Vergünstigung bei der Bahn: Storkows Soldaten fahren mit dem Gratis-Tickets

Nutzen das Kostenlos-Angebot für Bahnfahrten durch Deutschland: Hauptfeldwebel Eric (l.) und Stabsunteroffizier Markus. Hier stehen sie am Verbandsabzeichen des Informationstechnikbataillons 381 in der Storkower Kurmark-Kaserne.
Bernhard SchwieteJeden Freitag macht sich Stabsunteroffizier Markus aus der Storkower Kurmark-Kaserne für zwei Tage auf den Weg nach Halle/Saale, um die freie Zeit gemeinsam mit seiner Freundin verbringen zu können. „Sie ist im fünften Monat schwanger“, erzählt der 22-Jährige. Seinen Nachnamen will er nicht veröffentlicht wissen, weil das die Bundeswehr in ihren eigenen Medien so handhabe. Bis vor kurzem waren seine Fahrten für ihn auch noch mit Kosten verbunden. Seit Beginn des neuen Jahres ist das aber nicht mehr so. Markus nutzt seitdem Woche für Woche die neue Möglichkeit für alle Bundeswehr-Soldaten, bei der Deutschen Bahn kostenlose Fahrkarten zu buchen.
Mit Umstiegen in Königs Wusterhausen und Berlin geht es dann nach Hause. „Wenn die Umsteigezeiten nicht zu lang sind, dauert das zweieinhalb Stunden. Das funktioniert gut“, erzählt der Feldwebel-Anwärter. Das neue Gratis-Angebot weiß Markus, der keinen Führerschein hat, zu schätzen. Früher sei er meistens mit Kameraden mitgefahren. „Die Bahn wäre zu teuer gewesen, vor allem, als ich zeitweise in der Nähe von München stationiert war.“ Es gebe viele, die es ihm gleichtun. „Wenn ich sonntags in Halle auf dem Bahnsteig stehe, sind da immer auch sechs oder sieben andere Soldaten“, berichtet er. Auch am Storkower Bahnhof habe er schon Kameraden getroffen. Früher sei das nicht so gewesen, wenn er mal mit der Bahn fuhr. Erkennbar sind die Soldaten, weil sie ihren Feld- oder ihren Dienstanzug tragen müssen, damit das Kostenlos-Ticket gilt.
Fürs Fernstudium nach Hamburg
Im Storkower Informationstechnikbataillon 381 wurde das neue Angebot auf vielfältige Art und Weise unter den Soldaten bekannt gemacht, wie Presseoffizier Fränzi Pietke sagt. „Das ging über E-Mail-Verteiler und über unser Intranet. Wir haben es aber auch in Besprechungen angesagt und die Vorgesetzten weitertragen lassen.“ Von etwa zehn Soldaten des Standortes wisse sie, dass diese bereits Tickets gebucht haben, und tatsächlich seien es bestimmt noch mehr. Einer von ihnen ist Hauptfeldwebel Eric, der parallel ein Fernstudium absolviert und dafür mehrmals im Jahr zu Präsenz-Wochenenden nach Hamburg fahren muss. „Sonst bin ich immer mit dem Auto gefahren, aber jetzt zum ersten Mal mit der Bahn“, sagt er. Im April habe er wieder einen Termin für sein Studium, dann in Wismar. „Ich werde wieder mit der Bahn anreisen“, kündigt er an. Auch für private Unternehmungen kann sich Eric vorstellen, das Auto künftig stehen zu lassen. „Vielleicht fahre ich mal mit der Bahn an die Ostsee.
In manchen Fällen ist die Bahnfahrt allerdings auch für Soldaten nicht kostenlos, selbst wenn sie extra ihren Feld- oder Dienstanzug anziehen würden. Damit hat Markus bereits Erfahrungen gemacht. „Wenn ich zu meinen Eltern nach Finowfurt fahre, muss ich bezahlen“, weiß er. Denn die Aktion gilt nur für Fahrten, bei denen eine Verbindung mit ICE oder Intercity enthalten ist; nach Finowfurt aber geht es aus Storkow nur mit Regionalbahn und Regionalexpress.
So funktioniert die Buchung
Um einen kostenlosen Fahrschein zu bekommen, geben Bundeswehr-Soldaten im Buchungsportal der Deutschen Bahn einen speziellen E-Token ein. Für die Zugbegleiter ist die Fahrkarte dann als Bundeswehr-Ticket erkenntlich. Das Angebot gilt nur für Fahrten, bei denen auch eine Fernverkehrs-Verbindung (ICE oder IC) genutzt wird.
Die Soldaten müssen auf der Fahrt ihren Feldanzug oder ihren Dienstanzug tragen und ihren Dienstausweis mitführen.
Für Fahrkarten der 1. Klasse müssen Soldaten den regulären Aufpreis bezahlen. Platzreservierungen sind kostenpflichtig.⇥bs