Trockenheit: Hohe Waldbrandgefahr im Beeskower Stadtwald

Förster Wolfgang Heise lässt der Natur im Beeskower Stadtwald ihren Lauf, freut sich, dass die Robinien immer weiter in den Wald hineinwachsen. Die Bäume scheinen gut mit der Trockenheit und dem kargen Boden klar zukommen.
Monika RassekAuch Wolfgang Heise, Förster des Beeskower Stadtwaldes, sieht die derzeitige Lage kritisch. Hier im Wald stehen meist Kiefern. „Der Boden ist bis zu einer Tiefe von etwa 2,5 Meter ausgetrocknet. Ein Ergebnis der Trockenheit der letzten zwei, drei Jahre: Der wenige Regen, der gefallen ist, reicht bei weitem nicht aus. Verdunstet gleich wieder.“
Ein Funke genügt
Im Auftrag der Stadt Beeskow bewirtschaftet Heise die etwas mehr als 500 Hektar große Waldfläche seit 2004, kümmert sich um Holzeinschlag, Pflegemaßnahmen und Aufforstung. Während am Wegesrand das Gras noch grün ist, wird es bei jedem Schritt in den Kiefernwald hinein trockener. „Es bildet sich nicht mal mehr Tau“, sagt er besorgt. Das seien die tropischen Nächte, in denen die Temperatur kaum mal unter 20 Grad fällt.
„Für einen Brand reicht eine kleine Kippe, wie sie oft leichtsinnig aus den Fenstern vorbeifahrender Autos geschnippt wird“, so Heise. Dazu ein kleiner Windzug und schon könne es zur Katastrophe kommen. Auch wenn der Beeskower Stadtwald im Vergleich zur Gesamtwaldfläche Brandenburgs (rund 1,1 Millionen Hektar, also 37 Prozent der Landesfläche) vergleichsweise klein ist, sind die Schäden eines Feuers groß. Heise appelliert daher an jeden Waldbesucher, in Anbetracht der hohen Brandgefahr alles zu unterlassen, was zu einem Brand im Wald und in der Feldflur führen könnte.
Wie das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz informiert, verursacht der Mensch 90 Prozent aller Waldbrände und mit bis zu 99 Prozent der Waldbrandschadflächen. Blitze seien die einzige natürliche Ursache für das Entstehen von Waldbränden. Aus diesem Grund seien die Strafen für die Verursacher sehr hoch angesetzt: Ordnungswidrigkeiten können gemäß Waldgesetz mit einer Geldstrafe von bis zu 20 000 Euro geahndet werden. Dazu kommt, dass die Wälder streng überwacht werden.
Kiefernwald sehr gefährdet
Der Förster weiß auch, dass der Kiefernbestand durch Feuer besonders gefährdet ist: „Laubbäume sind diesbezüglich besser geeignet. Aber die Kiefer übersteht die Trockenheit wegen ihrer Pfahlwurzeln besser als so manche Laubbäume.“ Umforsten mache da nur Sinn, wenn der Boden das auch hergebe. „Interessant zu beobachten ist jedoch, dass die Robinien in den Wald hineinwachsen“, erzählt Wolfgang Heise. Die Bäume, die entlang der Radinkendorfer stünden, hätten sich allein vermehrt: „Die Natur schafft es also wahrscheinlich selbst, sich den Gegebenheiten anzupassen.“ Der Förster wird die Entwicklung, die die Natur angeschoben hat, weiter beobachten. „Das Holz der Robinie ist robust und haltbar, daher für den Spielplatzbau oder zur Verwendung als Koppelpfahl sehr gefragt und somit auch wirtschaftlich attraktiv. Ein Festmeter Holz bringe etwa 65 Euro, von der Kiefer in gleicher Qualität (Möbelholz) lediglich 40 bis 50“, erklärt der erfahrene Förster, der seinen Beruf bereits seit 40 Jahre ausübt.
