Verkehrsplanung: Radeln auf alter Bahnstrecke von Beeskow nach Groß Rietz
Mitte Dezember wurde der Planfeststellungsbeschluss erlassen. Jetzt bestätigt Steffen Streu, Pressesprecher vom Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg: „Der Radweg wird gebaut.“ Wahrscheinlich schon im nächsten Jahr. Zu den Kosten könne er allerdings noch nichts sagen.
Nur noch wenige Hürden
Ein paar Kleinigkeiten sind im Vorfeld noch zu arrangieren. „Zunächst muss eine Ansiedlung von Zauneidechsen in ein neues Quartier umziehen“, so Streu. Dafür wird ein Zaun gebaut. Im nächsten Jahr werden die Tiere dann in einen neuen Lebensraum umgesiedelt – wo dieser sein wird, stehe jedoch noch nicht fest.
Auch müsse vor dem Baubeginn die sogenannte Ausführungsplanung erfolgen: „Im Rahmen der Baumaßnahme Radweg wird zugleich die S-Kurve am Knotenpunkt B 168/L 411 zwischen Groß Rietz und Beeskow entschärft.“ Beide Baumaßnahmen würden miteinander verknüpft, weil der Radweg parallel verläuft. Daher sei im Vorfeld festzulegen, wie und in welchem Zeitraum das Vorhaben umgesetzt werde.
Denn nach Absprachen zwischen dem Landesbetrieb und der Gemeinde Rietz-Neuendorf soll der neue Radweg ab der Doppelkurve (Knotenpunkt) auf der ehemaligen Bahntrasse Richtung Groß Rietz verlaufen. Damit diese Festlegungen in das Planfeststellungsverfahren zum Straßen- und Radwegbau mit einfließen konnten, bedurfte es eines verbindlichen Bekenntnisses der Gemeinde zum Bau des Radwegs. Die Gemeindevertreter fassten dazu im März 2018 einen Grundsatzbeschluss.
Wenn dann noch das Vergabeverfahren durch sei und das Baufeld bereinigt, was den Bahndamm parallel zur Straße betrifft, könne es losgehen. „Einige Gehölze sind noch im Weg“, erklärt Pressesprecher Streu. Er stellt als Baubeginn 2021 in Aussicht.
Die Zeit bis dahin wollte die Gemeinde nutzen, um Fördermittel zu beantragen. Im Gemeindebeschluss heißt es, dass die Gesamtmaßnahme nach der vorliegenden Kostenberechnung ein Volumen von 240 000 Euro umfasst. Dabei soll die Strecke mit einer Länge von 1084 Metern von der Gemarkungsgrenze zu Beeskow bis zum stillgelegten Bahnhof Groß Rietz führen und dabei auf eine Breite von 2,50 Metern ausgebaut werden.
Planungsbüro beauftragen
Der Bauamtsleiter der Gemeinde Rietz-Neuendorf, Stefan Horstmann, erklärt: „Das Vorhaben mit dem Radweg gibt es schon lange, ursprünglich sollte der Radweg bis nach Bad Saarow gehen, doch das Projekt scheiterte an den Zauneidechsen.“ Die Umsiedlung hätte den finanziellen Rahmen der Gemeinde gesprengt. Auch sei das Investitionsvolumen bislang lediglich grob geschätzt. Anträge für Fördermittel seien noch nicht gestellt worden: „Für Projekte dieser Art waren die Mittel bereits ausgeschöpft.“
„Mit dem neuen Haushalt für 2021 wäre es dann aller Voraussicht nach wieder möglich“, so Horstmann. Die Gemeinde müsse zunächst ein Planungsbüro beauftragen, um konkrete Pläne erarbeiten zu lassen und die tatsächlichen Investitionskosten zu ermitteln.
Die DB Netz AG verkaufte die Strecke 2010 an die Scharmützelbahn GmbH. Die Gemeinde Rietz-Neuendorf sicherte sich beim neuen Eigentümer das Vorkaufsrecht. 2011 wurde die Strecke vom Bahnbetrieb offiziell „freigestellt“ und im Juni 2013 erwarb die Gemeinde den auf ihrem Gebiet liegenden Streckenabschnitt für 55 000 Euro.


