Verein: Durch ruhige Gewässer: Storkower Ruderverein feiert 100 Jahre

Stimmungsvoll: Beim Sommerfest unternahmen die Storkower Ruderer abends eineAusfahrt mit drei geschmückten Vierer-Booten. Hier der Nachwuchs mit Keno, Gretha, Hanna, Björk und Gerrit in einem Boot.
Elke LangLange Zeit hat man nichts von den Storkower Ruderern gehört, „aber es gibt uns noch, die Storkower Ruder-Vereinigung, und wir feiern in diesem Jahr unseren einhundertsten Geburtstag“, erzählt Rainer Päch beim Sommerfest, das am vergangenen Wochenende stattfand. Der 39-jährige Finanzbeamte hat im März dieses Jahres Ralf Thormählen als Vorsitzenden abgelöst, der 22 Jahre den eingetragenen Verein geleitet hat.
Rainer Päch ist seit 1989 eines der rund 55 Mitglieder, die im Alter von Mitte 30 bis über 80 sind. Still geworden um den Verein war es, weil seit vielen Jahren kein Wettkampfsport mehr betrieben wird.
Wanderrudern mit Abzeichen
Es findet jedoch Wanderrudern um das Wanderruderabzeichen statt, bei dem es um die jährlich zurückgelegten Kilometer geht. Die Hürden sind hoch gelegt. 20-Jährige müssen dafür zum Beispiel tausend Kilometer gerudert haben, über 60-Jährige immerhin noch 600 Kilometer.
Zwei bis vier Storkower Ruderer schaffen das, weiß der Vorsitzende. Um wieder an Wettkämpfen teilnehmen zu können, müsse um Nachwuchs geworben werden, was bereits an der Storkower Europaschule geschehe. „Zu DDR-Zeiten haben wir auch DDR-Meister hervorgebracht, und das war für einen so kleinen Verein eine große Sache“, erzählt Rainer Päch.
Ihr Heim haben die Ruderer am Storkower See 1920 selbst gebaut und jetzt unbegrenzt von der Stadt gepachtet. Hier sind die 30 Ruderboote untergebracht, und hier werden fünf bis sechs geplante Arbeitseinsätze geleistet, um das Außengelände in Schuss zu halten und die pflegeaufwändigeren älteren Holzboote instand zu setzten, abzuschleifen und neu zu lackieren. „Dazu kommen noch genug Ruderer, die regelmäßig viel Freizeit aufwenden, um zum Beispiel Hecken zu beschneiden und Laub zu harken“, ist der Vorsitzende dankbar.
Aber das Training dienstags und freitags für Kinder von 17 bis 18.30 Uhr und für Erwachsene von 18 bis 20 Uhr steht im Vordergrund. Dabei bilden sich spontan Mannschaften für die Fahrten über den fünf Kilometer langen Storkower See. Weitere Routen sind kaum möglich, weil die Schleusen während des Trainings zu viel Zeit kosten. Auch ein Ruderergometer steht zur Verfügung, „gut für Kinder, die damit den Grundbewegungsablauf einüben können“, so Rainer Päch.
Wochenendtouren und Abrudern
Eine Wochenendtour, zum Beispiel von Usti nad Labem bis Pirna die Elbe hinunter mit mindestens zwei Übernachtungen und ab und zu eine Tagesfahrt nach Bad Saarow, Wendisch Rietz, Prieros oder auf die Müggelspree werden pro Saison unternommen.
Zu den Geselligkeiten im Verein gehören auch das An- und Abrudern zur offiziellen Eröffnung beziehungsweise zum Abschluss der Saison mit gemeinsamem Mittagstisch und Kaffeetrinken sowie das offene Sommerfest immer zur Sommersonnenwende mit zusätzlich rund hundert Gästen der Stadt.
Zum Jubiläum selbst wird „1919 Storkower Ruder-Vereinigung e. V.“ vom 16. bis 18. August das Landeswanderrudertreffen ausrichten mit einer großen Party als Abschluss. „Wir erwarten rund 80 Teilnehmer aus rund 30 Vereinen“, blickt Rainer Päch zuversichtlich dem freudigen Ereignis entgegen.