt Beeskow vor Ort und schließt die benachbarte Fontane-Schule auf: „In der Schule können sich die Hausbewohner erst mal aufwärmen, solange sie nicht ins Haus dürfen. Wir organisieren noch Getränke und etwas zu essen.“ Als die Bewohner langsam begreifen, dass der Einsatz noch längst nicht abgeschlossen ist, gehen sie hinüber zur Schule, wo sich Rettungskräfte um die Ankömmlinge kümmern.
Am Nachmittag sind drei Familien, die in den unteren Etagen leben, wieder zurück in ihre Wohnungen gekehrt. Sechs Wohnungen sind allerdings derzeit nicht bewohnbar. „Die Familien, die dort gewohnt haben, sind zunächst bei Verwandten und Freunden sowie in Notunterkünften untergekommen“, teilt Steffen Schulze mit. Eine weitere Familie wird am Montag gemeinsam mit der Wohnungsverwaltung entscheiden, ob sie wieder in das Haus zurückzieht.
Polizei ermittelt
Das beschädigte Wohngebäude gehört der kommunalen Wohnungsgesellschaft, die zu hundert Prozent der Stadt Beeskow gehört. „Jetzt muss sich zunächst ein Statiker Haus und Wohnungen ansehen“, so der Kämmerer. Erst dann könne entschieden werden, wie es weiter geht. Erst kürzlich sei der Auftrag zur Ausstattung der Häuser mit Rauchmeldern vergeben worden. „In diesem Fall leider zu spät“, so Schulze.
„Die Beeskower Feuerwehr war mit 37 Leuten vor Ort“, erklärt Alexander Voigt am Nachmittag. Dazu Polizei-Einsatzkräfte aus Beeskow und Frankfurt (O.) sowie Rettungskräfte mit Notarzt aus Müllrose.
Die Kriminalpolizei wird voraussichtlich heute den Brandort untersuchen. Wegen fahrlässiger Brandstiftung wird ermittelt.


