In fünf gemütlich eingerichteten Tipis finden bis zu 30 Personen einen Schlafplatz. Auf der Wiese davor stehen zwei Solarduschen, auch ein überdachter Waschbereich mit modernem Bad und Toilette ist draußen zu finden: "Mein Angebot geht in die Richtung gehobenes Camping", sagt die ausgebildete Erzieherin und Diplom-Umweltplanerin.
Seit fünf Jahren lebt die Mutter von drei Kindern im Teenageralter mit ihrer Familie in Werder, plant ihr Projekt: "Ich musste für den Kredit einen richtigen Businessplan erstellen und ein Konzept erarbeiten", sagt sie. Geholfen habe dabei, dass sie ihre Diplomarbeit im Fach Umweltplanung über ihr Projekt schrieb: "Da habe ich einiges über Auflagen und Bestimmungen gelernt", sagt sie und lacht. Da ein Teil des Grundstücks direkt an der Spree unter anderem an einem besonderen Naturschutzgebiet liegt, durften die Tipis nur am ohnehin schon bebauten Teil des Grundstücks aufgestellt werden.
Die gebürtige Berlinerin hat zu dem Haus in Werder eine besondere Beziehung: "Ich habe es von meinem Großvater übernommen, mir war immer schon klar, dass ich hier etwas aufbauen möchte", sagt sie. Der Erfüllung ihres Traums ist sie nun ganz nah.
Die Tipistangen selbst geschält
In monatelanger Arbeit hat sie gemeinsam mit ihrem Mann, der Architekt ist, das Grundstück umgebaut: Die Holzstangen für die Tipis hat sie aus ihrem eigenen Waldstück gefällt und geschält, die Terrasse in Eigenregie umgebaut. Die Flyer sind gedruckt, eine Homepage in Auftrag gegeben, erste Kontakte zu Tourismusverbänden und der Gemeinde Tauche hergestellt. Die Erzieherin möchte neben Tagesgästen auch Schulklassen beherbergen.
Die "wunderschöne Natur" rund um Werder möchte sie nutzen, um Kindern Naturerfahrungen zu vermitteln: "Ich kann mir auch vorstellen, dass das für Berliner Schulklassen interessant ist", sagt sie.
In Werder, wo Wiesen, Wasser und Wald unmittelbare Naturerlebnisse ermöglichen, wolle sie den Kindern unter anderem mit Bestimmungsbüchern Pflanzen näherbringen.  Auch Werte wie Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme sollen so spielerisch erlernt werden. Mit zwei Pferden, von denen eines noch eingeritten werden soll, können außerdem geführte Reit-Touren durch die Umgebung unternommen werden. Neben den Pferden leben auch ein Hund, Kaninchen und ein Minischwein auf dem Grundstück. Für Individualreisende werden etwa 85 Euro pro Tipi pro Nacht berechnet. Im Preis enthalten sind auch die Nutzung von Fahrrädern, Kajaks, Kochgelegenheiten und Waschräumen.
In Werder selbst gibt es noch das Spreewaldhotel Maschke mit Ferienwohnung und Gastronomie. Neben dem Grundstück der Familie Asamoah liegt außerdem ein Rastplatz für Wasserwanderer: "Ich fühle mich hier einfach wohl mit meiner Familie", sagt sie.
Gerade vor dem Hintergrund, dass an Wasserwanderwegen der Region Übernachtungs- und Versorgungsmöglichkeiten rarer werden, hofft sie, mit ihrer Idee Erfolg zu haben: "In nächster Zeit werde ich sicher einige Wasserwanderer direkt ,abfischen’", sagt sie und lacht. Dies habe kürzlich schon einmal gut funktioniert.
Das Tipidorf trägt den Namen Kuckunniwi: "Das ist ein Stammesname und heißt übersetzt kleiner Wolf", sagt sie.
Informationen gibt Juliane Asamoah unter kontakt@spreewaldtipi.de oder telefonisch unter 033677 80184.