Straßenqualität
: „Straßengutachter“ vermessen Beeskow

Ein Bus mit fünf Kameras und zwei Lasern wird 100 Kilometer der Beeskower Verkehrswege hochauflösend dokumentieren.
Von
Peggy Lohse
Beeskow
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Bei 50 Stundenkilometern kann der "Straßengutachter" noch detaillierte Bilder aufnehmen.

Ingenieurbüro Lehmann + Partner GmbH

Zustand trifft Lage

„Die fünf Kameras sind auf den gesamten Straßenraum ausgerichtet“, erklärt Projektleiter Steve Szatmári–Zink die technische Verfahrensweise. „Von den zwei zusätzlichen Scannern erstellt einer ein 3D–Modell des Belags, der andere kann die Oberfläche abtasten und Unebenheiten feststellen.“ Die Bilderqualität sei auch bei normalem Verkehrstempo innerorts ausreichend. Die Aufnahmen werden automatisch mit Koordinaten versehen, sodass die Zustandswerte auch einen Lagebezug aufweisen. „Innerhalb der Bilder kann man dann messen“, so Szatmári–Zink. Am Ende würden die Ergebnisse als Karte dargestellt und in eine Datenbank eingepflegt. Auch Verkehrszeichen, Laternen und Bäume würden in das neue Geoinformationssystem übertragen.

Der Fahrer muss, während die Technik arbeitet, nur fahren. Insgesamt zwei Wochen sind für die präzise Vermessung der Beeskower Straßen angedacht, dabei betrage die reine Fahrzeit nur etwa drei Tage, schätzt der Projektleiter. Dieser Zeitpuffer sei nötig, um auf die Witterung reagieren zu können. Denn: „Bei Regen funktionieren die Scanner nicht, da können wir nicht fahren.“

Fassaden und Personen sollen nicht aufgenommen werden, auch aus Datenschutzgründen. „Natürlich können wir das nicht ganz ausschließen, obwohl die Kameras nur auf den Straßenraum ausgerichtet sind“, erklärt Szatmári–Zink. Aber einerseits werden die erhobenen Daten ausschließlich zu internen Zwecken der Verwaltung genutzt. Andererseits gebe es, beispielsweise für öffentliche Präsentationen, auch die Möglichkeit, im Nachhinein noch Kennzeichen und Personen unkenntlich zu machen.

Die Stadtverwaltung Beeskow will diese detaillierte Erfassung des Straßenzustands intern nutzen, um die finanziellen Mittel zur Erhaltung und Reparatur von Straßen und Wegen zielgerichteter einsetzen zu können. Mit der angestrebten Überarbeitung des Verkehrskonzepts für die Beeskower Innenstadt (die MOZ berichtete) haben die Messungen nichts zu tun, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Einmal fahren, selbst ergänzen

Auf Basis der ermittelten Zustandsdaten kann dann ein Erhaltungsmanagement erstellt werden. Dafür wird die Erfurter Firma ein Datenbankprogramm erstellen, das die Stadt künftig selbstständig erweitern kann. Die Befahrung, wie das Messverfahren auch genannt wird, ist eine einmalige Aktion. Die Daten sollen dann im Fünfjahresrhythmus aktualisiert werden.

Und falls der große Kamera–Bus nicht alle schmalen Straßen und Wege befahren kann, dann kommt noch ein kleinerer „Kollege“: ein geländegängiges, blaues Quad.