Weihnachten 2023 in Beeskow: Weihnachtsbaum aus dem Wald – ist das erlaubt?

In Storkow kosten Weihnachtsbäume beim Händler zwischen 30 und 35 Euro. Ein Weihnachtsbaum aus dem Wald klingt allerdings verlockend. Ist das erlaubt?
Marcel GädingDie Gegend um Beeskow ist reich an Wäldern. Was liegt da näher, als sich bei der Suche nach einem Weihnachtsbaum im heimischen Forst umzusehen? Also rein ins Auto, die Säge auf der Rückbank, raus in den Wald. Doch diese früher oft praktizierte Art, an einen Weihnachtsbaum zu gelangen, ist nicht nur aus der Mode gekommen – sie kann nach geltender Rechtslage auch zu einer teuren Angelegenheit mit juristischem Nachspiel führen, wie Roland Müller sagt.
Roland Müller ist Leiter der Landeswaldoberförsterei in Müllrose und als solcher auch zuständig für viele Waldgebiete rund um Beeskow und Fürstenwalde. Eine Kiefer oder Fichte im Wald zu schlagen, ist ohne Weiteres nicht möglich. Denn das ist nach dem Strafgesetzbuch schlichtweg strafbar.
„Erhalten wir davon Kenntnis, erstatten wir eine Anzeige wegen Diebstahls und leiten alles an die Strafverfolgungsbehörde weiter“, sagt Müller. Die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, ist hoch. Derzeit sind viele Angestellte der Förstereien in den Wäldern unterwegs.
Weihnachtsbaum ohne Genehmigung fällen: diese Strafen drohen
„Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“, heißt es dazu in Paragraf 242 des Strafgesetzbuches. Auch der Versuch ist strafbar.

Roland Müller ist der Leiter der Landeswaldoberförsterei Müllrose, die auch für Wälder nahe Beeskow und Fürstenwalde zuständig ist.
Marcel Gäding„Hinzu kommt, dass wir den Baum oder die Bäume wegnehmen“, sagt Roland Müller. Problematisch ist zudem, wenn man mit dem eigenen Auto in den Wald fährt. Denn auch dies ist nach dem Brandenburgischen Waldgesetz verboten. Wer ertappt wird, muss mit einer Ordnungswidrigkeitsanzeige und einem Bußgeld rechnen.
Weihnachtsbäume aus Brandenburg
Dabei gibt es durchaus legale Wege, an einen Baum aus brandenburgischen Wäldern zu kommen, wie Oberförster Roland Müller sagt. „Am besten fragt man beim zuständigen Revierförster an, ob er Weihnachtsbäume zum Verkauf anbietet“, rät er. Auf lokaler Ebene informieren die Einrichtungen rechtzeitig über die Termine.
So bieten in der Region unter anderem die Förstereien in Plattkow (Märkische Heide), Lübben und Alt Buchholz Weihnachtsbäume an (Termine und Adressen im Infokasten). Wer sich für eine Kiefer aus heimischen Wäldern entscheidet, hat zudem lange Freude daran. „Sie nadelt nicht so stark“, weiß Roland Müller.
Preiswerte Weihnachtsbäume vom Förster in Brandenburg
Die Preise für heimische Weihnachtsbäume aus den Revierförstereien liegen außerdem deutlich unter denen kommerzieller Anbieter. Eine gut 1,80 Meter hohe Nordmanntanne kosten an die 35 Euro beim Weihnachtsbaumhändler. Weniger ist es beispielsweise in Märkische Heide (Landkreis Dahme-Spreewald). „Eine zwei Meter hohe Tanne kostet 25 Euro“, sagt der Plattkower Revierförster Jens Regelski.
Weihnachtsbäume im Wald kaufen
■ Försterei Plattkow, 16.12., 10 bis 18 Uhr. Zu Baumarten: Fichte, Kiefer, Tanne. Extras: Imbiss, Lagerfeuer. Anfahrt: Brückenstraße 3, 15913 Märkische Heide
■ Landeswaldoberförsterei Lübben, 16.12, 10 bis 15 Uhr. Baumarten: Fichte, Kiefer, Tanne. Extras: Imbiss, Lagerfeuer. Anfahrt: 15907 Lübben, T Börnichen, Platz/ Einfahrt hinter der Waldschule zum Specht
■ Forstrevier Alt Buchholz, 16. Dezember, 10 bis 14 Uhr. Baumarten: Küstentanne, Kiefer zum Selberschlagen. Extras: Lagerfeuer, Imbiss, Säge mitbringen! Anfahrt: von Grünheide/Alt Buchhorst Richtung Klein Wall. In Klein Wall links über die Löcknitzbrücke fahren. An der Gabelung ganz rechts halten und der Beschilderung folgen.


