Faible für die Region
Er räumt jedoch ein, dass die Einarbeitung tatsächlich harte Arbeit war. "Ich wusste, was auf mich zukommt", sagt er. Aber: "Als Chef muss man ein weiteres Blickfeld haben." Beispielsweise habe er sich in die Haushaltsführung des Verbandes einarbeiten müssen. Da kam die Freizeit – die er gern mit seiner Frau Karina und den drei Kindern im Haus mit Garten in Lebus verbringt – oft zu kurz: "Gartenarbeit ist für mich ein guter Ausgleich."
Der studierte Wasserwirtschaftler stammt aus Frankfurt (Oder) und wollte unbedingt in der Region bleiben, weil er sich ihr verbunden fühlt. Und als sich die Chance bot, an an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg zu studieren, griff er zu. "Das Studium habe ich erfolgreich absolviert", erzählt er. Und danach habe er tatsächlich 2008 beim Verband angefangen. "Das war am 1. Juni vor zwölf Jahren", erinnert er sich. Zu seinen Aufgaben gehörten kleinere Planwerke, Moorschutzmaßnahmen und die Einhaltung der Richtlinien zum Landschaftshaushalt.
Seither erweiterte sich der Aufgabenbereich stetig. "Die Gewässerunterhaltung kam dazu und dann die großen Maßnahmen wie 2013 die Schleuse in Beeskow und dann Neubrück", so Reichert. Gemeint ist die Rekonstruktion der Schleuse und des Wehrs in Neubrück mit einem Investitionsvolumen von etwa 14 Millionen Euro, Fertigstellung 2019. Gemeinsam mit Vorgänger Lothar Kirmes waren sie Projektsteuerer. Fachleute sind sich einig, dass auf lange Sicht dieses Bauwerk einzigartig bleiben wird. "Das waren gute Lernprojekte", sagt der Geschäftsführer rückblickend.
Und wie sieht es mit der Zukunft aus? "Im Juni hat die Saison für die Gewässerunterhaltung begonnen", sagt Reichert. In den Ortslagen würden die Gräben frei gemacht: "Ab Mitte Juli kommen dann die Gewässer in der Feldflur dran." Wenn die Felder gemäht seien, bleibt ein kurzes Zeitfenster von vier bis sechs Wochen: "In Abstimmung mit den Landwirten, werden die Arbeiten ausgeführt."
Corona machte Probleme
"Derzeit prüfen wir zudem, ob und welche Möglichkeiten es gibt, den Wasserabfluss aus dem Ort Görzig zu optimieren", erklärt der Geschäftsführer. Beim Starkregen im Juni seien dort etwa 60 und 70 Liter Regen je Quadratmeter gefallen. Keller liefen voll. Und nächste Woche würden die Planunterlagen für die Kossenblatter Seenkette bezüglich der Regelbauwerke beim Bauordnungsamt abgegeben.
"Und auch bei uns hat Corona zu Einschränkungen geführt", sagt Reichert, "wie durch die Engpässe bei der Kindernotfallbetreuung." Und die Grabenschauen seien abgesagt worden. "Ansonsten baut meine Arbeit auf einem guten Fundament auf", so der Fachmann. Der Verband wurde gut geführt: "Und es ist nicht so, als wenn man in einem fremden Unternehmen anfängt. Mann kennt sich schon."