Waldbrandschutz
: Neue Brunnen für mehr Löschwasser

Beim Tag der Lieberoser Heide wurde auch ein Waldbrandschutzkonzept vorgestellt.
Von
Ingrid Hoberg
Lieberose
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Waldbrand: In der Lieberoser Heide löschte die Freiwillige Feuerwehr Tauer aus der sicheren Entfernung.

Jörn Tornow

Die Flächen liegen in den beiden Landkreisen Dahme–Spreewald und Spree–Neiße. „Es handelt sich um 20 Jahre alte Bestände, Pionierwald hat gebrannt“, sagt Jenny Eisenschmidt. Die Heide war beim Bodenfeuer, das sich kriechend ausgebreitete, abgebrannt.

Anhand von Fotos wurde dokumentiert, wie sich die Brände entwickelten und ausbreiteten — auch im Mischwald und auf Moorflächen. „Wir haben bis zu neun Meter tiefe Moore. Die Flammen bleiben im Untergrund, die letzten Flammen sind im November gelöscht worden“, sagte Jenny Eisenschmidt. Isabell Hiekel, beim Landesumweltamt im Fachbereich Moorschutz tätig, ergänzte: „Ich beobachte Moore seit zehn Jahren und war vier Wochen nach dem Brand vor Ort: Moorkörper sind nicht betroffen.“ Dennoch sind zehn bis zwanzig Zentimeter verloren gegangen, etliche Jahre Moorwachstum, wie Andreas Meißner, Geschäftsführer SNLB, betonte.

Besonders erschwert wurden die Löscheinsätze durch die Munitionsbelastung des Geländes, die Feuerwehren mussten am Rand bleiben. Es wurden Hubschrauber eingesetzt, die Luftbilder von der Hitzeentwicklung im Boden machten. Axel Becker erläuterte anhand des 1,8 Kilometer langen Dachsweges, wie Pionierpanzer eine Schneise geschoben haben und wie gepanzerte Harvester eingesetzt wurden. „Diese Einsätze waren selbst für gepanzerte Fahrzeuge grenzwertig“, stellte er fest. Und sie waren kostenintensiv für die Landkreise.

Das Konzept zum vorbeugenden Brandschutz für die Lieberoser Heide berücksichtigt die Schaffung eines Schutzstreifens um die ehemalige Schießbahn. Auch in Waldnähe gelegene Ortschaften sollen durch solche Streifen geschützt werden. Das Forstwegenetz wird optimiert, ein System von Tiefbrunnen muss zügig geschaffen werden, um künftig ausreichend Löschwasser bereitstellen zu können.

„Zum Teil waren die Wehren eine halbe Stunde unterwegs, um Wasser heranzuholen“, sagte der Leiter der Oberförsterei. Tiefbrunnen müssten in 30 bis 60 Meter Tiefe gebohrt werden. Dieser Brunnenbau sollte eigentümerübergreifend erfolgen, damit in Zukunft das Wasser ausreicht. Und es sollen Bereitstellungsräume geplant werden sowie Meldeköpfe für die einzusetzenden Löschkräfte. „Wir können die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren nicht so lange binden. Die Amtsgemeinde muss die Lohnkosten finanzieren, die bei den Einsätzen anfallen“, sagte Axel Becker. Mit Landesmitteln können die Sicherheitsstreifen abgesucht werden. Wegeprojekte müssen mit Waldbesitzern konzipiert werden. Ein umfassender Waldbrandschutzstreifen soll im Ringschluss angelegtwerden.