Herausgegeben worden ist sie in Zusammenarbeit zwischen dem Tourismusverband Seenland Oder-Spree und der Wassertourismusinitiative Brandenburg Süd-Ost (Wiso).
"Wir haben die Quarantäne genutzt, um die Karte, die erstmals 2012 erschien, zu überarbeiten", sagte Eckhard Fehse, der Vorsitzende der Wiso, am Mittwoch bei der Präsentation der Veröffentlichung in Bad Saarow. Wichtig sei vor allem auch gewesen, die Angaben zu Bootsvermietern auf der Rückseite der Karte zu aktualisieren. Die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, Ellen Rußig, betonte einmal mehr die ihrer Ansicht nach anhaltende Bedeutung von Informationen auf Papier auch im Internet-Zeitalter. "Die Leute wollen etwas in der Hand haben und nicht immer nur GPS-Daten auf dem Handy nutzen", sagte sie.

Einzigartige Märkische Umfahrt

Fehse misst der neuen Karte gerade in diesem Jahr eine große Bedeutung bei. "Ein Positivum der Corona-Krise ist für uns, dass Urlaub in Deutschland in diesem Jahr besonders nachgefragt ist. Auch bei uns wird die Nachfrage steigen", prophezeite er. Die Region biete für Wassertouristen insgesamt rund 500 Kilometer schiffbare Bundes- und Landesgewässer, etwa 200 Kilometer kleinere Wasserläufe wie die Alte Oder und die Müggelspree, die sich zum Paddeln eignen, und insgesamt rund 300 Seen. "Das ist ein Riesenpfund." Rußig erwähnte als einen besonderen touristischen Höhepunkt die 190 Kilometer lange Märkische Umfahrt über die Spree, die Dahme und zahlreiche Seen, die sich für Paddler eignet. "Das ist nach meiner Kenntnis in ganz Europa einzigartig", sagte sie.
Unterdessen betonten Fehse und Rußig am Mittwoch einmal mehr, dass bei den äußeren Bedingungen für den Wassertourismus Verbesserungsbedarf bestehe. Unter anderem seien die Betriebszeiten der Schleusen viel zu kurz. In den Storkower Gewässern etwa seien die Schleusen in Kummersdorf, Storkow und Wendisch Rietz an Wochenenden nur bis 19 Uhr nutzbar, während der Woche gar nur bis 18 Uhr. Da helfe es auch wenig, dass zumindest die Schleuse Neue Mühle in Königs Wusterhausen bis 21 Uhr in Betrieb sei. "Speziell für Gäste aus Berlin ist das nach wie vor abschreckend", so Fehse. "Es ist im Sommer bis 21.30 Uhr hell. Da ist das nicht akzeptabel."

Schleusen-Schaltstelle nicht in Sicht

Rußig kritisierte zum wiederholten Mal, dass die eigentlich für das Jahr 2020 angekündigte zentrale Schleusen-Schaltstelle in Berlin-Grünau, mit der ein längerer Betrieb ermöglicht werden sollte, nicht in Sicht sei. "Gegenüber den Havel-Gewässern nördlich von Berlin haben wir dadurch einen eindeutigen Standortnachteil. Weiteres Problem sei ein Mangel an öffentlichen Stegen, damit die Gäste auch an Land kommen können. "Auch da sind wir ständig in Diskussionen", so Fehse.
Hoffnung verbindet der Vorsitzende der Wiso, der unter anderem drei Landkreise sowie zahlreiche Städte und Gemeinden, aber auch die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg sowie Tourismusverbände und -vereine angehören, mit einem Masterplan Wassertourismus. Dieser soll in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium entstehen. Anfang März, kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie, habe es dazu in Oranienburg eine Auftaktveranstaltung mit dem parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann gegeben. Der CDU-Politiker habe dort versprochen, binnen eines Jahres zu konkreten Maßnahmen zu kommen. Eine Forderung, die man in den weiteren Gesprächen vorbringen wolle, sei die Errichtung öffentlicher Toiletten an den Schleusen. Auch ein Angebot weiterer Serviceleistungen sei an diesen Punkten sinnvoll.
Einstweilen setzen die Touristiker unter anderem auf die neue Wasserkarte. Sie ist speziell auf den Wassertourismus ausgerichtet und enthält zum Beispiel Angaben zu Wassertiefen, Schleusen sowie Ein- und Ausstiegsstellen. Außerdem sind Campingplätze, Badestellen und Sehenswürdigkeiten abseits des Wassers verzeichnet.
Erhältlich ist die Faltkarte kostenlos in den Tourist-Informationen und bei touristischen Anbietern. Online ist sie unter www.seenland-oderspree.de bestellbar, außerdem steht sie dort in einer elektronischen Variante zum Download zur Verfügung.